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El Hierro

Jun-1-2008 By admin

El Hierro ist die kleinste Insel des Kanarischen Archipels. Sie ist auch die wildeste und vom Fremdenverkehr am wenigsten berührte. Kurzum: ein wahres Kleinod der europäischen Inselwelt, das einmal als „la isla olvidada" bezeichnet wurde, als die vergessene Insel.
Verkehrsmäßig ist El Hierro einigermaßen erschlossen. Die Straßen sind in der Regel geteert, und wo das nicht der Fall ist, erlauben Schotterpisten ein gutes Vorwärtskommen mit dem Auto. Man verschenkt dabei allerdings ein Vergnügen, von dem Wanderer berichten können. Es gibt herrliche Wälder auf El Hierro, die Luft ist klar. Lediglich in den höheren Gebieten um den Malpaso, oberhalb der steilen Kurve von El Julan bis hin nach La Dehesa im äußersten Westen können tiefliegende Wolken schon mal den Blick versperren. Nicht umsonst tragen die Männer Ponchos vergleichbare Kutten, die bis auf den Boden reichen und sie vor der kalten Feuchtigkeit schützen. Auch die Häuser in der Hauptstadt Valverde haben etwas von dieser Feuchtigkeit gespeichert — für Rheumaleidende nicht immer das Wahre. Wer davon weiß, wird sich nach seiner Ankunft mit dem Schiff bei Puerto
de la Estaca oder auf dem Flughafen schnell Richtung La Restinga begeben, wo das Klima wärmer und milder ist als im Osten und Zentrum der Insel.
Südlicher geht’s nicht 7 Europa — Von Vaiverde nach La Restinga
In der Hauptstadt leben lediglich 5000 Einwohner. Sowohl vom Hefen als auch vom Flughafen aus führen ausgeschilderte Straßen nach Valverde. Schon hier bekommt man einen Eindruck davon, wie kurvenreich es auf dieser Insel zugehen kann.
fahren zu den Ankunftszeiten Schiffe und Flugzeuge Busse in riiP Hauptstadt. Lediglich wer nicht ins Landesinnere vordringen möchte, kann die zwölf Kilometer lange Straße entlang der Ostküste bis zum staatlichen Parador fahren.
Der Weg ins Landesinnere führt durch die einzige Hauptstadt der Kanarischen Inseln, die nicht am Meer liegt, sondern auf einer Ebene von 700 m über dem Meeresspiegel. Es ist auch die einzige Inselhauptstadt, für die es keine amtlichen Stadtpläne gibt.

Sonnene Schiffe wären schon von weitem sichtbar gewesen, hätten sie sich von La Gomera oder La Palma genähert. Aber kein Pirat hatte nach den spanischen Eroberern Interesse daran. Dafür wirkte es zu öde, arm und die Küste zu gefährlich.
Gleich hinter dem Ortseingang steht rechts das Krankenhaus von El Hierro. Gegenüber und etwas abseits der Straße ist das auffälligste Gebäude zu finden, das Wohnhaus des Inselpräsidenten.
Als nächstes erreicht man die CepsaTankstelle. Rechts die Straße führt über die Calle Santiago nach Mocanal, Guarazoca und zum Aussichtspunkt Mirador de la Peria von Jarales. Gleich am Anfang dieser Straße kommt eine weitere Kreuzung, an der rechts das Hostal „San Fleit" liegt. Die Straße gegenüber führt zur Polizei und zu weiteren Amtsgebäuden der Inselverwaltung.
Weiter zur Stadtmitte hin steht links das Posthaus, ein altes Gebäude im Kolonialstil. Etwas weiter haben oberhalb der Parkplätze die günstigeren Autovermieter ihre Filialen eingerichtet.
Andenkenläden und ein Reisebüro findet man dort ebenfalls. Wesentlich jünger ist die Festungskirche Santa Maria de la Concepcion von 1767 im Zentrum von Valverde. Im zwanzigsten Jahrhundert wurden
El Hierro
rundherum Treppen angelegt, die im Einkaufszentrum enden. Die hübsche Madonna in der Kirche wurde im 18. Jahrhundert angefertigt. Auch den Glockenturm ziert eine anmutige Marienfigur. Das Seil führt zu einem Fenster im Wirtschaftsgebäude gegenüber, von dem aus die volle Stunde geläutet wird.
Die Kirche wirkt wuchtig. Und das war beabsichtigt, denn Piraten sollten daraus schließen, daß hier ein starkes und wehrhaftes Volk lebt.
Die ersten Steine des Rathauses an der Plaza gegenüber der Kirche (Calle de Perez Caldos) wurden 1910 gelegt. Bis in die 40er Jahre dauerte es, bis die Mittel ausreichten, das Bauwerk zu vollenden. Es wirkt alles andere als einladend. Die Wände der Aufgänge verdienten frische Farbe. Innen gibt es eine Bibliothek.
Die Stadt wird inzwischen von einem neueren Gebäude gegenüber der lberia-Geschäftsstelle an der Hauptstraße verwaltet.
Valverde hat zwei Museen: das Museo Municipal, El Puente (Tel. 55 00 20), und die private volkskundliche Sammlung von Juan Padron, Calle Previsor Magdaleno 8 (Tel. 55 02 58). Beide Sammlungen enthalten Exponate aus vorspanischer Zeit und die ersten Jahrhunderte nach der Conquista. Geöffnet wird nach Bedarf und auf Anfrage. Eintritt frei.

