La Gomera
Die nahezu kreisrunde Insel La Gomera westlich von Teneriffa ist noch einer der unberührteren Plätze im westeuropäischen Raum. Was nicht heißt, hier wüßte man nicht, wie Tourismus geschrieben wird. Im Gegenteil. Zunächst von alternativ Reisenden entdeckt und lange Zeit vor allem wegen jenes hervorragenden Valle Gran Rey als Geheimtip weitergegeben, ist es heute längst ein begehrtes Urlaubsziel.
Zwar hat Gomera derzeit noch keinen Flughafen — und ist damit, nach wie vor die einzige Insel des Archipels ohne diesen „Segen", doch allzu lang wird er nicht mehr auf sich warten lassen: im Sommer 1991 wurde in der Nähe von Playa de Santiago der Grundstein gelegt und man rechnet mit einer Bauzeit von etwa sechs Jahren. Dann wird er, wie der Flughafen auf Hierro nur für den interinsularen Flugverkehr freigegeben. Die schnellste Verbindung führt von Los Cristianos auf Teneriffa mit dem Schiff der Gesellschaft Ferry Gomera nach San Sebastian.
Von Ost nach Nord: Torre del Conde
bis Vallehermoso
Die eisten Straßen auf La Gomera sind, wenn schon schmale, so doch gut ausgebaute, geteerte Strecken. Die wichtigsten Routen führen auf der nördlichen Hälfte um das Zentralgebirge mit dem Parque Nacional de Garajoney. Von diesen Straßen gehen Stichstraßen ab, die sich oft in anstrengenden Serpentinen bis zur Küste hinunterwinden. Eine der Hauptstraßen, die TF 711, ist etwa 50 km lang und verbindet Vallehermoso im Norden mit der Stadt, in der das älteste Gebäude auf La Gomera steht: San Sebastian de !a Gomera. Die kleine Stadt am Ende des Barranco de la Villa ist gemütlich und freundlich. Die meisten Gassen münden in die parallelen Straßen Via de Ronda, Calle del Medio und Pista de las Palmitas, die nach Nordosten in das stadtauswärts verjüngte Tal hineinragen. Nur die Pista führt kurvenreich zunächst hinauf zum staatlichen Parador. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt lassen sich alle bequem zu Fuß erschließen.
San Sebastian wird einem schnell vertraut. Die Restaurants tragen einerseits dazu bei. Doch es gibt auch die Abwechslung des ständigen Kommens und Gehens, denn nicht weit vom Stadtzentrum legen die Schiffe an und ab. Ein periodisch wiederkehrendes Ereignis wie Ebbe und Flut.
Vollständig heißt die Stadt San Sebastian de la Gomera. Die Bucht an der Südostküste der Insel diente den spanischen Silberflotten im 18. Jahrhundert als Hauptsammelpunkt sowie als Wasser- und Proviantaufnahmestelle. Einer der berühmtesten Seeleute, die hier festgemacht haben, war Kolumbus, bevor er sich endgültig auf die Suche nach einem neuen Seeweg nach Indien machte. San Sebastian ist die einzige Hafenstadt, in der Großschiffe anlegen können — einer der Gründe, warum es Hauptstadt der Insel wurde. Unbedeutendere Anlegestellen gibt es nur noch im westlichen Valle Gran Rey, im Norden bei Puerto de Vallehermoso oder im Süden bei Playa de Santiago, einem Fischereihafen.
In der Hauptstadt leben 7000 Menschen. Der Hafen und die Zugangstraße Paseo Fred Olsen, die dann an der Plaza de America endet, gehören zu den betriebsamsten Teilen der Stadt und zu denen, die der Reisende zuerst erleben wird. Die Calle de Ruiz Padron rechts vom Torre del Conde und die Calle del Medio einen Häuserblock weiter sind die Geschäfts-, Hotel- und Restaurantstraßen.
