Fuerteventura
Die Straßen auf Fuerteventura sind in der Regel gut bis sehr gut ausgebaut; lediglich wer von den Hauptstraßen abweicht, muß auf Schotter- und Sandpisten fahren. Direkt an der Küste ist das allerdings verboten, ebenso in den Dünen von Corralejo und Jandia. Von Corralejo bis zum lstmo de la Pared, der Landenge zwischen der Haupt- und der südlichen Halbinsel, gibt es eine westliche und eine östliche Strecke. Beide sind ohne Mühen befahrbar, sind also befestigt. Sie verbinden die größten Dörfer, die wichtigsten Häfen und Täler auf Maxorata. So heißt der Hauptteil der Insel nach einem alten Guanchenreich. Jandia selbst kann nur über die südliche Küstenstraße vom Isthmus bis Faro de Punta Jandia einigermaßen gut befahren werden. Wer in den Norden der Halbinsel möchte, muß sich auf savannen- und wüstenhaftes Gelände einstellen, auf schmale und staubige Wege zwischen höheren Bergen hindurch. Empfehlenswert ist ein geschlossener Wagen, so spannend die Fahrt in einem offenen Jeep auch sein mag. Es gibt wenig Schatten auf Jandia, selbst die vulkanischen Erhebungen werden bis fast in die letzten Winkel von der gleißenden Sonne bearbeitet. Da wird die Fahrt zu einem Abenteuer und wird als solche auch von Jeep- Karawanen als Tagesausflug angeboten. Wer auf den ausgefahrenen Wegen bleibt, kann sich auch auf Jandia nicht verfahren. Ansonsten gilt es, sich markante Punkte zu merken, wie den Leuchtturm an der Südwestspitze, und diese dann anzupeilen. Der einzige Reichtum, auf den Fuerteventura zurückgreifen kann, sind traumhaft lange Strände und Naturschutzgebiete.
Die Warnungen und Empfehlungen der Tourismus Behörden von Fuerteventura erreichen nicht alle Urlauber. Deshalb gebe ich sie im folgenden gerne an alle verantwortungsbewußten Reisenden weiter. Leider verlocken nämlich die Dünen immer wieder Autofahrer dazu, durch die Sandberge zu preschen. Das Patronato de Turisme Fuerteventura in Puerto del Rosario schreibt dazu: „Radspuren sind eine der hauptsächlichen Ursachen der Bodenerosion. Fahren Sie mit Ihrem Auto bitte nicht in die Dünen oder auf die Strände! Das Zurücklassen von Abfällen in der Landschaft stellt nicht nur ein Attentat auf die Ästhetik dar, sondern in vielen Fällen auch eine deutliche Gefahr für die Umwelt. Lassen Sie bitte niemals Abfälle liegen! Gegenstände aus der Natur dürfen ohne Genehmigung oder entsprechende Information weder ein- noch ausgeführt werden. Wasser ist sehr rar auf Fuerteventura. Vergeuden Sie es nicht! Wir danken Ihnen für Ihre Mithilfe.” Die Savannenlandschaft: Von Corralejo bis La Pared Die nördlichste Stadt mit einem der schönsten Ortskerne auf Fuerteventura ist Corralejo. Im Hafen machen kleine Fähren fest, die von Playa Blanca (Lanzarote) herüberkommen. Gegenüber der Einfahrt ragt die Insel Lobos (Lobos) aus dem Wasser. Einige wagemutige Surfer versuchen, die Insel auf ihren Brettern zu erreichen. Bei schlechten Strömungs- und Windverhältnissen muß das Segel über eine Stunde gehalten werden. Da lassen sich andere lieber morgens ab dem Strand bei „Willy’s Cafö” mit einem Fischerboot hinüberbringen und versuchen sich erst dann an der Brandung. Corralejo ist auch heute noch eine Fischerstadt mit Tavernen, Fischrestaurants, Bars am Ende der Hauptstraße und ca. 1670 Einwohnern. Vor allem am Rande des Ortes sind in den letzten Jahren Ferienanlagen mit Bungalows und Hotelkomplexe entstanden.
Die Dünen am zwölf Kilometer langen Strand südöstlich von Corralejo stehen unter Naturschutz. Doch auch die Nordküste ist für Wassersportler geeignet: Lediglich erfahrenen Surfern und Wellenreitern sind die felsigen Abschnitte der Punta de la Titiota zu empfehlen. Mehrere Meter hoch branden die Wellen an die Küste, die im Jargon der Sportler Surfers Point genannt wird. Deutsche nennen ihn Schießplatz, weil sich in dieser Region versteckte Gänge befinden, die früher als Schützengräben verwendet worden sein könnten. Heute grunzen in den Gängen höchstens ein paar Mastschweine. Kleinbusse und PKWs, vollgepackt mit Surfbrettern, Segeln und Masten parken am Surfers Point bei jedem Wetter. Einige begeisterte Surfer verzichten auf Unterkunft und Dusche und mieten sich stattdessen einen Kleinwagen, um ihr sperriges Gepäck von Strand zu Strand bringen zu können. Am anderen Ende der Stadt bietet sich die Küste für Strandwanderungen parallel zur Dünenstraße an. Ein Tip an „Köpf”-Fans für eine Rast ist die Strandbar „Oasis del Mar”. Das Lokal wirkt wie eine Getränkebude in der Wüste. Frische Salate und Tapas für den Hunger zwischendurch werden angeboten. Nebenan tuckert ein Generator, der den Strom für den Kühlschrank liefert.
