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Nov-12-2008 By admin

Jedes Jahr reisen Millionen von Urlaubern zu den Kanarischen Inseln, vornehmlich aus den Ländern Mitteleuropas. Junge Leute, die sich gerne von der Masse der Reisenden absetzen, andere, die es bequem und komfortabel haben wollen — sie alle findet man dort. Die Inseln erfüllen alle ihre Wünsche: die der Diskofreunde, Wanderer, Surfer und Wüstenforscher, selbst wer den Schnee liebt, ist hier richtig und braucht im übrigen auf den Strand nicht zu verzichten. Die Kanarischen Inseln — Kontinente im Kleinen; Viele haben es gesagt und bestätigt. Und leicht gerät man ins Schwärmen. So wie Alexander von Humboldt, der große Reisende. Oder die spanischen Eroberer des Goldenen Zeitalters. Es war sicherlich eine verrückte Zeit. Europa plante Entdeckungsreisen zu neuen Kontinenten, doch als Kolumbus nach Amerika abreiste, war der Archipel längst wiederentdeckt und größtenteils auch erobert. Auf La Palma ließ er noch einmal die Fässer mit Wasser füllen, verabschiedete sich von der schönen Beatrice de Bobadilla. Ihre sanften grünen Augen sahen ihn nicht wieder, bevor Amerika, sein vermeintliches Indien, entdeckt war. Die Schöne hatte es in sich: eine gehörige Portion Bosheit, die den Spaniern kraft ihres missionarischen Eifers überhaupt eigen gewesen sei, sagen Verfechter der Conquista. Ländereien erobern für die Krone und die Kirche, was gar manchem ein und dasselbe war — die Motive freilich waren verschieden. Nur eines schien den damaligen Köpfen unzweifelbar: Die Inseln wie die Menschen, die darauf lebten, mußten spanisch werden. Da war jedes Mittel recht, List wie Hinterlist, Edelmut und klirrende Waffen. Ein spannendes Stück Geschichte, das Spanier und Kanarier zusammenführte. Beide stehen dazu. Historiker wollen mehr wissen. Die einen beweisen, die Spanier waren gar nicht so schlimm, die anderen belegen, es gebe noch so viele Guanchen, daß die Kanarischen Inseln durchaus ein Recht darauf haben, autonom, unabhängig von Spanien zu werden. Das politische Leben auf den Kanaren ist also nicht so einfach. Die Urlauber werden jährlich mehr, Flugplätze müssen erweitert werden, die Landungen und Starts sind kaum mehr zu verkraften. Gedränge gibt es trotzdem nicht, am Flughafen vielleicht, aber sonst? Die Menschen sind gastfreundlich — in den abgelegenen, urtümlichen Dörfern, weil es immer so war, in den Hotels, weil die davon leben. Herrliche Inseln fürwahr. Jede hat ein eigenes Gesicht, ein anderes Wesen, ist unvergleichlich mit den Nachbarn des Archipels. Die Kanarischen Inseln haben mehr als ein gewisses Etwas.

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