Nützliche Adressen: Touristeninformationen: Patronato de Turismo im Cabildo Insular gegenüber dem lberia-Büro an der Hauptstraße. Geöffnet täglich außer Sonntag von 8 bis 15 Uhr, Tel. 55 00 78, 55 02 60 und 55 07 09, man spricht auch deutsch.
Trasmediterranea: Tel. 55 01 29. Taxiruf: Tel. 55 07 29. Fernsprechamt: Calle Doctor Quintero 4, Tel. 55 08 78.
Postamt: Calle General Franco. Unterkunft:
Hotel „Boomerang" (—), Calle Doctor Gost 1, Tel. 55 02 00 und 55 02 01. Einzelzimmer 60 DM, Doppelzimmer ab 83 DM. Das Hotel verfügt über 17 Zimmer, davon eine Suite, ein Restaurant und eine Bar. Die Preise sind das ganze Jahr über gleich.
Hostal-Residencia „Casafias" ("), an der Hauptstraße vor dem Ortsausgang Richtung San Andres, Tel. 55 02 54. Zwei Einzelzimmer 25 DM, elf Doppelzimmer 33 DM.
Hostal „San Fleit" (*), Calle Santiago 18, Tel. 55 08 57. Die Familie von Fernando Sachez Padron vermietet 15 gepflegte Zimmer und zwei Apartments ab 33 DM für zwei Personen; mit Bad 40 DM.
Die Hauptdurchgangsstraße von Valverde ist die Straße 912 und führt schließlich bis San Andres. Vor dem Ortsausgang im Süden von Valverde liegt rechts der Hauptstraße an der Kreuzung eine Autowerkstatt. Biegt man hier ab auf die westliche Straße um Valverde herum, dann kommt nach ca. 50 m rechts die zweite Tankstelle.
Die Straße 912 begrenzt das Gebiet von Hoyo del Barrio, eine fruchtbare Senke mit schwer zugänglichen Dörfern westlich von Valverde, die bis nach Mocanal reicht. Zwischen Valverde und dem fünf Kilometer entfernten Dorf Tinor gibt es rechts der Straße einen Feldweg, der in dieses Gebiet führt. Man achte auf die Schilder „Caldera" und „Tefirabe". Gemeint ist der Krater Caldera de Tefirabe. Hier biegt man rechts ab auf einen Feldweg.
Nach wenigen Metern sieht man auf der linken Seite einen beeindruckenden Krater, den schönsten auf El Hierro. Auf dem Grund des Vulkans wächst unter anderem Getreide. Die Bauern lassen die Felder periodisch ruhen, um den Boden zu schonen. In die Wände des Kraters wurden ein paar Höhlen gegraben, in denen die Bauern Feldwerkzeug lagern oder Schutz vor plötzlichen Regenfällen finden.
Die Piste wird stellenweise sehr matschig und ist voller Schlaglöcher. Sechs Kilometer geht es an Weiden, Agaven, einzelnen Pinien und einem Wasserauffangbecken vorbei bis schließlich zum Ortsteil Hoyo del Barrio von Mocanal. Es ist ein weltabgeschiedenes Bauerndorf.
Anschließend fährt man am besten wieder zurück auf die 912 bis nach Titior, ein Dorf vier Kilometer vor San Andres. Kühl und regnerisch ist es hier, und das vor allem im Winter. Um in das Dorf hineinzukommen, muß man in einer scharfen Linkskurve rechts abbiegen und einen schmalen Weg hochfahren. Der Boden besteht im wesentlichen aus Lavaasche. Es wächst Gras auf den Weiden, und ausnahmsweise fressen die Kühe es auch direkt auf den Wiesen. El Hierro ist eine Insel fast ohne Bananenplantagen. Somit wird hier Weidewirtschaft betrieben, statt die Kühe in den Ställen mit abgeernteten Bananenstauden zu füttern.
Die Bauern von Tinor treiben spätabends ihre Kühe in die Ställe und wundern sich über jeden Fremden, der sich nach Tifior verirrt. Ihre kleine Siedlung mit den einfachen Natursteinhäusern liegt unterhalb des Pedraje, dessen bewaldeter Gipfel morgens die Wolken aufzuhalten versucht.
Einen Kilometer vor San Andres erreicht man eine Kreuzung, von der links ab eine Straße zum meistbebauten Teil von El Hierro führt. [sore, zusammengewachsen mit d Siedlungen Los Llanos und La Torre, erstreckt sich über ein Areal, dab um die Hälfte größer ist als das der Hauptstadt und doppelt so groß wie Tigaday bei La Frontera. Und d noch hat es sich seinen dörflich Charakter bewahrt.
Die Plaza de la Union in der Mitte des Ortes wurde 1973 von der Bezirksverwaltung Santa Cruz de Tenerife gestiftet. Damit steht auch die Josefs- Statue mit dem Kind an einer vieibeachteten Stelle. Diese Plaza
man sich auch einer anderen Sache wegen merken. Rechts davon werden in der Panaderia Andres Torres (Tel. 55 08 82) Quesadillas hergestellt. Dieses süße Backwerk bez-;:t;:: im wesentlichen aus einer über backenen Quarkmasse und ist so lecker, daß es in vielen Läden auf der Insel verkauft wird, das Stück für umgerechnet 3 DM.
Isora wurde hoch oberhalb der halbkreisförmigen Bucht von Las Playas errichtet, an der heute das staatliche Hotel steht. Die Lage bedingt durch faszinierende Wetter- und Lichtverhältnisse.