Der Torre del Conde, zu Deutsch Grafenturm, ist ein Werk des italienischen Ingenieurs Leonardo Torriani, wurde 1447 entworfen und dann bis 1450 errichtet. Es ist das älteste Bauwerk der Stadt, wirkt kantig und unscheinbar und diente der schönen Doria Beatriz de Bobadilla als Unterschlupf, als die Gomerer ihren Mann töteten (—Geschichte).
Der größte Teil der Stadt liegt auf der Sohle des Tales. Die Oberstadt auf der Hochfläche östlich des Zentrums ist über die Calle del Medio zu erreichen. Man fährt stadtauswärts, biegt hinter der Kirche Nuestra Seriora de Asuncion rechts ab und fährt über die Calle de la Luz/Pista de las Palmitas die Seitenwand des Tales seewärts hoch. Hier oben steht das staatliche Hotel Parador Nacional.
Vom Parador Nacional aus sieht man die Bergkuppe mit der Christus- Statue El Santo, von der aus es ein noch besseres Panorama von Sangen Stelle, daß geglaubt wird, hier habe sich schon Kolumbus romantisch verzaubern lassen, und das vielleicht sogar zweimal, denn nach seiner Amerika-Fahrt kehrte er zurück zu der schönen Beatriz. Doch auch das könnte ein Gerücht sein. Was zwischen den beiden war oder nicht gewesen ist, wissen wohl nur Christopher und seine Entdeckung. El Santo kann von hier aus erwandert werden, schneller freilich geht es mit dem Auto, wenn man Richtung Vegaipala und Playa de Santiago fährt. Man läßt das Fahrzeug am besten unterhalb des Kreuzes stehen und spaziert die letzten 300 m hinauf zur Plattform.
An der schattigen Plaza rechts der Calle del Medio steht die Kapelle Parroquia de la Asuncion. An ihrer Stelle haben Kolumbus und seine Männer noch einmal die Messe gehört, bevor es auf die Westindischen Inseln (Karibik) ging. In der Kirche erinnert ein Wandbild an den Überfall holländischer Piraten im Jahre 1599. Lediglich 200 Jahre später wurde San Sebastian noch einmal von Engländern angegriffen. Geblieben ist aus dem 15. Jahrhundert nur eben jener Grafenturm, in dem die Schätze der Neuen Welt lagerten, bevor sie weiter verfrachtet wurden zu den Bestimmungshäfen und Märkten Festlandeuropas.
Parador Nacional (Conde de la Gomera)
Dieses staatliche Hotel im Osten von San Sebastian und auf einer Hochfläche am Rande eines Felsvorsprunges gelegen, gilt als eines der schönsten von ganz Spanien. Es weckt mit seinem kostbaren und rustikalen Mobiliar Erinnerungen an das 15. Jahrhundert. Von den Südzimmern blickt man hinunter auf den Hafen und den kleinen Strand des Club Nautico.
Um das Parador herum wachsen subtropische Pflanzen, im Innenhof
gibt es ein Schwimmbecken. Zum Komfort gehört in jedem der 42 Zimmer ein Radio. Es ist ausgesprochen ruhig hier Wer preiswert unterzukommen wünscht, dem wird es allerdings die Sprache verschlagen: Eine Nacht im Doppelzimmer kostet zwischen 170 und 250 DM. Frühstück: 15 DM, Mittag- und Abendessen: je 50 DM. Tel. 87 11 00. Wer hier sein letztes Reise-Taschengeld auf den Kopf hauen möchte, wird jedoch die angenehme Atmosphäre dieses Hotels zu schätzen wissen.
Nur wenige Schritte von der Kirche entfernt steht rechts das Casa Colon neben dem Postamt. Das Haus entbehrt ein wenig der weihevollen Atmosphäre, die man in einem Gebäude vermutet, das den Namen des großen Amerika-Reisenden trägt. Allerdings haben Kolumbus und dieses Haus auch kaum etwas gemeinsam. Ob er hier gelebt hat, ist unwahrscheinlich. Eher lebte er in den zerstörten Häusern der Herrscher von La Gomera.
Das Casa Colon wurde renoviert, frisch gekalkt und wird heute in eine attraktive Galerie und in ein Museum umgewandelt, in der Gemälde und Skulpturen zeitgenössischer Künstler in wechselnden Ausstellungen zu sehen sind.
