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Archive for Juni, 2008

Noch zur Jahrhundertwende konnte man die Orte im Süden von Tenerife nur mit einem Maultier erreichen. Erst seit 1967 ist auch dieses Gebiet durch zum Teil erst in jüngster Zeit fertiggewordene Straßen erschlossen. Diese Region hatte im Gegensatz zum Ostteil der Insel und zu ihrer Nordküste für den Fremden zunächst so gar nichts Anziehendes. Erst seit die urlaubs- und sonnenhungrigen Mittel- und Nordeuropäer nach immer neuen Strandgebieten suchten und die Touristenzentren Santa Cruz und Puerto de la Cruz mit Hochhaushotels, Apartmenthäusern und Bungalowsiedlungen aus allen Nähten platzten, machten sich Unternehmer daran, an der Süd- und Südostküste neue Strandgebiete zu erschließen. Bis dahin waren diese Gebiete kaum von Fremden besucht worden. Inzwischen gehören sie aber schon seit Jahren zum festen Angebot der Reiseveranstalter.Dieses Feriengebiet umfaßt die Küste von Los Cristianos im Westen bis El Medano nordöstlich der Punta Roja, zwei kleinen Fischerorten, die bis zu ihrer »Entdeckung« nur Einheimischen als Badeplätze bekannt waren. Von Santa Cruz ist der Süden über Schnellstraßen zu erreichen.

Rundfahrt durch West - Tenerife

Jun-30-2008 By admin

Diese Fahrt kann als Gemeinschaftsfahrt oder mit einem Taxi durchgeführt werden. Wegen der vielen verschiedenen Eindrücke und den ständigen Höhenwechseln ist sie sehr anstrengend und ermüdend. Für die Fahrt müssen Sie etwa zwölf Stunden rechnen; unterwegs mehrfach Bademöglichkeiten. Nach der beschriebenen Strecke über Orotava zum Portillo, dem Beginn der Cahadas, und durch die Cahadas, vorbei am Parador und durch die Ebene von Ucanca, erreichen wir das Ende des Kraters. Die nach rechts abzweigende Schotterpiste endet nach vier Kilometern im Llano de Santidad. Sie soll später nach Chio durchgebaut werden. Man kann von hier durch das zerklüftete Gebiet junger und alter Lavaströme wandern und stößt überall auf Spuren der Ureinwohner. Nach der Boca de Tauce erblicken wir durch die weit abfallenden Barrancos den Atlantik, am Horizont die Insel La Gomera und bei sehr klarer Luft auch Hierro. Ein alter Kiefernwald nimmt uns auf. Die Straße fällt nun in starken Windungen ab, führt am Forsthaus vorbei und zweigt dann nach Vilaflor ab. Durch die weiten Terrassenkulturen und Pflanzungen von Mandelbäumen, die den Blick freilassen über die Badeküsten des Südens, führt die Straße in sehr engen Kehren bis hinunter nach Granadilla, dem Knotenpunkt der Straßen nach Mödano, Santa Cruz, Los Cristianos und Vilaflor. In EI Medano haben wir Zeit zum Essen und Baden. Am Nachmittag wird die Fahrt fortgesetzt, vorbei an Los Cristianos, über Santiago del Teide und Icod zurück nach Puerto de la Cruz. Beschreibung dieser Strecke bis Puerto de Santiago. Von hier über lcod zurück nach Puerto in umgekehrter Richtung.

Wenn Sie nicht kurvenfest sind, sollten Sie vor Antritt der Fahrt mit Tabletten vorbeugen, denn die gesamte Strecke ist zwar gut ausgebaut, jedoch außerordentlich kurvenreich. Die Straßen nach La Orotava und den Ort selbst haben Sie bereits kennengelernt. Hinter Orotava windet sich die Straße weiter in engeren Kurven bergwärts. Vorbei an Zuckerrohrplantagen kommen Sie zum Lorbeerwald von Aguamansa, einem ärmlich anmutenden Dorf, dessen Bewohner schlecht und recht von der Landwirtschaft leben. Ärmlich gekleidete Kinder bieten den Touristen Blumen und Obst zum Kauf an, und manchmal betteln sie auch, wenn sich die Gelegenheit bietet. Aguamansa liegt an der Südostecke des Valle de la Orotava und schon in der Region der Wolken. Sie verlassen nun die Kulturlandschaft des Orotava-Tals. Die Straße steigt weiter kurvenreich an und führt an einer interessanten Lavaformation vorbei, die entsprechend ihrer Gestalt den Namen Los Organos (Die Orgeln) hat. An dem oberhalb gelegenen Krater von Aguamansa geht die Fahrt durch den neu aufgeforsteten Monte Verde (Grüner Berg). Nach einem letzten, herrlichen Blick hinab, der jedoch oft genug durch Wolken verhangen ist, kommen Sie an die Einmündung der Carretera Dorsal, die von Santa Cruz und La Laguna über den Cumbre führt, und zum Portillo (2000 Meter), dem »Törchen«, einem schmalen Zugang zu dem Las Caiiadas (Die Schluchten) genannten Hauptkratergebiet des Teide.