Andererseits liegen nur wenige hundert Meter vom Zentrum von Isora entfernt nicht aufsteigender Nebel, sondern tiefliegende Wolken auf der Straße und den Feldern.
Das Dorf bemüht sich um einen Anschluß an den Fremdenverkehr. Die beiden großen Gaststätten zwischen Imre und San Andres sind ein Anfang. Der andere Anziehungspunkt wird der Aussichtspunkt Mirador de Ins Playas am Montaria Bermeja werden Ab Ortsteil Tajace de Abajo führt eine Aschepiste dorthin. Man fährt an der kleinen Kapelle mit dem Friedhof und dem Fußballfeld vorbei und hält sich anschließend links. Von hier aus schaut man auf die gesamte Küste von Las Playas.
Eine neue Aschepiste, die ab Monlarla Bermeja bis nach Las Casas führt, wurde 1988 gerade ausgebaut, ebenso die Verbindung zur Straße 1912, die von San Andres an Isora vorbeiführt und bei La Restinga endet. Zurück zur Kreuzung, von der die Straße nach Isora abgegangen ist. Von Isora aus gesehen rechts stehen (110 Hallen der Molkerei und Käserei von El Hierro. Hier wird fast die genernte Milch der Bauern verarbeitet. 1 ehrt man halblinks über die Kreurung hinweg, dann erreicht man die
alte Ortschaft Albarrada in den Tälern der Chamuscada-Berge.
Ob es die erste Stadt auf EI Hierro nach der Eroberung war, darüber streiten die Wissenschaftler. Niemand bestreitet dagegen, daß Albarrade zu den ältesten Ruinenstädten der Insel gehört.
Die Legenden berichten, daß bei Albarrada der erste Regenbaum, der Arbol Santo, stand, den die Einheimischen Garoe oder Garse nannten. Ein Sturm hatte dem Wunderbaum 1610 so zugesetzt, daß 1912 nur noch Trümmer vorhanden waren. Der Regenbaum funktionierte genau wie heute noch jene Exemplare am Cruz de los Reyes:
Wenn morgens Wolken durch das Tal bei Albarrada zogen, „melkte" der Wunderbaum sie. Das Wasser tropfte in so großen Mengen an den Ästen herunter, daß ein Verteilungssystem jedem der Ureinwohner etwas davon zusichern konnte. Der Baum war wie eine Quelle auf der ansonsten wasserarmen Insel. Auf über 100 Hektoliter wurde die Wassermenge geschätzt, die der Arbol Santo jährlich herabregnete.
Die Straßenzüge der Stadt Albarrada sind heute kaum noch zu erkennen. Die Reste der Häuser, denen Stürme immer wieder zugesetzt haben, bis die Bewohner endgültig flohen, werden wieder von einer Lehm-
schicht bedeckt, auf der Pflanzen gedeihen.
Zurück zur Straße 912 und weiter bis nach San Andres, genauer:
San Andres de las Rosas. Um 9.15 Uhr morgens wirkt es noch verschlafen. Es ist kalt und feucht, nichts was zu so früher Stunde verlockt, draußen herumzutollen und zu arbeiten. Einen Lebensmittelladen gibt es an der Hauptstraße im Haus Nummer 9. Zwei Häuser zuvor in dem Restaurant wird um diese Zeit erst die Kaffeemaschine angestellt. Auffällig auf EI Hierro ist die Geruhsamkeit: Auf den anderen Inseln wäre um diese Zeit zumindest in den Cafes reger Betrieb, denn die Kanarier nehmen ihr kleines Frühstück zwischen 8 und 9 Uhr morgens ein.
Aber nicht nur das fällt auf. Das Dorf lebt hauptsächlich von Schafen und Ziegen, und bei Isora wird die Milch der Bauern in der größten Molkerei und Käserei der Insel verarbeitet. Und dennoch hebt der Mann hinter der Theke des Lebensmittelgeschäftes auf die Frage nach Milch und Käse verneinend die Schultern.
Tatsächlich werden die meisten Produkte von den Feldern und Wiesen des Weidelandes am Lomo de la Villa weiterverkauft, sofern sie nicht den eigenen Bedarf abdecken. Milchprodukte brauchen in San Andres also von den Einheimischen nicht gekauft
werden, sie produzieren sie in den benötigten Mengen selbst.
Hinter San Andres führt links eine Straße über ca. 30 km bis hinunter nach La Restinga. Der erste Teil der Strecke bis kurz vor Las Casas ist ziemlich gerade, anschließend fälft die Straße in engen Kurven steil ab bis hinunter an den südlichsten Zipfel des politischen Europas.
Las Casas gehört zu einem Inselteil, der EI Pinar genannt wird, weil in der südlichen Region von EI Hierro das Kiefernwaldgebiet beginnt. Es reicht von der Hauptstraße bei Las Casas und Taibique bis zur kahlen Ebene von La Dehesa im Westen.
Las Casas hat angeblich nur 300 Einwohner. In die gemütliche Dorfkneipe „La Curva" kommen selten Fremde. Die reisen in der Regel gleich weiter bis La Restinga, oder sie sind auf der Rückfahrt nach Valverde, ern., die vergessene Insel hinter sich zU lassen. Vor dem Ortsausgang weist. ein Holzschild („Artesania")
Werkstatt eines Kunsthandwerla. Im Sortiment: Arbeiten aus
Holz und Ton. Von hier aus sind nur wenige hundert Meter zum Aussichtspunkt Mirador de Tajanara. Die
Basis wurde aus Natursteinen errichtet, in denen Abdrücke von Meerestieren erkennbar sind.

Auf diesen Steinsockel wurde, gestützt von Baumstämmen, eine hölzerne Plattform errichtet.
Taibique ist der Nachbarort südlich von Las Cases. An der Durchgangsstraße nach La Restinga gibt es zwei Lokale: „La Chachi" und „ Mentidores" (Nähe Tankstelle und Ecke Carretera General/Calle las Oaradejas) und das „Luis". Letzteres versteht sich mehr als Pub, also als Kneipe Im englischen Stil.
Westlich von Taibique beginnt El Rio, das in die Ebene vor El Julan übergeht. Das unfruchtbare Gebiet dienlo den Ureinwohnern als Versteck. Hier konnten sie in Höhlen, die die orkaltende Lavamasse entstehen ließ, untertauchen. Kaum jemand hätte in dieser unwirtlichen Gegend voller Sand und Felsbrocken Menschen vermutet. Einige Deutsche leben hier, die zum Beispiel eine Bäckerei eröffnet haben, eine Keramikwerkstatt besitzen oder auch Schmuck selbst herstellen und verkaufen, was beispielsweise Brigitte Hoyer macht. Man kann sie in ihrer Wohnung besuchen, wenn man sich für den Schmuck interessiert, Tel. 55 81 43. Natürlich kann sie auch mit ein paar Tips in Notsituationen weiterhelfen. Unterhalb des Tembaragena (775 m) führt zwischen Kilometer 9 und 10 eine Aschepiste rechts in dieses Gebiet.