Gleichfalls aus der Zeit des Kolumbus soll der Pozo de la Aguada am Anfang der Calle del Medio sein. Man findet ihn zwischen dem Taxistand an der Plaza de America und dem Informationszentrum für Tourismus. Hier sollen noch einmal die Wassertanks der Flottille gefüllt worden sein, die 1492 den Atlantik überquerte.
Am Anfang des Paseo de Fred Olsen steht das Rathaus unterhalb des Felsens mit dem Aussichtspunkt Mirador de la Hila. Die Gebäude daneben beherbergen die Inselregierung und gehörten früher zur Hafenverwal-
tung. Außergewöhnliche dickblättrige Bäume und Büsche säumen den Fußgängerweg zwischen Straße und Rathaus.
Um die Plaza de la America wachsen Dattelbäume, in deren Schatten sich meist die älteren Männer der Stadt aufhalten, über Gott und die Welt diskutieren und über die Reisenden, die ihre Rucksäcke auf die Bänke stellen und die Spirituskocher auspacken. Nachfüllpatronen gibt es übrigens in der Calle Ruiz de Padron in dem Gemischtwarenladen, der auch Karten zu La Gomera führt. Wer seinen Morgenkaffee nicht selber brühen möchte, findet in San Sebastian preiswerte Alternativen: Neben dem Eingang zum Platz mit dem Torre del Conde gibt es verschiedene Straßenkioske und Cafös und gegenüber dem Arbeitsamt zum kleinen Strand hin an der Avenida de los Descubridores die originelle „Guagua"-Bar. Es ist ein ausgedienter Bus, vor dem seit einigen Jahren kühle Getränke und Tapas serviert werden.
Frische helle wie auch dunkle Brötchen verkauft die Bäckerei, die gegenüber dem Cafe „Descubridores" ausgeschildert ist, für 0,35 bis 1,10 DM.
San Sebastian ist eine Stadt der Durchreisenden: Die meisten bleiben nur kurz, um sich eine oder zwei
Nächte in den günstigen Hotels zu erfrischen. Sie kommen gerade von einer anderen Insel, wollen mit der Fähre am nächsten Tag abreisen oder weiter ins Innere von La Gomera vorstoßen. Zum Beispiel mit Bussen ab Plaza de America oder mit Mietwagen. Die werden an zahlreichen Stellen in San Sebastian angeboten. Man ist dabei nicht nur auf die teuren, etablierten Vermieter angewiesen.
Meist ist der Aufenthalt also zu kurz, um die Restaurants dieser Stadt kennen und schätzen zu lernen. Auch wir haben nur Stichproben gemacht. Die Restaurants bemühen sich auffällig um ihre Gäste. Noch gibt es wenig Reisende, die nach Gomera kommen. Ein überfülltes Lokal kommt selten vor. Nebenan gibt es dann bestimmt einen freien Tisch. Zum Beispiel im „La Tasca" in der Calle Ruiz de Padron 53, Tel. 87 07 59. In dem nett eingerichteten Lokal werden hervorragende Weine angeboten. Bis die Speisen aufgetischt sind, wird man die leider längeren Wartezeiten also bei einem guten Schoppen Vino tinto überbrücken können. Empfehlung für die, denen die spanische Küche nicht teighaltig genug ist: „La Bambola", Pizzeria an der Calle del Medio, Tel. 87 08 88.
Nützliche Adressen: Touristeninformationen: Calle del Medio, neben Pozo de la Aguada, gegenüber dem Bar-Restaurante „Breriusca".
Postamt/Fernsprechamt: Neben der Casa Colon in der Calle del
Dort auch Informationsbüro der Schiffahrtslinie.
Trasmediterranea: Tel. 83 13 00. Ferry Gomera: Paseo Fred 011en, Tel. 87 10 07.
Reisebüro: „Agencia de Viajes del Rosal", Paseo Fred Olsen 5 und 6, Tel. 87 09 24 und 87 07 51. Hier auch „Hertz"-Autovermietung.