Essen und Trinken:
„Corralejo” im Hotel Corralejo. Empfehlenswert ist vor allem die Paella mit Meeresfrüchten. Pizzeria und Cafö „Willy’s”, an der Mole und am kleinen Strand im alten Kern von Corralejo. Auffälliger Wandschmuck: Hunderte von Unterschriften früherer Gäste. „Restaurante Chalo y Manuela”, Calle Isaac Peral. Spezialisiert auf schweizerische Kost. „El Marinero”; gegrillter Fisch oder Käsebrot.
Unterkünfte:
Hotel „Corralejo” (*), Playa de Corralejo, Tel. 86 62 28. DZ ab 45 DM. Apartmenthaus „Hoplaco” (zwei Schlüssel), Playa de Corralejo, Tel. 86 60 40. 81 Apartments ab 40 DM. Apartmenthaus „Acuario” (ein Schlüssel), Carretera General Corralejo, Tel. 86 60 85. 44 Apartments ab 80 DM.
Pension „Manhattan”, Tel. 86 66 43, Calle Gravina 19, Zimmer ca. 20 DM, sauber, neues Haus im Zentrum.
Lobos
Lobos zwischen Lanzarote und Fuerteventura ist sechs Quadratkilometer groß. Die Meerenge El Rio trennt die Insel von dem großen Nachbarn im Süden. Auf Lobos gibt es auch heute noch keine Infrastruktur, nicht einmal Quellen. Der Eroberer Gadifer de la Salle wäre hier beinahe verdurstet, als ihm sein Vertreter im Fort Rubicon auf Lanzarote ein Boot verwehrte, das ihn abholen sollte. De la Salle jagte Seehunde auf Lobos. Die Kapläne Bontier und Le Verier überredeten schließlich einen spanischen Fregattenkapitän, nach Lobos überzusetzen und den Eroberer zu retten. Lobos ist Privatbesitz, nur sporadisch bewohnt und soll einmal im Jahr als Manövergebiet von den Legionären Fuerteventuras benutzt werden. Es hat klippenreiche Ufer, eine Pflanzenwelt von immerhin 141 Arten und als höchste Erhebung einen 122 m hohen Vulkanhügel. Seehunde gibt es keine mehr. Seit einigen Jahren wird diskutiert, zumindest das Meer rund um die Insel zum Naturschutzgebiet unter Wasser zu erklären. Es ist ein Paradies für Taucher.
Direkt im Zentrum von Corralejo beginnt die Straße GC 600, die über La Oliva und La Matilla bis in die Hauptstadt Puerto del Rosario reicht. Sieben Kilometer stadtauswärts geht rechts ein Weg ab, der durch die trockene Landschaft südlich der Berge von Colorado nach Lajares führt. Die Häuser dieses Dorfes sind weit verstreut; auf der linken Seite fährt man an den Restaurants „Los Pinchitos”, Majanicho” und der „Artesania Canaria” (Kunsthandwerk) vorbei auf die Bar „Eureka” zu. Ein Surfbrett hängt neben dem Eingang an der Wand. Wellenreiter und Windsurfer zählen zu den Stammkunden. An der Kreuzung fährt man weiter geradeaus auf die Küste zu. Die Landschaft um Roque ist flach und trocken. Ziegen finden hier gerade noch ausreichend zu fressen. Eine kleine Kapelle gehört zum 50 bis 100 Personen zählenden Dorf. Bis EI Cotillo an der Küste sind es nur noch 1,5 km. Schon von weitem ist südlich und etwas außerhalb des Dorfes der Wehrturm des alten Forts Castillo de Rico Roque oberhalb des Sandstrandes Playa del Castillo zu sehen. Ein anderer Name für die Burg: Castillo de Toston. Sie wurde 1472 von Claudio de Lisle gebaut und sollte die Insel vor eindringenden Berbern und Piraten schützen. Im ruhigen Hafenbecken in der Mitte des Dorfes können auch weniger geübte Schwimmer gefahrlos baden. Die Brandung südlich des Ortes ist dagegen ziemlich stark. Die schroffe Felsküste nördlich von El Cotillo ist gar eine gefährliche Herausforderung für die Surfer.
Essen und Trinken: Verschiedene kleine Restaurants, eher noch namenlose Familienbetriebe, die sich auf den beginnenden Tourismus einstellen. Zum Beispiel: „Los Delfinos” neben dem Lebensmittelgeschäft rechts von der Hauptstraße, wenn man EI Cotillo verläßt, dann „Los Lagos”, Bar „Playa” und „Casa Mama Maria”. Wer von Mama Maria auf eine recht kräftige Dame schließt, die hier die Fäden in der Hand hält, liegt genau richtig. Mama Maria kocht, was den Surfer kräftig macht. Falls jemand Schwierigkeiten mit Unterkünften hat: Mama Maria hilft weiter. Sie ist einer der guten Geister dieses Ortes.
Unterkunft:
Apartmenthaus „La Gaviota”, 35650 El Cotillo, Fuerteventura, Islas Canarias, Kontaktadresse in der Bundesrepublik: J. Pahlke-Landgraf, Tel. 02 21/86 42 42 oder 0 81 42/27 87. Drei Apartments ab 55 DM.