„Respete este Parque Nacional" heißt es auf einem Schild, das El Rio und El Julan als Naturpark ausweist. Es ist nicht nur eine geologisch interessante Region, sondern auch eine, die für die Geschichte der Guanchen bedeutend ist. Haufenweise Muschelreste lassen darauf schließen, wie dicht bevölkert dieser Inselsüden gewesen sein muß, an dem es wesentlich wärmer ist als auf der Ostseite.
Rechts der Piste hinter dem Schild „Finca EI Layar" befindet sich eine der Höhlen, in denen Menschen gelebt haben mögen. Sie liegt etwas mehr als fünf Meter unterhalb der Fahrbahn. Das seltene Zeugnis guanchischer Kultur drohte zu einer Müllhalde zu verkommen. Daher hat man folgendes eingeführt: man muß eine Genehmigung mitbringen, die man sich im Info-Büro in Valverde besorgen kann. Der Wächter am Tor zu der prähistorischen Stätte kontrolliert die Bescheinigung. Man mag darüber lächeln, aber die Stätte sieht seitdem sauberer aus.
Zurück zur Hauptstraße und noch fünf Kilometer bis La Restinga. Die spärliche Bodenkrume wird von niedrigen Mauern aus Natursteinen vor dem Wind geschützt. Schon bald verwandelt sich die Landschaft in eine trockene Steppe voller Geröll und
Stricklava. Nichts scheint hier mehr wachsen zu wollen, doch genau das täuscht. Der Dachwurz mit seinen kräftigen, rosettenartigen Blättern, Wolfsmilchgewächse, die ihre Kandelaberarme und Äste trotzig in den Himmel strecken, haben Wurzeln gefaßt. Die geteerte Straße windet sich zwischen niedrigen Hügeln hinunter zur Küste und endet in La Restinga. Der Ort besteht im wesentlichen aus einstöckigen Häusern. Gesellschaftlicher Mittelpunkt ist der geschützte Hafen mit seinen Fischerbooten und der schlichten Avenida Maritima. An der Promenade stehen die Tische und Stühle der einfachen Lokale. An ihrem Ende führt ein Feldweg zur felsigen Küste, an der es jedoch einzelne Buchten gibt. Schwimmer und Schnorchler sind gut beraten, Plastiksandalen oder einfache Turnschuhe im Wasser zu tragen, denn unter Wasser und an Land besteht Verletzungsgefahr wegen der Lavabrocken.
Unterkunft:
Pension „Casa Matias", Calle El Paral, Tel. 55 81 89. Zimmer ab 25 DM am Tag. Eloisa und Matias Padron leiten das Haus. Sehr nette Atmosphäre. Auch gibt es Apartments für 33 DM zu mieten.
Pension „Kai Marino" (**), Tel. 55 00 33, Zimmer ab 40 DM.
Weitere preisgünstige Gästehäuser gibt es an der Avenida Maritima, z.B. das Apartmenthaus „Bahia" (Tel. 55 81 07 oder das „Los Saltos" (Tel. 64 56 23) in der Nebenstraße Calle El Horno. Sie bieten Apartments zwischen 15 und 40 DM an. Das erste Haus am Platz ist das „Pedrucho" (Tel. 55 91 13), das Apartment kostet 50 DM.
Und ewig grünt der Sabinal — Von EI Pinar nach La Dehesa
Im Zentrum von El Hierro wachseel Kiefern, nach denen die Region um Las Casas und Taibique zwischen San Andres und La Restinga be4 nannt wird. Zumindest in den oberen Regionen ist das der Fall, und vor
lem dort, wo der scharfe Wind vom Atlantik die Pflanzen wegen der Berge nicht direkt angreift. Weiter west-
lich bei La Dehesa wachsen nur ricreglikeim knorrige Bäume, die der Wind sei-=-2` passend zurechtgebogen hat. Ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Pflanzen mit einer harten Umwelt zurechtkommen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, in dieses Gebiet zu gelangen. Eine davon führt über San Andres und Cruz de los Reyes, das wäre die nördliche Route.

Casas nach Westen über den Freizeitpark Hoya del Morcillo. Damit ist einer der schönsten und schlichtesten Freizeitparks auf den Kanarischen Inseln bezeichnet. Nördlich von Las Casas führt ein Waldweg nach Westen. Die Piste trifft auf eine Kreuzung, an der Holzschilder Hinweise geben, wohin die Abzweigungen führen: Rechts geht es über Fayal auf die Straße nach San Andres, Valverde und Frontera.
Links führt der „Camino Forestal El Julan", der Waldweg von El Julan, über 16 km nach La Dehesa. Will man nach El Julan, muß man sich im Info-Büro in Valverde eine Genehmigung besorgen! Die Aussicht über den Süden der Insel, der wie eine riesige Steilkurve zur Küste abfällt, ist überwältigend. Im Norden dieses Weges ragt der 1252 m hohe Mercadel auf, südlich liegt der Empalizada (1017 m).
Die Piste kann eigentlich nur Geländewagen empfohlen werden. Nicht umsonst schreiben die Autovermieter in Valverde in ihre Vertragsbedingungen, daß die Autos auf den geteerten Straßen zu bleiben haben. Immer wieder wird die zügige Fahrt unterbrochen, weil der Regen breite Rinnen längs oder quer in die glitschige Fahrbahn gespült hat.
Der Weg durch den Wald ist daher etwas für Fußgänger und Wanderer,
die an einem Tag von Las Casas bis La Dehesa wandern und in Sabinosa und Pozo de la Salud nachts ein Zimmer bekommen könnten, was allerdings telefonisch vorbestellt werden sollte!
Gleich hinter der Kreuzung mit den Schildern geht es nun endlich links ab nach Hoya del Morcillo. Auf einer Lichtung zwischen prächtigen Kiefern hat die Inselverwaltung Anfang der 1970er Jahre diesen Freizeitpark errichtet. Materialien fanden sich zur Genüge in der Umgebung; Spielplatz und Grillstellen sind aus Stein und Holz. Die originelle Landkarte aus Baumstämmen zeigt den Umriß von El Hierro, die wichtigsten Straßen und markantesten Punkte der Insel. Einen Fußballplatz und rustikale Schaukeln gibt es auch, ebenso Toilettenanlagen.
Westlich von Hoya del Morcillo, wenn man den Waldweg weiter verfolgt, beginnt ein Gebiet, in dem archäologischen Untersuchungen zufolge Ureinwohner der Insel gelebt haben müssen. Einer der Namen, die immer wieder in den Reiseführern auftauchen und auch in den meisten Karten berücksichtigt werden, ist Los Letreros. Die Steinmalereien befinden sich mehr zur Küste hin in der Region von El Julan. Denkt man sich zwischen Faro de Orchilla bis La Restinga eine Linie, dann liegt Los Le-
treros ungefähr auf der Mitte dieser Strecke. Man achte auf den serpentinenhaften Abstieg westlich des Freizeitparks Hoya del Morcillo und links vom Camino Forestal El Julan. Der Weg beginnt dort, wo sich die Farbe des Waldes und des Bodens schlagartig verändert. Die Aschepiste führt an Vulkanschloten vorbei; die Nadeln der Bäume sind schwefelgelb und unterscheiden sich damit kaum noch vom Boden.
Der Abstieg führt auf einem steinigen Pfad steil hinunter zum Punta de Tejeda und zu den Felsinschriften. Es ist bisher noch niemandem gelungen, sie zu entziffern.
Nach etwa fünf weiteren Kilometern, teilweise über regelrechte „Wellblech-Pisten" mit anstrengenden Querrillen, führt rechts ein Weg zum Cruz de Los Humiladeros. Geradeaus geht es weiter zum Inselheiligtum Nuestra Sehora de los Reyes. Dort etwa beginnt La Dehesa, ein nahezu unbewohntes Gebiet, in dem Kühe weiden, wie an der Nordsee, nur ein paar hundert Meter höher über dem Meeresspiegel.
Der Wald besteht hauptsächlich aus Nadelgehölzen, vor allem Kiefern. Zwischendurch wurden Flächen kultiviert und Mandelbäume angepflanzt. Der Wald ist sehr ruhig, und das Gras zwischen den Bäumen hat
etwas von dem Rasen in einer schmucken Parklandschaft.
An der Kapelle endet jedoch auch diese Idylle. Der Wind weht scharf und setzt der dünnen Humusschicht über dem steinigen Untergrund arg zu, nimmt ihr ein Großteil der lebenswichtigen Feuchtigkeit.
Die Eremita Nuestra Setiora de los Reyes leuchtet schneeweiß hoch über dem Meer am Eingang des Barranco El Estacadero. Die Kapelle wird hauptsächlich zur Zeit der Stiftungsfeste besucht, also am 1. Sonntag im Juli und im Frühling.
Die Virgen de los Reyes (Jungfrau der Könige), wie die Statue in der Kapelle auch genannt wird, bekam ihren Namen nach einem Ereignis am Tag der Heiligen Drei Könige 1546. Ein schweres Unwetter trieb ein Segelschiff an die Küste von Orchilla. Um überhaupt mit dem Leben davon zu kommen, hatte die Mannschaft zuvor Ballast über Bord geworfen: Nahrungsmittel und Trinkwasser. Sie rettete sich damit nur vorübergehend, denn nun drohten sie auf dem weiten Weg nach Kuba zu verhungern.
Die Hirten von El Hierro halfen den Seeleuten. Zum Dank erhielten sie eine Marienstatue, die sie zunächst in der Höhle von Caracol verehrten. Später errichteten sie nicht weit davon entfernt für die Statue und für