Tankstellen: Paseo Fred Oisen und Ecke Avenida Colon/Via de Ronda. Polizei: Guardia Civil, Calvario, Tel. 87 03 26.
Unterkunft:
Hostal-Residencia „Garajoney" (- ), Calle Ruiz de Padron 15, Tel. 87 05 50 und 87 05 52. Doppelzimmer 47 DM.
Hostal-Residencia „Colombina" (*), Calle Ruiz de Padron 81, lel. 87 12×57. Doppelzimmer: 53 DM. Hostal-Residencia „Hesperides" ("), Calle Ruiz de Padron 32, Tel. 87 13 05. Neun Zimmer ab 38 DM. Pension „Colon", (*) gegenüber der Casa Colon in der Calle del Medio 59, Tel. 87xNr.:02×35 und 87 12 89. Doppelzimmer mit Dusche auf dem Flur 42 DM.
Pension „Gomera" (*), Calle del Medio 33, Tel. 87 04 17. Doppelzimmer ab 42 DM.
Pension „EI Pajar" (*), Calle del Medio s/n, Tel. 87 11 92. Sieben Zimmer für 30 DM, liegt über dem Restaurant des Hauses, wo man unter Palmen preiswert und gut kanarisch essen kann. Netter Vermieter, der hilft, wo er kann.
Wer ein paar Tage länger in San Sebastian bucht und bereit ist, sich von der südländischen Lebensart — vor allem abends in den Gassen und Lokalen — gefangen nehmen zu lassen, findet auch in der näheren Umgebung einige reizvolle Ausflugsziele. Die beiden Strände an der „Guagua"-Bar oder am Club Nautico jenseits des Tunnels am Hafen gehören allerdings kaum dazu.
Aber wenn man schon auf dem Wege zum Parador Nacional ist, kann man auch den Camino al Lomo del Clavo und zum Leuchtturm Faro de San Cristobal weiterwandern oder - fahren. Die Straße ist sehr schlecht. Wer einen Taxifahrer überreden kann, ihn dorthin zu bringen, sollte sich einen Termin für die Rückfahrt sichern. Der Weg zu Fuß vom Hafen aus dauert etwa zwei Stunden. Nach etwa sieben Kilometern nördlich vom Parador erreicht man Punta de Avalo. Den Leuchtturm hat
man rechts liegengelassen und fährt auf der Küstenstraße weiter bis zu dem kleinen einsamen Strand mit dem schwarzen vulkanischen Sand. Ein paar Verwegene huckeln die Piste selbst mit Campingbussen hinunter, um sich für einige Tage am Strand aufzuhalten, auch wenn es an der Bucht mit der felsigen Küste nur wenige Sonnenstunden täglich gibt, und das am Vormittag. Der Pico del Teide mit seinen umwölkten Höhen und dem weißen Gipfel sind von hier ein -schönes Motiv für Maler. Da macht es nichts, wenn man sich trotz klaren Wetters schon bald einen Pullover überziehen muß.
Ein zweiter Ausflug, der sich von San Sebastian aus anbietet, führt nach La Laja, einem der schönsten Dörfer auf La Gomera. Man fährt die Calle del Medio in den Barranco de la Villa hinein und an den DISA-Lagern vorbei Richtung Hermigua, hält sich aber an der Kreuzung vor dem Ortsende auf der linken Seite und folgt der Straße über El Prado.
Die Stauseen zur Linken sichern die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt und werden hauptsächlich von den Bächen oberhalb von La Laja gespeist. Grünlich schimmern sie in den Nischen des Tales mit den abgelegenen, verkehrsungünstig liegenden Dörfern. Die geteerte Straße
hört gleich hinter Chejelipes auf und erfordert dann ein möglichst geländegängiges Auto ober aber gutes Schuhwerk. Das Tal von La Laja kann bis zum Roque de Aganda hinaufgewandert werden. Ständig fahren Taxis den holperigen Weg ins Dorf und zurück. So kommen auch die Kinder zur Schule. Eine Busverbindung gibt es nicht und Strom erst seit kurzem. Mit den Terrassenfeldern und dem lieblich dahinplätschernden Bach erinnert La Laja fast schon an ostasiatische Dörfer. Feigen und Kakteen wachsen zwischen den einzelnen Häusern.