Apartmenthaus „Juan Benitez”, erreichbar über: Victoriano Benitez de Leon, Avenida Alferences Provisionales 7, Playa del Ingles, Gran Canaria, Tel. 928 — 76 04 52. Drei schöne, mit Küche und jedem Schnickschnack eingerichete Apartments. Drei weitere wurden 1988 gebaut. 75 DM pro Apartment, in dem jeweils drei Personen wohnen können. Apartmenthaus „El Pacifico”, über Preise mit Mama Maria in der Casa Mama Maria sprechen. Zwischen 30 und 50 DM für zwei Personen. Zurück in Lajares biegt man an der Kreuzung mit der Bar „Eureka” rechts ab. Links die gut erhaltene, dreistöckige Windmühle des Dorfes. Auf dem Geröll beiderseits der Straße wachsen grünliche Flechten. Einzelne Palmen sind zu sehen und kleine Felder, auf denen OpuntienKakteen wachsen. Das kernreiche Innere der roten, stacheligen Früchte ist eßbar.
Nach acht Kilometern beginnt das Dorf La Oliva. Die weißgetünchte Kirche heißt wie die Schutzheilige der Kanarischen Inseln auf Teneriffa Virgen de la Candelaria. Das breite, dreischiffige Gebäude wirkt durch den quadratischen Turm aus dunklem Lavagestein wie eine Festung. Doch nicht nur die Kirche erinnert an die militärische Bedeutung von La Oliva. Links der Straße GC 600 sieht man das Casa de los Coroneles aus dem 18. Jahrhundert, eines der bedeutendsten historischen Gebäude Fuerteventuras. Es war bis Mitte des 19. Jahrhunderts Sitz der Militärverwaltung. Das Steinportal hat sechs Balkone und zwei Türme. Das Gebäude soll 365 Türen und Fenster haben. Nicht weit entfernt davon steht das Casa de la Capellania, auch Casa del Capellan. In dem einfachen Haus mit einem Steindach wohnt der Pfarrer von La Oliva. Der Türstock erinnert an mittelamerikanische Holzschnitzereien. La Oliva lebt von der Landwirtschaft. Um den Ort herum fressen nicht nur Ziegen die Steppen ab; es wird auch Getreideanbau betrieben. Auf dem weiteren Weg in den Süden sieht man rechts vor dem Kilometerstein eines der Wasserreservoirs, die in den Boden gebaut werden. In den Zisternen wird das Oberwasser gesammelt. Außerdem wird mit Hilfe der Windräder, die in dieser Menge typisch für Fuerteventura sind, Grundwasser in die Speicher gepumpt.
Essen und Trinken:
„Los Chacones”, Fisch- und Muschelgerichte. Öffnungszeiten 11 bis 22 Uhr.
„Guillermo”; vor allem Fisch. Öffnungszeiten von 11.30 bis 21 Uhr. Beide Lokale liegen im Zentrum von La Oliva.
Der nächste Ort heißt Tindaya und liegt rechts der Straße GC 600 unterhalb des Vulkankegels Montatia Tindaya (401 m). Kurz nach dem Ortseingang sieht man rechts die Bar „Meson El Encuentro”, zu deutsch: die Begegnung. Etwas weiter in den Ort hinein folgen die Bar „Gonzola” und die Bäckerei (Panaderia) „Indaya”. Es leben etwa 300 Menschen in den verstreuten Häusern von Tindaya. Rechts die Stichstraße endet an der felsigen Küste bei Punta Paso Chico. Es gibt keinen Strand, aber Anzeichen dafür, daß hier einmal der Bau einer Siedlung begonnen und dann wieder aufgegeben wurde.ln der wüsten Landschaft wachsen nur dornige Sträucher. Die Straße GC 600 südlich von Tindaya führt in einer großen Biegung um den Moda (689 m) herum ostwärts über La Matilla und Tetir nach Puerto del Rosario. Vom Scheitel dieser Kurve sieht man rechts weit ab von der Straße das Denkmal des Dichters und Philosophen Unamuno (1864-1936).
Unamuno wurde 1924 vom spanischen König und Diktator Primo de Rivera nach Fuerteventura verbannt. Auch jetzt noch hat der Standort des Denkmals etwas Tragisches: Von seinem Sockel unterhalb des Berges Pico Aceitunal (auch Montatla Sagrada) blickt der Dichter mit leeren Augen über die Insel, von der er einmal sagte, sie sei eine „Oase in der Wüste der Zivilisation”. Über seine Verbannung verfaßte Unamuno das Buch „De Fuerteventura a Paris”. Außerdem schrieb er „Frieden im Krieg”, „San Manuel der Gute” und „Nebel”. Unterhalb des Denkmals findet man im Feld einige Höhlen, in denen Menschen gelebt haben könnten. Der Boden ist ausgetreten, es gibt Kratzspuren, die nicht von Tieren stammen. Und seit neuestem auch die scheinbar unvermeidlichen Cola-Dosen. Vor La Matilla fährt man rechts von der GC 600 ab weiter bis Tefia. Die Kirche Ermita de San Agustin fällt neben den zahlreichen Windrädern auf. Die Felder müssen mit dem Wasser tief unter der Erdoberfläche bewässert werden. Die alten Windmühlen, wie die von Lajares, wurden durch moderne Masten ersetzt, an deren Spitze sich Propeller schon bei geringeren Windgeschwindigkeiten drehen und Strom für elektrische Mühlen oder Wasserpumpen liefern. Aus manchmal weit über 100 m Tiefe pumpen sie das Wasser nach oben, wo es in Zisternen gesammelt und auf die Gemüse- und Getreidefelder weiterverteilt wird.