sich eine Kapelle, die Ermita Nuestra Seriora de los Reyes. Die erste Messe wurde am 25. April 1577 gelesen, und seitdem wird an diesem Tag jedes Jahr das Fest der Hirten gefeiert. Ringkämpfe, Folklore, Tanz, gutes Essen und Wein gehören dazu. Der Weg führt weiter um die Mauer der Kapelle herum zwischen zwei Hügeln hindurch und endet vorläufig an einem Gatter. Das Schild besagt, man dürfe passieren, solle jedoch die Pforte wieder schließen. Die Kühe weiden unbeaufsichtigt, ebenso die Schafe. Links vom Gatter erhebt sich ein Hügel, unter dessen Gipfel Höhlen eingegraben sind. Nicht sonderlich tief, aber immerhin ausreichend für einen Unterstand und die Tiere.
Eine ähnliche Anlage findet man auf Gran Canaria bei Cuatro Puertos, nur daß diese hier vermutlich keine besonders aufregende Kultstätte gewesen sein dürfte. Im Gegenteil, diese Vertiefungen können auch erst nach Ankunft der Spanier entstanden sein. Hält man sich von nun an rechts, dann erreicht man am Ende der Piste den Aussichtspunkt Mirador de Basco. Niedrige Büsche und Mauern sollen den Wind abhalten, die Bodenkrume abzutragen.
Dazwischen grasen Kühe, trotten gelassen über die Fahrbahn. Sie haben Vorfahrt.
Der Aussichtspunkt bietet eines der schönsten Panoramen über Sabinosa hinweg auf die Küste von El Golfo, an dessen nördlichem Ende der Felsen von Salmor aus dem Wasser ragt. 15 km mißt die Luftlinie zwischen den Enden des halbkreisförmigen El Golfo.
Ältere Deckenbasalte und Gänge, von fließender Lava gestaltet, prägen die bis zu 1000 m hohen Steilwände der sichelförmigen Nordwestküste von El Hierro. El Golfo könnte die Innenseite eines erloschenen und zur Hälfte versunkenen Vulkans sein. Während La Dehesa bestenfalls als Weideland genutzt wird, erstreckt sich unterhalb des Miradores das fruchtbarste Gebiet der Insel. Die Hauptorte von West nach Ost sind Sabinosa, Los Llanillos und weiter landeinwärts Frontera.
Vom Mirador de Basco geht es wieder zurück zur nächsten Abzweigung, an der es nun rechts zu den berühmten windschiefen Bäumen von El Sabinal geht.
Seltsam ausgetrocknet wirken sie, nackt und ohne Rinde. Diese Pflanzen werden den Sadebäumen zugeordnet, die nicht ganz Zedern und nicht ganz Wacholder sind. Ihr Alter kann man nur schätzen. Die Herrehos sind stolz auf ihren Sabinal, wie die Teneriferos auf ihren Drachenbaum und die Gomerer auf ihren Lor-
beerwald. Und viele glauben, die Bäume von El Sabinal seien gleichzeitig mit der Insel entstanden. Das spärliche Grün zeugt von dem Überlebenskampf gegen Wind und Wetter, den die Bäume bisher für sich entschieden haben.
Dabei neigen sie die Krone bis fast auf den Boden, damit die Äste zumindest hinter dem Stamm der Pflanze etwas Windschatten haben. Die Bäume von El Sabinal sind so einzigartig wie der wundersame Regenbaum der Insel, der als Motiv für das Inselwappen den Zuschlag bekam. Von der Hochebene gibt es zwei Möglichkeiten weiterzukommen. Beide führen zurück zur Nuestra Setiora de los Reyes. Von dort kann man entweder noch ein Stück zurück nach Osten fahren und dann links über Cruz de los Humiladeros weiter zu den Regenbäumen. Oder man hält sich südlich und setzt seine Reise ab Faro de Orchilla rund um die Westküste fort.
Von Faro de Orchilla bis Frontera
Faro de Orchilla ist der südwestlichste Leuchtturm Spaniens und damit auch Europas. Es gibt zwei Möglichkeiten, ihn zu erreichen: erstens aus
östlicher Richtung über die Waldwege oberhalb der Küste von El Julan. Von der Kreuzung, von der eine Straße weiter zum Mirador de Basco und El Sabinal führt, geht links parallel zum Barranco El Escadero eine Piste zum Leuchtturm ab. Der zweite Weg führt ab Sabinosa um den gesamten Westen der Insel herum und vereinigt sich dann drei Kilometer vor dem Leuchtturm mit dem ersten Weg.
Die höchsten Erhebungen, die man ab hier erkennen kann, sind zunächst der Montaria Tenaca (zwischen 558 und 624 m) und jenseits des Barranco die Berge von Tembaragena (600 m) und Quemada (400 m). Unendlich scheint sich die Straße hinunter zur Küste zu winden. Der westliche Zipfel der Insel wirkt flach. Und dann zeigt sich der Leuchtturm nach jeder Kurve und jedem Berg ein bißchen mehr. Endlich wieder Anzeichen von Leben, auch wenn man nichts sieht als einen umzäunten Leuchtturm mit Wirtschaftsgebäuden und dem kläffenden Hund.
Faro de Orchilla war der Punkt, an dem sich die Welt in Ost und West teilte, bis das System von Mercator umgestellt und Greenwich Grad Null wurde. Schwarzes und gelbes vulkanisches Gestein wiegt an Europas südlichster Ecke vor; nur wenige Büsche und Blümchen sorgen um den Faro de Orchilla für ein paar Farbtupfer.