Die meisten Häuser bestehen aus Naturstein, aber mittlerweile wurden andere aus kantigen Betonklötzen dazwischengesetzt, was das Bild ein wenig stört. Aber auch in La Laja möchte man zeigen, daß die moderne Zeit hier nicht vorbeiläuft. Dabei suchen vor allem die jungen Einwohner ihr Glück immer mehr in der Hauptstadt, auf anderen Inseln oder wagen gar die ungewisse Reise in andere Länder. Die Plaza der Kapelle mitten im Dorf bietet als einziger Treffpunkt im Dorf nicht mehr genügend Abwechslung.
Die Fahrt von San Sebastian bis Puerto de Vallehermoso auf der Straße TF 711 führt zunächst zu einem der wichtigsten Erosionstäler von La
Gomera, in den fruchtbaren Barranco de Hermigua. Die Straße wird an der Kreuzung am Ende der Calle del Medio ausgeschildert.
Nach etwa 14 km fällt zur Rechten eine Weinschänke auf, das „BWegon Cumbre". Die Strecke zuvor ist genrenreich und führt hinter dem Lokal durch verschiedene Tunnel. Das Lokal bekam seinen Namen vom Rücken des 1065 m hohen Encherada oberhalb des Barranco de Hermigua. Die auffälligen Berge westlich des Lokals sind der El Cedro und seine Ausläufer. Der Wirt des „Bodegon Cumbre" und seine Tochter servieren von 9 bis 23 Uhr unter anderem Gegrilltes und Gofio (-+Essen und Trinken).
Zwei Kilometer hinter dem Tunnel von Enchereda geht bei EI Rejo links die südliche Hochstraße zu den Bergen von Quemada, zum Vulkanstumpf Roque de Agando und zu La Gomeras höchstem Berg, dem Alto de Garajoney ab. Geradeaus geht es nach Hermigua. Zwischen den Kilometermarken 16 und 17 führt links ein Feldweg ab, der in einer Ebene endet. Von hier aus kann man zwischen dem gespaltenen Felsen Pedro y Pedra hindurchklettern nach EI Cabo. Das Dorf zwischen Bananenplantagen lebt unter anderem von den Ziegen und vom Geflügel. Frühmorgens machen die Tiere bereits auf sich
aufmerksam. Nachts tönt das Fröschequaken aus dem Tal von Hermigua herauf. Wer die Möglichkeit hat, hier oben am Ende der Sackgasse eine Nacht durchzumachen, wird es nicht bereuen. Abends erlöschen nach und nach die Lichter Hermiguas, langsam beenden auch die Frösche ihr Konzert; morgens bringen die ersten Sonnenstrahlen ein bißchen Wärme in die abgekühlten, tieferen Regionen.
Das Tal von Hermigua steht beispielhaft für das hervorragende Spiel von Licht und Schatten auf den Westinseln des kanarischen Archipels. Nur noch weiter westlich und im Süden von La Gomera, dann auf El Hierro und im Norden von La Palma schwanken die Temperaturen auf hundert Metern so stark, allein dadurch bedingt, daß die Sonne bestimmte Stellen selten oder niemals erreicht. Wer auf Temperaturen empfindlich reagiert, wird hier im Hemd wandern wollen, ein paar Meter weiter im tiefen Schatten fröstelt es ihn, und schon ist es wieder warm. Die starken Lichtkontraste sind eine Herausforderung für Fotografen.
El Cabo markiert das Ende des landwirtschaftlich stark genutzten Tales von Hermigua, das man nach etwa vier Kilometern und engen Haarnadelkurven erreicht. Wein, Orangen und Dattelpalmen wachsen hier
ebenso wie die Vitamin-C-reiche Papaya. Nur noch das Valle Gran Rey gilt als gleichermaßen fruchtbar wie das Tal von Hermigua. Ein steil abfallender Weg vor dem Ortseingang rechts führt zu den Dörfern Las Palmas, Las Nuevitas und Altonazo bis zur Playa de la Caleta. Die schmale, sechs Kilometer lange Straße kann Autofahrern nicht weiterempfohlen werden und sollte Wanderern vorbehalten bleiben.
