Lebensräume Mittelmeer
Im Meer und an seinen Küsten gibt es verschiedene Lebensräume. Die wichtigsten sind im Mittelmeer die Felsküste, die Flachküste, die Hochsee und der Bodenbereich. Im Bereich der Felsküsten hebt sich die über dem Meeresspiegel gelegene, nur zeitweise überflutete Region von der Unterwasserzone ab. An manchen Stellen sind die Felsen von Bohrmuscheln unterminiert. In dem Grenzbereich zwischen Meer und Land leben Strandschnecken, ansehnliche Krabben wie die Rennkrabbe, ferner Napfschnecken, Seepocken und Strandasseln. In der Unterwasserzone stößt man auf Miesmuscheln und Austern. Schwämme, oft sehr farbenprächtig, haften wie Moospolster an dem felsigen Untergrund. Manche Tiere dort sehen aus wie Pflanzen, beispielsweise die Seeanemonen, die zu den Nesseltieren gezählt werden. Sie haben lange Fangarme (Tentakel), mit denen sie kleine, im Wasser umherschwimmende Tiere wie Garnelen einfangen, um sie dann mit dem Nesselgift aus ihren unzähligen Nesselzellen zu töten. In diesem Bereich leben auch Seeaale und Muränen. Die Tiere der Flach küsten sind auf unterschiedlichste Art an das Leben im Sand angepaßt. Manche verstecken sich im Sand, so daß nur ein geringer Teil ihres Körpers sichtbar ist. Die Sandgarnelen, meist massenhaft vorhanden, übersieht man leicht, weil sie selbst sandfarben sind. Von einigen Muscheln, so von der Samtmuschel und der Venusmuschel, ragt nur die Atemröhre etwas aus dem Sand heraus; unter der Oberfläche des Sandes sind die Tiere jedoch so zahlreich, daß sie dort stellenweise ein regelrechtes Pflaster bilden. Für den wirtschaftenden Menschen ist der Bereich der Hoch see am wichtigsten, weil dort Fischfang betrieben werden kann. Sardinen und Sardellen sind in dieser Meeresregion zu Hause, ferner Makrelen, Thunfische, Mondfische und Tintenfische (Kalmare). Die Schwärme von Sardinen und Sardellen werden von den Fischern mit großen, von den Booten ausgeworfenen Netzwänden umstellt; die Unterkante dieser Netze zieht man allmählich enger, bis die Tiere nach unten hin keinen Ausweg mehr haben. Die Thunfische werden mit Kreisschließnetzen gefangen. In der Hochsee leben auch Haie, die dem Menschen gefährlich werden können. Die meisten Fische sind Fleischfresser, begnügen sich aber mit Kleintieren; der Hai jedoch zählt zu den Raubfischen mit großen Mäulern und spitzen Zähnen zum Zerreißen der Beute. Das Beutefangverhalten wird bei ihnen oft durch auffallende Bewegungen des späteren Opfers ausgelöst. Ein Mensch, der mit raschen Bewegungen im Wasser schwimmt, lenkt deshalb leicht die Aufmerksamkeit eines Hais auf sich. Die Haie sind im Mittelmeer nicht so häufig wie in tropischen Gewässern, doch ziehen immer wieder Reiseländer am Mittelmeer Großhaie längs der Hauptschiffahrtsrouten bis nahe vor die Küste. Ob in der Bodenzone des Meeres ein Reichtum an Lebewesen besteht und was für Tiere dort leben, hängt von der Wassertiefe ab. Sofern noch Licht den Boden erreicht, findet man dort eine Vielzahl von besonders an das Leben in der Bodenzone angepaßter Tiere. Grundhaie, Rochen, Petermännchen, Plattfische, Knurrhähne, Barben u.v.a. sind in dieser Region heimisch; hinzu kommen Wirbellose wie Seewalzen, Manteltiere, Seesterne, Seespinnen und schneckenhaustragende Einsiedlerkrebse, ferner die zu den Kurzschwanz-Panzerkrebsen zählenden Krabben sowie Langusten.