Essen und Trinken: Es gibt nur ein nennenswertes Restaurant in Tefia, das „Los Mariscos”. Es ist eine spanische gutbürgerliche Kneipe, in der sich morgens die Herren zu einem Kaffee und einem Imbiß treffen und in der der Chef des Hauses noch selbst kocht. Der Speiseplan wechselt ständig. Am südlichen Ausgang von Tefia biegt man rechts auf die Straße zur Küste bei Casas Los Molinos. Das Tal heißt Barranco de los Molinos (Tal der Mühlen), obwohl hier keine Mühlen mehr zu sehen sind. Am Ende des Tales, durch den ein kleiner Bach fließt: ein einsamer, 50 m langer Strand. Zurück zur Straße bei Tefia und vier Kilometer nach Süden. An der nächsten Kreuzung dann zunächst rechts bis Llanos de la Concepcion. Dieses fällt vor allem wegen des Clubs Agua Verdes auf, der sich links der Straße von Llanos zur Küste befindet. Der Weg dorthin ist ausgeschildert. Der Club ist einer von jenen, die auf den Kanarischen Inseln abseits von den größeren Feriensiedlungen gebaut wurden, um einen ungestörten Urlaub zu ermöglichen. Die Clubs sind meistens so ausgestattet, daß sie sämtlichen Komfort für den Aufenthalt bieten, inklusive Freizeitgestaltung und Animation. Ein Nachteil: Clubleben verpflichtet. Kontakte außerhalb des Clubs, die sich auch auf die Urlaubsgestaltung der anderen Bewohner auswirken, werden als störend empfunden, auch wenn das offiziell abgestritten wird.
Vom Club Agua Verdes sind es noch ca. 1000 m über einen staubigen Feldweg bis zum Wasser. Die Straße führt durch unwirtliche Schluchten und endet an der Steilküste. Die Gegend ist nahezu menschenleer, gäbe es hier keinen Club. Der Rest eines gestrandeten Schiffes liegt an der Küste. Die Bäche durch die Barrancos, wie die Schluchten hier heißen, führen alle Jahre wieder Wasser. Die meiste Zeit über sind es ausgetrocknete Wadis.
Ein Abstecher führt von Llanos de la Concepcion nach Osten durch ein palmenreiches Tal auf die Straße GC 610 und nach Casillas del Angel. Rund um das Dorf erheben sich Hügel vulkanischen Ursprungs: im Norden der 625 m hohe Chuchillos mit den Quellen Fuente de la Brefia, im Westen der 425 m hohe Tao, in dem es ebenfalls Quellen gibt, die Fuente Cochino de Tao; im Süden, mehr nach La Ampuyenta zu, sieht man den mächtigen Morro de las Tinajes (540 m); im Osten schließlich, an der Siedlung Tesjuates, fordern die Gipfel des Montaria de Tesjuate (444 m) die Aufmerksamkeit. Ein Spaziergang in dieser Gegend bietet sich nahezu an — oder einer in Casillas del Angel.
Links hinter dem Ortseingang sieht man die Fernfahrerkneipe „Sala de Baile Santiago”, bekannt für Gerichte mit Ziegen- und Schaffleisch. Im Zentrum von Casillas del Angel ist vor allem die Kirche Santa Ana sehenswert. Sie wurde 1781 gebaut und hat einen Glockenturm aus schwarzen Lavasteinen. Der südliche Nachbarort von Casillas del Angel heißt La Ampuyenta. Das für Fuerteventuras Verhältnisse schon als fruchtbar und grün zu bezeichnende Tal wird nach Norden vom Morro de las Tinajas (542 m) begrenzt. In der Kirche San Pedro Alcantara geben Gemälde Phasen aus dem Leben des Heiligen Petrus wieder. Der hintere Giebel wurde erst 1897 gebaut. Bis Antigua sind es nun noch etwa acht Kilometer. Noch vor dem Ortseingang sieht man rechts das „El Molino de Antigua”, eine alte Mühle, die in ein Restaurant umgebaut worden ist. Antigua ist einer der größten Orte auf Fuerteventura. Die zweischiffige Kirche im Zentrum heißt Cruz de los Caidos.
An der Kreuzung in der Mitte von Antigua weisen Schilder den weiteren Weg nach Betancuria. Über eine kurvenreiche Straße fährt man auf die alte Hauptstadt Fuerteventuras zu. Rechts der Straße erninnert ein Gedenkstein an den Ruhm dieses
Dorfes in einem versteckten, grünen Tal. Betancuria wurde um 1402 von Jean de Bethancourt als Santa Maria de Betancuria gegründet. Und so heißt heute noch die älteste Kirche der Insel mit ihrer einmaligen Kassettendecke in der Sakristei im Zentrum. 1424 bekam die Kirche den päpstlichen Segen, Betancuria wurde Bischofssitz. 1539 brannten Piraten das Gotteshaus nieder; 1620 wurde es wieder aufgebaut.
In der Kirche stellen kostbare Gemälde flämischer Maler unter anderem das Fegefeuer dar. Die Skulptur der Heiligen Catalina aus der Zeit der Eroberung wird als das älteste Kunstwerk der ganzen Insel bezeichnet und könnte von einem der 200 Bauern und Handwerker aus der Normandie stammen, die Jean de Bethancourt 1405 anheuerte.
Das Gebäude mit den beiden Kanonen vor dem Eingang in der Calle Roberto Roldan ist ein heimatkundliches Museum. Besichtigt werden kann es auf Anfrage.