Läßt man den Leuchtturm rechts liegen und fährt geradeaus, dann kommt man zum Strand von Playa de los Colorados. Ein paar verlassene und brüchige Steinhäuser zwischen dem scharfkantigen zerschmetterten Lavagestein säumen den Weg bis zu dem Betonsteg. Der Atlantik brandet unaufhörlich an die Küste, hinterläßt scharfe Grate in den Gesteinen von hier um die Insel herum an der Punta del Barbudo vorbei bis weit über Punta del Verodal im Nordwesten hinaus.
Vom Faro de Orchilla geht es nun wieder nördlich und unterhalb der Ebene von La Dehesa entlang der Bucht der Könige weiter.
Etwa auf der Höhe von Punta Arenas Blancas beginnt EI Golfo. Trotz der Fruchtbarkeit, die diese Region der Insel im Vergleich zu anderen Teilen kennzeichnet, gibt es hier auch triste Landstriche. Deutliche Spuren vulkanischer Tätigkeit prägen die zerrissene Küste bis zum Club Punta Grande, ja bis hinaus nach Las Salinas. Lavastücke und Felsbrocken im Meer zeugen von den Gewalten, die El Hierro und diese Mondlandschaften entstehen ließen. Erst an der Ostküste bei Puerto de la Estaca läßt dieser Eindruck ein wenig nach; die Landschaft wird anmutiger, es gibt sogar flache Abschnitte.

Auf dieser Strecke, die an dem rötlichen Strand Playa de Verodal und an Playa Arenas Blancas vorbeiführt und schließlich bei Pozo de la Salud und Sabinosa enden wird, sehen die erkalteten Lavaströme immer wieder aus, als wollten sie im nächsten Moment ihren bedrohlichen Weg ins Meer fortsetzen. Viel Sand gibt es hier nicht, dagegen orangefarbene oder grüne Flechten.
Und dann endlich wieder menschliches Leben: Pozo del la Salud. Mit dem Gesundbrunnen versucht El Hierro den Anschluß an die „Kurlaubs"-Szene zu bekommen. Ein neues Bade- und Kurhaus wurde Ende der 1980er Jahre gerade gebaut. Kurgäste und Urlauber, die hier ein paar Tage entspannen sollen, werden erwartet, allerdings fehlt noch der Käufer!
Das verfallene alte Kurhaus ist noch zu sehen, ebenso die Siedlung drumherum. Das Restaurant „Casa Rosa" erfüllt nicht die höchsten ästhetischen Ansprüche, aber der Gast ist noch ein solcher und wird zuvorkommend bedient. Unterkunft: „Casa Rosa", Pozo Sabinosa, Tel. 55 90 22. Zimmer ab 33 DM. Auch kleine Apartments werden vermietet, allerdings nichts Tolles! Preis: zwischen 30 und 40 DM.
Von Pozo de la Salud hält man sich wieder südlich und fährt eine vier Kilometer lange Serpentinenstraße hinauf nach Sabinosa. Einzelne Häuser kündigen die kleine Stadt an; die Bauern schneiden Gräser für ihre Ziegen und Schafe und tragen es in Säcken zu den Stallungen, andere erleichtern sich die Arbeit mit Karren. Dann verdichtet sich die Siedlung bis hin zur Kirche. Die Häuser entlang der Calle General Serrador sind klein und quaderförmig. Links der Hauptdurchgangsstraße die Plaza Jos6 R. Vallabriga, die den Namen eines herrefiischen Ingenieurs trägt. Die Post, ein Geschäft und ein öffentliches Telefon gibt es auch in diesem Ort, im weiteren Verlauf der Straße an der Plaza de Sabinosa sogar ein Restaurant.
Nach sieben Kilometern erreicht man Los Llanillos, den westlichsten Ausläufer des dichtbesiedelten Gebietes um Frontera herum. Gleich hinter dem Ortseingang führt links eine 1,5 km lange Schotterpiste hinunter zum Charco Azul. Die Mauern des Naturschwimmbeckens werden von erkalteten Lavaströmen gebildet.
Der Weg führt zwischen den Feldern der Bauern hindurch und ist bis zu einem kleinen Parkplatz gut ausgebaut, auch wenn die Autos heftig durchgeschüttelt werden. Ein stufiger
Trampelpfad führt hinunter zum Wasser. Badeschuhe sind wegen der scharfkantigen Steine um den blauen See herum unbedingt zu empfehlen.
Einen Kilometer hinter Los Llanillos führt über fünf enge Kehren ein Waldweg nach Süden, wieder eher etwas für Wanderer als für Autofahrer. Die fahren besser geradeaus durch Tigaday und vor der Tankstelle links ab sechs Kilometer zur Küste. Rechts erhebt sich der steile Risco de Tibataje und erreicht nordöstlich von Frontera Höhen über 1300 m.
El Matorral Suelto heißt die Region, dicht bestreut mit Felsbrocken und - splittern, die von Vulkanen hierhin befördert wurden. Trotzdem wachsen entlang der Straße parallel zur Küste bis fast nach Punta de Zamora Bananen. Es gibt auch Wein, vereinzelt sogar Ananas und Papayas. Die Golf- Region vor Frontera ist das fruchtbarste Gebiet von EI Hierro. Die meisten Plantagen gehören einer landwirtschaftlichen Kooperative.
Folgt man dem Schild „EI Matorral", dann kommt man an eine Straße, die parallel zum Meer führt. In den Geröllfeldern von Los Mocanes rechts dieser Straße hatten die Ureinwohner Unterschlupf in kaum sichtbaren Höhlengängen gefunden. Sie befinden sich noch vor dem Schild, das zum Zentrum der Siedlung von Las Casitas weist.

