Bis Icod (27 Kilometer). In lcod biegt die Straße hinter dem Hostal del Drago nach links ab, unterquert einen Tunnel und steigt dann ständig Ausflüge von Puerto de la Cruz an. Nach kurzer Zeit schaut man auf das Tal von lcod zurück und erreicht nun El Tanque (450 Meter), kurz nachdem der Lavastrom überquert wurde. Man schaut hinunter bis Garachico, das diesem Strom 1705 zum Opfer fiel. In Tanque bekommt man einen der besten Weine der Insel. Wir befinden uns jetzt an der Wasserscheide zwischen Nord- und Westküste. Die Vegetation wird weniger üppig, die Pinien überwiegen, und bei Genoves und San Juan del Reparo blicken wir über eine weite Vulkanlandschaft bis zum Teide hinüber, dem der alte Krater vorgelagert ist. Auf unserer rechten Seite sehen wir die Osthänge des Teno-Gebirges. Nach 15 Kilometern erreicht die serpentinenreiche Hauptstraße über die Weiler Ruigomez, Herjos und Valle Arriba das Dorf Santiago del Teide (975 Meter). Von hier überblickt man den Westrand der Cafiadas, einen guten Teil der Westküste, und man sieht den Umriß der Nachbarinsel La Gomera. Der Bus fährt an einem altertümlichen moscheeartigen Kirchenbau mit Kuppeln und seitlichen Türmen vorbei, in dem eine mittelalterliche Figur des Sankt Georg und eine Christusstatue (15. Jahrhundert) beachtenswert sind. Santiago del Teide ist der Mittelpunkt eines üppigen Weinbaugebietes.
Es folgen Retamar und Tamaima, zwei Dörfer, in denen noch in Heimarbeit die bekannten Calados-Stickereien gearbeitet werden. Wie eine Riesenschlange windet sich die neue, sechs Kilometer lange Nebenstraße, die man deutlich überblickt, von Tamaima aus abwärts. In schneller Fahrt erreicht der Wagen das Schwemmland der Küste und die Playa, die leider durch eine Kalkfabrik mit ihrem grauen Staub überschüttet wird. Eine Straße führt hinunter zur Playa de Santiago. Überall sind Terrassen angelegt. Der Boden wird durch einen Belag von Bimskies vor dem Austrocknen geschützt.Bevor Sie nach Puerto de Santiago kommen, sollten Sie jedoch etwa drei Kilometer hinter Tamaima anhalten und von einer Anhöhe rechts neben der Straße den herrlichen Blick auf Los Gigantes, steil ins Meer abfallende, imposante Felsen, auf Brandung und Meer genießen. In Puerto de Santiago endet die Fahrt. Eine schmale Sandpiste führt aus dem Dörfchen hinunter zum schwarzen Sandstrand. Auf der Anhöhe in der Mitte des Strandes steht lediglich ein kleines Restaurant. Man kann sein Zelt auf dem davorliegenden, sehr verschmutzten Platz aufstellen, der mit Lavabrocken übersät ist. Der Besitzer hat nichts dagegen, wenn man die provisorische Duschanlage und die Toilette des Restaurants benutzt. Gebühren werden nicht erhoben, doch ist der Platz und die nächste Umgebung für einen längeren Aufenthalt nicht sehr einladend. In der ruhigen, felsenreichen Bucht kann man tauchen, mit etwas Glück auch einige Lisas erbeuten. Nördlich von Puerto de Santiago, am Fuße von mächtigen Felsen, Los Gigantes, entstand eine moderne Hotelanlage gleichen Namens. Wegen der Abgelegenheit bietet das Haus seinen Gästen sehr viel Unterhaltung. Jeden Abend wird getanzt, an den Wochenenden finden Galaessen statt. Die organisierten Bootsfahrten entlang der steilen TenoKüste gehören mit zu den unvergeßlichen Eindrücken. Man kann außerdem Tennis spielen, kegeln und Wasserski laufen. Der Fischreichtum an dieser Küste ist bei Sportfischern und Anglern bekannt.