Essen und Trinken:
„Vicente”, Calle Roberto Roldan. „Bar-Restaurante „Valtarajal”, Calle Roberto Roldan. Südlich von Betancuria fährt man durch die Schlucht Barranco de las Pepitas von Vega de Rio Palma. In der Kirche Peria steht die namengebende Alabasterstatue der Virgen de la Perla (15. Jahrhundert). Unterhalb der Straße wachsen in einem Flußbett Hunderte von Palmen. Der Rio Palma führt nicht immer Wasser. Von der Hauptstraße fährt man ab und durch den Ort nach Westen bis zum Stausee Presa de las Pepitas. Selbst in trockenen Jahren läßt er an den Uferzonen eine geheimnisvolle Sumpflandschaft entstehen. Vom Stausee geht es wieder zurück zur Hauptstraße, die sich nun den über 600 m hohen Berg Fenduca hochwindet. Von der Landmarke Degollada los Granadillos kann man den gesamten Barranco de las Pepitas einsehen. Die Höhlen zwischen Kilometer 26 und 27 werden heute nur noch als Lagerhallen oder Unterstände genutzt.
Pajara, das nächste Dorf, sei ein Stück Arabien, so wird gesagt. Tatsächlich erinnert das Portal der Kirche Nuestra Seffora de Regla aus dem 17. Jahrhundert weniger an Nordafrika als an Schnitzereien mittelamerikanischer Azteken. 4500 Menschen leben in diesem Dorf mit der auffälligen Kirche mit zwei Schiffen, die 1645 und 1687 gebaut wurden. Die Decke besteht aus kunstvoll geschnitztem Holz; Bibelmotive zieren die Altarseite. Pajara ist eine der wenigen Orte mit Schwimmbad auf Fuerteventura.
Essen und Trinken:
Bar „Plaza”, Plaza Nuestra Sehora de Regla.
Bar-Restaurante „Los Deportes”, Plaza Nuestra Sehora de Regla. Bar-Restaurante „Los Eucalyptos”, Plaza Nuestra Sehora de Regla. Bar „Amanay”, gegenüber der Plaza de la Constitucion. Bar ,Tio Pepe”, gegenüber der Plaza de la Constitucion. Entlang der Tomatenfelder westlich von Pajara fährt man über den Weiler Mezquez zur Küste mit dem kleinen Hafen Puerto de la Perla (Ajuy). Von hier aus drangen 1402 Gadifer de la Salle und seine Männer ins Landesinnere vor und starteten ihre Eroberung. Angelockt wurden sie von den weißen Klippen der kieselsteinigen Küste, an der es Höhlen und reizvolle Einbuchtungen gibt. Südlich der Linie Pajara — Puerto de la Perla beginnt die militärische Sperrzone von Fuerteventura. Sie reicht bis kurz vor La Pared, der Hauptstadt auf dem Istmus zwischen Jandia und Maxorata, dem nördlichen Teil Fuerteventuras. Auf einer Plakatwand in La Pared steht in großen Lettern: „Ruhige Lage und trotzdem nicht weit ab vom Schuß”. Was angesichts der militärischen Sperrzone mehr als zutrifft. An der Küste von La Pared beginnt ein langer, goldgelber Strand, den man jedoch besser zu Fuß besucht. Der Weg bis zur Playa de Viejo Rey führt über Dünensand, in dem sich Fahrzeuge leicht festfahren können.
Jandia ist mehr als nur Sandstrand
Der Istmo de la Pared, über den eine sechs Kilometer lange Straße von La Pared zur GC 640 führt, ist die engste Stelle zwischen dem nördlichen Inselteil Maxorata und der Halbinsel Jandia. In dieser Gegend wurden Mumien von Guanchen gefunden. Hier sieht man Sanddünen, die charakteristisch für Jandia sind. Von La Pared kommend fährt man bis Matas Blancas. An der Kreuzung geht es links nach Tarajalejo, rechts die Südküste von Jandia entlang. Der höchste Punkt der Halbinsel ist der Gipfel des Jandia (807 m). Vieles deutet darauf hin, daß Jandia der Rest eines selbständigen Schildvulkans ist. Andere Wissenschaftler vermuten jedoch, daß Jandia lediglich ein Ausläufer des östlichen Berglandes von Maxorata sei. Die Hauptorte auf Jandia: Jandia Playa und Morro Jable (Morro del Jable). Jandia Playa liegt östlich der Playa de Sotavento, zu denen auch der Strand Playa del Matorral de Jandia gehört. Die Strände ziehen sich 30 km die gesamte Südküste Jandias hinauf und reichen von kurzen Unterbrechungen abgesehen bis nach Tarajalejo. Meistens ist es feiner Sand und ein breiter Küstenstreifen, der dieses Badeparadies ausmacht. Das Wasser ist das ganze Jahr über angenehm ruhig, die Sonne intensiv und die Brise gerade noch so, daß auch die Windsurfer auf ihre Kosten kommen.
Hotels, Kaufhäuser und Andenken-Geschäfte gibt es hier ausreichend, ebenso Restaurants, Bars, Diskotheken und Geldwechsel-Stuben. Und dennoch gibt es Unterschiede zu den Urlaubszentren auf Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa. Noch. Jandia Playa ist im Aufbau. Alles beginnt sich vorzubereiten auf die Gäste, die da kommen sollen. Supermärkte werden gerade in dem neuen Einkaufszentrum eingerichtet; die deutsch-skandinavische Klinik kann ihre Patienten noch bequem betreuen, an den Bankschaltern gibt es kaum Gedränge, und die Autovermieter versuchen verzweifelt, von dem erwarteten Boom ein Stückchen abzubekommen. Etwas abseits nach Norden zu beginnt Jandia Playa mit dem Komplex Casa Atlantica. Hotels und Geschäfte, Kioske und Restaurants reihen sich hier aneinander. Internationale Zeitungen sind täglich zu bekommen, und im „Deutschen Cafö und Frühstückslokal” serviert Freddy, der Wirt, deutsches Frühstück.