Weiter im Nordosten und noch hinter der Landmarke Punta de Zamora wurde vor wenigen Jahren der „Mini-Parador" Club Punta Grande gebaut. Dort endet die Straße entlang des El Golfo. Man muß wieder zurück nach Frontera und den Umweg um die Ausläufer des Risco Tibataje herum nach San Andres nehmen, um in den Norden von El Hierro zu gelangen.
Der Club Punta Grande wurde in Form eines Schiffes in den Ruinen eines verlassenen Fischergebäudes von 1935 eingerichtet. Eine Bar, ein Restaurant gehobener Klasse gehören dazu, ebenso zusätzliche Apartmenthäuser direkt am Meer.
Auch innen erinnert das Hotel an die Leidenschaft der Betreiber, nämlich die Seefahrt. Leuchten, Kompasse, Taue von alten Schiffen gehören zur Dekoration des Clubs, und statt der üblichen Fenster gibt es Bullaugen. Seit 1978 wurde an diesem Hotel gearbeitet, seit Mitte 1987 werden Zimmer vermietet.
Gebadet werden kann in den beiden Naturschwimmbecken am Hotel nur im Sommer. Im Winter ist es zu stürmisch, und dann ist auch kaum einer der Fischer aus den Nachbardörfern bereit, von der Anlegestelle mit dem Boot hinüber zum Roque Sal-
mor zu fahren. Bis zu 110 m hoch ragt er aus dem Wasser und soll noch immer einigen Rieseneidechsen ein Zuhause bieten. Die Adresse des Club Punta Grande: Frontera, El Hierro, Tel. 55 90 81. Preis: 60 bis 90 DM für völlig schlichte und einfache Zimmer. Am Berg gibt es zwei Apartment- Häuser:
„Noemy" und Margarita" (Tel. 55 92 14), beide ab ca. 25 DM. Der nächste große Ort dieser Region
ist Frontera. Wer vom Club Punta Grande wieder ins Zentrum der Insel möchte, ohne um die Westspitze herumzufahren, muß durch Frontera hindurch.
Frontera ist mit seinen Nachbargemeinden Tigaday, Las Toscas und Los Llanillos das am gleichmäßigsten besiedelte Gebiet auf EI Hierro und kommerzielles Zentrum der Golf- Region.
Das öffentliche Leben spielt sich hauptsächlich entlang der Hauptstraße ab. Gegenüber der Caja Canarias gibt es zwei Lokale; die Cafeteria „Cruz Alta" und das Bar-Restaurante „Guancha". Der Wirt des „Guancha" vermietet für 20 DM pro Person auch einfache und gepflegte Zimmer ohne Dusche und WC. Das Haus Nummer 19 ist das Hotel „Frontera". Die genaue Adresse: Carretera Principal de Tigaday, Valle del Golfo, Frontera; Tel. 55 92 46 und 55 92 91. Apart-
ments mit Küche und Bad werden hier für 60 DM (zwei Personen) vermietet. Weitere Unterkunft: Apartments „La Brujita", Las Toscas, Tel. 55 93 27, 16 Einheiten, mit Tennisplatz. Dieser Bau liegt am Berg: man muß eine steile Straße hochfahren. Eine Deutsche managed das Haus, ca. 70 DM.
Die Pfarrkirche liegt außerhalb des Ortes rechts der Straße, die wieder in das hochgelegene Waldgebiet von El Hierro führt.
Den Kirchturm ließ der Gemeindegeistliche auf einem niedrigen Vulkan errichten, damit das Läuten der Glocken über den ganzen El Golfo zu hören ist. Gebetet wird im breiteren Schiff, das direkt an der Hauptstraße liegt. Die Kirche wurde um 1615 gebaut und beherbergt Skulpturen, deren älteste aus der Zeit der Eroberung stammen.
Hochland und Norden: zwischen Cruz de los Reyes und Valverde
Zwischen Frontera und Cruz de los Reyes liegen höchstens drei Kilometer Luftlinie. Die Straße dazwischen ist dagegen fast sechsmal so lang. Sie windet sich die Ausläufer des Risco de Tibataje hinauf an wolkenfeuchten Wäldern vorbei, an Gegen-
den, in denen kein Mensch zu wohnen scheint. Nach etwa sechs Kilometern führt rechts ein Waldweg wieder hinunter nach Los Llanillos und Frontera, ausgeschildert als Pista al Derrabado. In diesem Waldstück gibt es Lichtungen, auf denen Bauern Gras für ihre Tiere sammeln. In alten, klapprigen Kleinlastern schaukeln sie diesen steinigen und lehmigen Weg entlang.
Nach dem Kilometerstein 27 dann erneut ein Wanderweg zur Rechten, der Camino Forestal San Salvador. Zwischen Kilometer 25 und 24 findet man dann eine breitere Straße, die rechts nach El Julan, La Dehesa, Binto, zur Ermita de los Reyes und zum Mirador de Basco führt.
Rechts und links dieser Strecke grenzen Steinmauern die Felder und Weiden ab; vereinzelt weiden Kühe und Esel darauf. Zurück auf die Hauptstrecke und nach vier Kilometern links auf die Pista Mercader. Sie teilt sich nach einem weiteren Kilometer. Rechts erreicht man nach wenigen hundert Metern den Mercadel (1252 m). Die Straße links verjüngt sich zunehmend.
Das Cruz de los Reyes befindet sich rechts neben der Straße. Das einfache Holzkreuz, etwa fünf Meter hoch, wurde 1961 auf einem steinernen Podest errichtet. Es erinnert an die Geschichte der Nuestra Serlora de los