Bis Icod (27 Kilometer). In lcod biegt die Straße hinter dem Hostal del Drago nach links ab, unterquert einen Tunnel und steigt dann ständig Ausflüge von Puerto de la Cruz an. Nach kurzer Zeit schaut man auf das Tal von lcod zurück und erreicht nun El Tanque (450 Meter), kurz nachdem der Lavastrom überquert wurde. Man schaut hinunter bis Garachico, das diesem Strom 1705 zum Opfer fiel. In Tanque bekommt man einen der besten Weine der Insel. Wir befinden uns jetzt an der Wasserscheide zwischen Nord- und Westküste. Die Vegetation wird weniger üppig, die Pinien überwiegen, und bei Genoves und San Juan del Reparo blicken wir über eine weite Vulkanlandschaft bis zum Teide hinüber, dem der alte Krater vorgelagert ist. Auf unserer rechten Seite sehen wir die Osthänge des Teno-Gebirges. Nach 15 Kilometern erreicht die serpentinenreiche Hauptstraße über die Weiler Ruigomez, Herjos und Valle Arriba das Dorf Santiago del Teide (975 Meter). Von hier überblickt man den Westrand der Cafiadas, einen guten Teil der Westküste, und man sieht den Umriß der Nachbarinsel La Gomera. Der Bus fährt an einem altertümlichen moscheeartigen Kirchenbau mit Kuppeln und seitlichen Türmen vorbei, in dem eine mittelalterliche Figur des Sankt Georg und eine Christusstatue (15. Jahrhundert) beachtenswert sind. Santiago del Teide ist der Mittelpunkt eines üppigen Weinbaugebietes.
Es folgen Retamar und Tamaima, zwei Dörfer, in denen noch in Heimarbeit die bekannten Calados-Stickereien gearbeitet werden. Wie eine Riesenschlange windet sich die neue, sechs Kilometer lange Nebenstraße, die man deutlich überblickt, von Tamaima aus abwärts. In schneller Fahrt erreicht der Wagen das Schwemmland der Küste und die Playa, die leider durch eine Kalkfabrik mit ihrem grauen Staub überschüttet wird. Eine Straße führt hinunter zur Playa de Santiago. Überall sind Terrassen angelegt. Der Boden wird durch einen Belag von Bimskies vor dem Austrocknen geschützt.Bevor Sie nach Puerto de Santiago kommen, sollten Sie jedoch etwa drei Kilometer hinter Tamaima anhalten und von einer Anhöhe rechts neben der Straße den herrlichen Blick auf Los Gigantes, steil ins Meer abfallende, imposante Felsen, auf Brandung und Meer genießen. In Puerto de Santiago endet die Fahrt. Eine schmale Sandpiste führt aus dem Dörfchen hinunter zum schwarzen Sandstrand. Auf der Anhöhe in der Mitte des Strandes steht lediglich ein kleines Restaurant. Man kann sein Zelt auf dem davorliegenden, sehr verschmutzten Platz aufstellen, der mit Lavabrocken übersät ist. Der Besitzer hat nichts dagegen, wenn man die provisorische Duschanlage und die Toilette des Restaurants benutzt. Gebühren werden nicht erhoben, doch ist der Platz und die nächste Umgebung für einen längeren Aufenthalt nicht sehr einladend. In der ruhigen, felsenreichen Bucht kann man tauchen, mit etwas Glück auch einige Lisas erbeuten. Nördlich von Puerto de Santiago, am Fuße von mächtigen Felsen, Los Gigantes, entstand eine moderne Hotelanlage gleichen Namens. Wegen der Abgelegenheit bietet das Haus seinen Gästen sehr viel Unterhaltung. Jeden Abend wird getanzt, an den Wochenenden finden Galaessen statt. Die organisierten Bootsfahrten entlang der steilen TenoKüste gehören mit zu den unvergeßlichen Eindrücken. Man kann außerdem Tennis spielen, kegeln und Wasserski laufen. Der Fischreichtum an dieser Küste ist bei Sportfischern und Anglern bekannt.

Der Linienbus fährt über Orotava und auf der C 820 (Carretera del Norte), die parallel zur Küste den vielen Einschnitten der Barrancos folgt. Unvergeßlich ist die reiche Vegetation der Steilhänge zur Linken und der Blick über den Atlantik zur Rechten. Die Strecke wird zu Recht oft mit der weltbekannten Corniche an der französischen Riviera verglichen. Der erste größere Ort, den wir berühren, ist Los Realejos (24000 Einwohner), genauer gesagt, Realejo Bajo. Denn das weit auseinandergezogene Städtchen besteht eigentlich aus zwei Orten: Realejo Alto, am Berghang der Ladera Tigaiga gelegen, und dem zur Küste abfallenden Realejo Bajo. In Los Realejos unterwarfen sich 149e die letzten Menceyes (Könige) der Guanchen den spanischen Eroberern Unser Bus hält nach 15 Kilometern in dem malerischen Städtchen San Juan de la Rambla, das auf einem jungen Lavastrom errichtet wurde. Ringsum sind die zerklüfteten Hänge mit Bananenstauden bepflanzt. Die Straße fällt nun ab. Immer wieder schaut man weit zu den Bergen hinauf. Wir passieren den mächtigen Barranco Ruiz, kreuzen Lavaströme und werden wieder eingefangen von den Kronen der ausladenden Bäume. Nach weiteren zehn Kilometern erreichen wir lcod de los Vinos (235 Meter, 16000 Einwohner). Das Tal de los Vinos unter dem Teide wetteifert an Fruchtbarkeit und Schönheit mit dem Orotava-Tal. Die Stadt wurde bereits 1501 gegründet. Einer der besten Landweine stammt von hier. An der gepflegten Plaza steht in einer kleinen… unter Fernändez de Lugo und ließen sich taufen. Aus dieser Zeit (1498) stammt auch die Kirche Santiago in Relejo Alto, eine der ältesten Kirchen der Insel, deren Glocken ein Geschenk König Fernandos sind. Aus Realejo Alte stammt außerdem der spanische Historiker Don Jose de Viera y Clavijo (1731-1812), der Verfasser der auch heute noch als Standardwerk geltenden Geschichte der Kanarischen Inseln.

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