1987 strandete an der Playa de Matorral de Jandia das Segelschiff „Rose of Sharon”. Der zweimastige Schoner wurde 1936 in Deutschland gebaut und segelte seinen letzten Turn unter englischer Flagge nach Israel. Das Schiff ist 37 m lang und hat eine Segelfläche von 400 qm. Im Hafen von Morro Jable legte die „Rose of Sharon” mehrere Tage zuvor an; die Besatzung wollte vor der weiteren Reise noch einen Badeurlaub dazwischenschieben. Es kamen soviele Schaulustige, daß die Verwaltung den normalen Hafenbetrieb nicht mehr garantieren konnte, und die Crew bat, wieder auszulaufen. Über der Wasserlinie waren die Holzplanken des Segelschiffes inzwischen jedoch so ausgetrocknet, daß Wasser eindringen konnte.
Riesige Wellen überschwemmten vor Jandia Playa das Schiff und überforderten die Lenzpumpen. Die „Rose of Sharon” strandete. Bisher ließ es der Besitzer nicht bergen. Der Schoner ist bis auf weiteres die Hauptattraktion für die Reisenden in Jandia Playa.
Morro Jable war bis 1970 ein verträumtes Fischerdorf. Dann verwandelte es sich in das größte Urlaubszentrum der Insel. Der alte Hafen ist als Jachthafen gleichbedeutend mit Puerto del Rosario, Corralejo und Castillo de Fustes. An diesem Hafen, an dem man auf dem Wege nach Punta de Jandia vorbeikommt, gibt es neben den Anlegestellen für Schnell-, Fischerboote und Jachten auch einsame Ecken an einem langen Sandstrand.
Essen und Trinken:
„Taberna Flamenca”, Calle Senador Velazquez Cabrera, nette Atmosphäre; Menüs ab 10 DM: Bar „El Paso”, Calle del Carmen. Cafö „Marie”, am Taxistand, Frühstück ab 9 DM. Touristeninformation: Unterkunft: Pension „Omahy” (**), Maxorata 6, Tel. 87 62 54. Sechs Doppelzimmer ab 28 DM. Pension „Maria” (”), Maxorata 22, Tel. 54 13 57. Acht Doppelzimmer ab 20 DM. Tip: Bei Jürgen und Rüdiger hinter dem „Shopping Center Jondia” kann man Räder, u.a. Mountain Bikes für ca. 15 DM am Tag ausleihen. Am Hafen von Morro Jable führt eine Sandpiste zur Südwestspitze von Jandia. Der Weg führt an Feldern vorbei, die mit Plastikplanen vor der Sonne geschützt werden. Links sieht man die Siedlung Las Yesares, rechts dorthin. Dann ließ die Inselregierung die Linie nach Gran Tarajal einstellen. Puerto del Rosario sollte seine Vormachtstellung als Hauptstadt und erster Hafen Fuerteventuras behalten. Der Sand zwischen der Hafenpromenade und dem Meer ist eine geologische Besonderheit: Es ist in Jahrtausenden zerriebenes Basaltgestein. Etwa 300 m ist der Strand lang und über 50 m breit. Noch werden hier allerdings die Abwässer der Stadt eingeleitet. Eine Kläranlage, die täglich 500 Kubikmeter verbrauchtes Wasser für die Gemeindegärten wiederaufbereitet, soll diesen Schönheitsfehler abstellen. Inzwischen gibt es einen Segelclub.
Essen und Trinken:
Bar „Los Marineros”, Calle Matias Lopez.
Bar-Restaurante „Martin”, an der Kirche.
Nordöstlich von Gran Tarajal kommt man in das dichtbebaute Dorf Las Playitas, benannt nach den beiden Stränden Playa de Pajarito und Playa de los Probes. Vor allem Urlauber aus Skandinavien zieht es hierhin. Die Menschen von Las Playitas leben jedoch nicht in erster Linie vom Fremdenverkehr, sondern vom Fischfang, vom Tomaten- und Getreideanbau. Im Supermarkt direkt am Ortseingang nach Apartments fragen! Die Inhaberin vermietet welche für ca. 40 DM. Elf Kilometer nördlich von Gran Tarajal erreicht man Tuineje. Hier gibt es Verarbeitungs- und Verpackungsanlagen für Tomaten. Als Fuerteventura im 15. und 16. Jahrhundert von Piraten überfallen wurde, flüchteten die Küstenbewohner ins Landesinnere und gründeten Tuineje. Doch auch diese Stadt blieb nicht von Überfällen und Plünderungen verschont. Tiscamanita ist der Nachbarort im Zentrum von Fuerteventura. Gegründet wurde er im 16. Jahrhundert. Die Kirche wurde 1699 gebaut; das Holz der Tür, so heißt es, wurde ebenfalls in jenem Jahr geschlagen. Etwas nördlich liegt zwischen den Feldern die Siedlung Agua de Bueyes. Hier wachsen Feigenkakteen, Palmen, Mais und verschiedene Gemüsesorten. Im Vergleich zu den anderen Orten auf Fuerteventura wirken Tiscamanita und Agua de Bueyes trotz der rotbraunen Erde erfrischend grün, was für den Fleiß der Bauern spricht.