Reyes, der vor La Dehesa eine Kapelle gestiftet wurde.
In dem Waldstück gegenüber dem Kreuz stehen die berühmten Regenbäume der Quellen von Los Reyes, deren bedeutendster Vertreter, der Arbol Santo von Albarrada, Wahrzeichen von El Hierro geworden ist. Der Regenbaum wurde in der europäischen Geschichte als Wunder oder Humbug eingestuft. Tatsächlich funktionieren diese Bäume ganz natürlich. Auch diese Exemplare streifen das Wasser aus den tief über sie hinwegziehenden Wolken ab. Es tropft von den Nadeln oder fließt den Stamm hinunter. Am Boden, der inzwischen mit Beton ausgegossen wurde, sammelt es sich und wird verschiedenen Wassertanks zugeführt. Die Inselverwaltung hat rund um den Regenbaum einen kleinen Park geschaffen. Treppen führen hinunter zu einem Kessel, in dessen Wände verschiedene Kräne angebracht sind, die über Leitungen von den Tanks gespeist werden.
Die Straße am Cruz de los Reyes vorbei führt schließlich zum höchsten Berg von El Hierro, dem Malpaso. Auf dem 1500 m hohen Gipfel wurde eine rötliche Metallskulptur errichtet, die einen stilisierten Vogel darstellt. Von dieser Stelle läßt sich die gesamte Insel überblicken. Im Norden ist La Palma zu erkennen, östlich liegen La
Gomera und Teneriffa, die Hauptinsel der Provinz mit dem auffälligen Pico del Teide; Gran Canarias Süden verschwimmt in der Regel auch bei schönstem Wetter mit den Konturen Teneriffas.
Der Weg führt weiter nach La Dehesa und zur Ermita Nuestra Sefiora de los Reyes. Zuvor jedoch, ca. sechs Kilometer westlich des Holzkreuzes, geht rechts ein schmaler, von tiefen Regenrinnen zerfurchter Feldweg ab. Autofahrer sollten ihr Fahrzeug rechtzeitig stehenlassen und zu Fuß weitergehen. Nach eineinhalb Kilometern steht links auf einem niedrigen Steinsockel das Cruz de los Humilladeros.
Zurück zur Hauptpiste und weiter nach Westen, dann nimmt der Weg einen kurvenreichen Verlauf und endet schließlich auf dem Camino Forestal El Julan. Links geht es nach Hoya de Morcillo und Las Casas, rechts zur Ermita, nach La Dehesa und zu den Bäumen von El Sabinal. Wer jedoch weiter in den Norden der Insel will, der fährt am besten wieder zurück zur geteerten Hauptstraße und dann weiter Richtung San Andres. Die Straße teilt sich nach fünf Kilometern am Fuße des Timbarombo. Rechts geht es durch San Andres nach Valverde und kurz vor San Andres links nach Jarales und Mocanal. Man kann jedoch auch sofort am
Timbarombo links abbiegen und über eine gleichfalls gut ausgebaute Straße dicht am lzique (1232 m) vorbei auf die Strecke nach Jarales gelangen. Einen halben Kilometer hinter der Kreuzung kommt eine Rechtskurve. Links davon wurde der Aussichtspunkt Mirador de Jinama eingerichtet. Von der Plattform kann man über die Golf-Ebene blicken. Die Natursteingebäude an diesem Aussichtspunkt sind Schafstallungen. Daneben steht das Marienhäuschen Ermita de la Caridad. Eine Stunde dauert die Wanderung durch das Quellgebiet von Fuente Mequerio bis Frontera.
Weiter führt die Straße an saftig grünen Wiesen vorbei, daß man sich schon fast in Irland glaubt. Jarales ist das erste Dorf vor Guarazoca und Erese. Hoch oben auf dem Plateau des Risco de Tibataje gestaltete Cesar Manrique, dessen Werke dem Reisenden auf Lanzarote immer wieder begegnen, den Aussichtspunkt Mirador de la Perla.
Benannt wurde dieser Platz nach einer Kapelle der Maria des Felsvorsprunges. Typisch für Arbeiten Manriques sind die verwendeten Materialien: Natursteine, Glas, Kakteen und Blumen in eingefaßten Beeten. Der Aussichtspunkt schließt ein Restaurantgebäude ein, von dem aus ebenfalls der gesamte El Golfo von Roque
Salmor bis Sabinosa überschaut werden kann.
Drei Kilometer hinter Erese erreicht man Mocanal, ein Reihendorf mit einfachen Kastenhäusern längs der Straße. Man fährt an der Ermita de San Pedro und dem Cruz de Calvario vorbei durch den Ort hindurch und dann über eine breite Aschepiste nach Pozo de las Calcosas an der Küste von Las Salinas. Zahlreiche vorgelagerte Felsen im Meer sind typisch für diesen Teil der Insel. Auffällig auch wieder die Steinmauern um die Felder und Wiesen. Zwischendurch wachsen Kakteen und niedrige Büsche. Wo Felder bestellt werden, sieht man hohe Steinhaufen, denn der Boden ist übersät mit Felsbrocken, die das Bestellen der Felder erst möglich machen, nachdem sie weggeräumt wurden. An der nächsten größeren Weggabelung geht es rechts zum unauffälligen Dorf Echedo. Links endet die Straße bei Pozo de las Calcosas.
Oberhalb des Ruinendorfes am Restaurant „Calcosas" kann geparkt werden. Von dort führt ein Eselspfad mit flachen Stufen hinunter zum Atlantik. Vereinzelt wurden Stallungen aus Stein und mit Strohdächern in die oberen Felsnischen gebaut. Die Häuser unten sind größer und werden im Sommer zum Teil auch noch bewohnt. Der Grundriß von Pozo del

nanza, durch den hindurch das staatliche Hotel fotografiert werden kann. Etwa sechs Meter ragt er wie ein steinerner Ring aus dem Meer heraus. Hier beginnt der längste Strand der Insel: Las Playas. Steinige Badebuchten lösen sich mit sandigen Uferzonen ab.
Der halbmondförmige Küstenabschnitt bietet auch Anglern Platz für ihr Hobby. Die Brandung ist nicht sehr stark und das Wasser nur so tief, daß man darin stehen kann. Kurz vor dem Parador Nacional gibt es eine der wenigen Disco-Pubs dieser Insel. Diese Mischung aus Diskothek und Bierkneipe, in der auch gegessen
werden kann, heißt „Bohemia". Von hier aus sind es nur 20 Fußminuten zum Parador Nacional de El Hierro. Das Drei-Sterne-Hotel bietet seinen Besuchern ein Meerwasserschwimmbecken, das auch von Nichtbewohnern benutzt werden kann, sofern sie Gäste des Restaurants sind. Eine große Terrasse und die rustikale Inneneinrichtung gehören zu diesem schönsten und größten Hotel der Insel. Die Preise liegen dementsprechend bei 130 DM für das Doppelzimmer; Vergünstigungen gibt es für Gruppen. Die Telefonnummer des Hotels: 55 80 36 und 55 80 86.

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