Hinter Valle de Ortega und kurz vor Antigua geht rechts von der Straße GC 610 eine Straße ab, die geradeaus über 17 km nach Casas de Pozo Negro führt. Die Siedlung besteht aus den Lokalen „Los Caracoles” und „Los Pescadores”, die sich auf Fisch spezialisierten. Vier Kilometer nördlich von Casas de las Salinas fährt man rechts ab nach Castillo de Fustes. Das Feriendorf hat noch einen alten Kern: die gleichnamige Festung. Es wird auch Castillo Caleta Fuste oder kurz El Castillo genannt. Im Mittelpunkt des Dorfes und von weither sichtbar steht ein mächtiger Wehrturm aus dem 18. Jahrhundert. Der Dorfplatz ist ein Treffpunkt der Generationen. Auf Fuerteventura gilt dieser Hafen als der beliebteste unter Jachtbesitzern. Das schönste Restaurant ist das „Puerto Castillo”, das Restaurant im Leuchtturm. Von 18.30 bis 23 Uhr kann hier gegessen werden. Die Cocktailbar „El Camarote” und der „Music Pub S.O.S.” im Untergeschoß sind ab 21 Uhr geöffnet.
Nördlich von Castillo de Fustes schließt sich die Küste von El Matorml an. Der gleichnamige Ort besteht aus mehreren Lokalen: „Los Platos”, „Gran Chaparral” (gegenüber der Bushaltestelle) und „Los Angeles” zwischen der Siedlung Nuevo Horrizonte und EI Matorral. Das „Los Angeles” liegt in der Nachbarschaft des umzäunten Lagers der Legionäre. Die Legionäre werden mit gemischten Gefühlen auf der Insel geduldet, zumal sie wenig getan haben, diese Gefühle aus der Welt zu räumen. Berichte über Zwischenfälle kursieren, in denen die Legionäre nicht nur für wohltätige Zwecke gesammelt hätten, sondern sogar in Morde verwickelt gewesen seien. Und ein Mord reicht aus, die gesamte Truppe als Killer erscheinen zu lassen. Die Tage der Legionäre sind längst gezählt. Sie werden ihren Rucksack schnüren, die Kampfmesser wegpacken und die Insel verlassen müssen. Demnächst. Wann genau, ist noch nicht sicher. Aber viele warten darauf.
El Matorral reicht bis an das südliche Ende des internationalen Flughafens Aeropuerto Nacional de Puerto del Rosario, in Pilotensprache angenehm kürzer „FUE”. Von hier sind es nur noch fünf Kilometer bis zum staatlichen Hotel Parador Nacional de Fuerteventura. Das Angenehmste an dieser Nobelherberge (Kategorie: zwei Sterne) ist der Blick über den Strand Playa Blanca, dem schönsten Küstenabschnitt vor der Hauptstadt. Ansonsten erinnert die Außenarchitektur Wohlwollende an arabische Karawansereien, andere an Gefängnisse.
Der Service dieses staatlichen Hotels entspricht seiner Klassifikation: Es hat eine Bar, ein Schwimmbecken, einen Garten mit herrlich blühenden Büschen, was Tausende von Schmetterlingen im Frühling zu schätzen wissen, und Telefon in jedem Zimmer. Vom Hotel erreicht man innerhalb weniger Fahrminuten die Hauptstadt Puerto del Rosario. Es ist der Ausgangspunkt der nordsüdlichen Straßenverbindungen von Fuerteventura und eine Stadt, in die man sich — wenn überhaupt — höchstens auf den dritten Blick verliebt. Zu verwirrend und ohne Sehenswürdigkeiten ist die Stadt: zu einheitlich sind die Fronten der Kastenhäuser zur Straße hin. Lediglich die blumenbepflanzten Innenhöfe weichen von dieser Monotonie ab.
Die Stadt ist noch keine 200 Jahre alt. Erst 1797 gab es hier das erste Haus. 1809 wurden gerade 20 Gebäude gezählt, und die hießen auch noch Puerto del Cabras (Ziegenhafen).
Der Hafen der Stadt wird auch heute noch so genannt, auch wenn hier kaum noch Ziegen verladen werden. 1837 nahm Puerto del Cabras schlagartig an Bedeutung zu, wurde Handelshafen und erhielt als Hauptstadt 1956 einen würdigeren Namen. Puerto del Rosario wurde nach dem Schutzheiligen der Insel benannt, dem auch die Kirche im Zentrum gewidmet ist. Darin eine sehenswerte Abbildung der Virgen del Rosario, der Jungfrau des Rosenkranzes.
Stadtrundfahrt: Vom Parador Nacional de Fuerteventura kommend, sieht man rechts der Straße die Lager der Raffinerie DISA und fährt auf die Straße Professor Juan Cabrera bis zur breiten Avenida de Los Reyes de Esparia. Links geht es Richtung Hafen.
Es folgen das Hotel Residencia „Roquemar” auf der linken Seite und rechts das Institut° Social de la Maritima. Man fährt die Calle Admirante Lallemand weiter, an der nächsten Tankstelle links und an dem Kino auf der rechten Seite vorbei bis zur Straße Commandante Diaz Trayter. Hier sieht man links die Kaserne der Fremdenlegionäre, die seit 1975 in Puerto del Rosario stationiert sind. Man fährt an den Totempfählen, dem Symbol der Legion, vorbei bis zum Ende der Straße und dann links in die Calle Gobernador Garcia Hernandez, dann in die Calle Doctor Mena mit der Diskothek „Chacara” und der Bar „Paco’s”. Von der Straße Doctor Mena geht rechts die Calle Commandante Franco ab. Im Haus Nummer 1: die Städtische Bibliothek. Am Ende der Straße geht es links in die Sagrado Corazon zu den Wohnblocks, die nahezu ausschließlich von Kanariern bewohnt werden.
Spätestens hier sollte man eine Pause machen und sich fragen, warum man überhaupt nach Puerto del Ro-
sario gefahren ist und wie man so schnell wie möglich wieder aus der Stadt herauskommt. Also weiter: Von der Sagrado Corazon geht links die Calle Republica de Medico ab, die auf die Umgehungsstraße Avenida M. Velazques Cabrera führt. Man hält sich rechts: Hier steht die Cafeteria „Ciudad Jardin” gegenüber den Blechbaracken der Legionäre. Es geht weiter in das lästige Einbahnstraßensystem Puerto del Rosarios: rechts ab in die Calle Juan )0011 bis zur Calle Pizarro mit dem Hotel und Grillrestaurant Jinguaro”. Von dieser Straße aus geht es wieder rechts in die Calle Reyes Catolicos, in der es in einem vollkommen unscheinbaren Haus Kleidung mit dem bekannten Krokodil zu kaufen gibt.
Gleich hat man es geschafft und das Wirrwar der Straßen hinter sich gelassen: jetzt rechts in die Calle Perez Galdos, dann links in die Gregorio Maration, anschließend zurück auf die Almirante Lallemand bis zum Supermarkt. Dort geht es links auf die Calle Alfonso XIII, die wieder auf die Umgehungsstraße stadtauswärts führt. Aufatmen — oder hat man noch etwas übersehen, was man als verantwortungsbewußter Reisender sehen muß?
Wer noch einmal zurück zur Ortsmitte will, kann am Ende der Calle Alfonso XIII links auf die Umgehungs-
straße fahren. An der Straße Velazquez Cabrera hält man sich nochmals links und biegt dann in die Leon y Castillo ein. An dieser Straße ist die Kirche. Die Calle General Franco und General Linares verlaufen an der Kirche quer zur Leon y Castillo. Hier befindet sich die Inselverwaltung und es gibt zahlreiche Geschäfte.
Nützliche Adressen:
Polizei: Policia Nacional, Leon y Castillo, Tel. 85 07 50; Guardia Civil, 23. Mayo 16, Tel. 85 05 03. Post: Leon y Castillo, Tel. 85 04 12. Telegrafenamt: Leon y Castillo, Tel. 85 04 30 und Calle General Linares. Touristeninformationen: Cabildo Insular, Rosario 7, Tel. 85 11 08; Patronato de Turismo Fuerteventura, Tel. 85 10 24.
Essen und Trinken:
„Parador Nacional de Fuerteventura.” Öffnungszeiten: 11.30 bis 15.30 und 20 bis 23 Uhr. Bar „Macario”, Almirante Fontan 12. Gekocht und gebraten werden Fisch und Fleisch.
Unterkunft:
Hostal Residencia „Roquemar” (**), Plaza Domingo J. Manrique 2, Tel. 85 03 59. 9 Zimmer ab 30 DM. Hostal Residencia „Tamasite” (*), Leon y Castillo 9, Tel. 85 02 80. 18 Doppelzimmer ab 30 DM.
Hostal Residencia „Macario” (*), Almirante Fontan 12, Tel. 85 11 97. 12 Doppelzimmer ab 30 DM. Hostal „Valeron”, Calle Dna Candelaria del Castillo, Tel. 85 06 18, ca. 45 DM. In der näheren Umgebung von Puerto del Rosario gibt es ein paar sehenswerte Bauernhöfe und Dörfer. Eines davon ist Tetir, westlich der Hauptstadt und nach zehn Kilometern über die Straße GC 600 zu erreichen. Es ist eine Streusiedlung unterhalb des 500 m hohen Temejereque, auf dem sich die Rundfunkstation von Fuerteventura befindet. Die Kirche von Tetir wurde 1883 mit einem Turm aus rotem Lavagestein gebaut und nach dem Heiligen Domingo de Guzman benannt. Auf den Terrassenfeldern um Tetir wachsen Sisalagaven und verschiedene Getreidesorten.
Zwischen dem alten Flughafen von Fuerteventura und Tetir geht rechts eine Straße ab auf den 408 m hohen Los Morros und nach El Time. Das Dorf ist am schönsten, nachdem es geregnet hat. Die rot- bis orangebraune Farbe des Bodens und das Grün der Pflanzen leuchten dann am kräftigsten; der Guß hat Staub weggewischt, den sonst der Wind über die Erde fegt. Auf den Feldern wird auch hier vor allem Getreide angebaut.
Von El Time fährt man wieder zur Straße GC 600, dann entweder rechts Richtung Corralejo. Oder man fährt nach Puerto del Rosario zurück und über die reizvollere Küstenstraße nach Norden. Das erste Fischerdorf nördlich von Puerto del Rosario heißt Puerto Lajas. Zwei kieselige, teilweise sogar sandige Strände an den beiden Badebuchten gehören zum Ort. Um diese Strände zu erreichen, muß man allerdings ein wenig die Küste entlanglaufen. Nördlich des Tales del Valhondo, eine eher flache Schlucht (Barranco), liegt die Bucht Charquito oder auch Playa de Charquito, südlich der Strand Playa de Lajas. Die Küste von hier bis Corralejo ist kaum noch besiedelt. Lediglich auf der Höhe des Montaria Roja, des roten Berges, wurde die Feriensiedlung Parque Holandes gebaut. Nördlich des Vulkans beginnt die zwölf Kilometer lange Wanderdünen- Landschaft, eine der schönsten Gegenden der Insel. Heller Sand weht über die Straße wie Schnee im Winter auf mitteleuropäischen Straßen, was Autofahrern und Straßenbauarbeitern zu schaffen macht. Letztere müssen den Sand immer wieder wegräumen. Zum Landesinneren hin häuft sich der Sand auf zu riesigen Dünen, in denen man wandern kann wie in einer Wüste.
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