Gleich am Eingang von Hermigua stehen die ersten Apartmenthäuser, eine ideale Lage für Wanderer, die sich ein Hauptlager suchen, um von hier aus den Nordosten zu erkunden. Kurz vor dem Kloster (El Convento) werden unter dem Namen "Los Telares" vollständig eingerichtete Wohnungen angeboten, in denen man sich wie zuhause fühlen kann. Überhaupt prägen hübsche Häuser, an die steilen Seiten des Tales gebaut, die Architektur von Hermigua. Das Rathaus, die Polizeistation und das Postamt stehen direkt an der Hauptdurchgangsstraße, bevor man die Kirche Santo Domingo erreicht. Ein Lokal auf diesem Abschnitt ist die Cafeteria „Don Juan". Licht kommt vor allem durch die große Flügeltür, aus der heraus man vorsichtig auf die Straße tritt: Die Bürgersteige sind schmal, die vorbeifahrenden Autos nicht immer angemessen langsam.
Schlichte Stühle mit abgewetzten Sitzflächen und Tische, deren Oberflächen täglich dünner geputzt wurden, bis das Holz darunter zum Vorschein kam, geben dem Gastraum eine Sachlichkeit, die erst am Abend weicht. Dann kommen die Plantagenarbeiter auf ein bißchen Unterhaltung herein. Einige tragen noch immer ihre Macheten am Gürtel, wie Ritter ihre Schwerter und Degen. Doch das wirkt gefährlicher als es ist.
Damit nichts passiert, wenn die Wellen einmal höher schlagen sollten, hat sich der Wirt des „Don Juan" vorbereitet. In jüngeren Jahren soll er tatsächlich ein Haudrauf im Stile eines Don Juan gewesen sein. Auffälligstes Utensil neben der Espresso- Maschine und den leckeren Schinken ist ein derber Prügel, eine Keule mit erschreckend abgenutzten Stellen. Diese Wirkung ist auch beabsichtigt.
Von Hermigua führt die Straße um die nördlichen Ausläufer des Bergrückens von Cordo herum nach Agulo. Auf den Plantagen wachsen in erster Linie Bananen. Der Aussichtspunkt zwischen den Kilometersteinen 22 und 23 erlaubt einen Blick auf die Küste mit den felsigen Stränden Playa de Agulo und Playa de Santa Catalina.
Direkt an der Hauptstraße hinter dem Ortseingang von Agulo liegt rechts die Kunstwerkstatt Artesania Los Balayos. Am Taxistand davor können Fahrzeuge in den Nationalpark Garajoney gechartert werden. D.reirna! täglich hält hier auch ein Bus nach San Sebastian.
Tip für Selbstversorger: Gegenüber der Kunstwerkstatt ist hinter der grünen Garagentür ein Laden versteckt, in dem günstig Käse eingekauft worden kann. Importierten aus Holland gibt es günstiger als einheimischen, der aber zu den kulinarischen Besonderheiten der Inseln gehört.
Ein kurzer Spaziergang ins Zentrum von Agulo: Von der Artesania Los. layos geht man die Calle del PI Aguar, an der Schule, und an der Post und Apotheke vorbei in die Mitte des Ortes. Die Calle de Fedre - tancourt führt zur Plaza der Kirche Las Mercedes mit ihrem ungewöhnlichen Dach aus weißen Halbkugeln bis zum Friedhof. Auf diesem Wehet man wieder einen Blick bis..
Playa de Agulo und bei klarem
ter bis hinüber zum Pico del Teide auf Teneriffa.
Zurück geht es die gleiche Strecke bis zum Taxistand. Man blickt dabei auf den kleinen Wasserfall von Agulo, der die schützenden Felsen herunterstürzt, an denen das Dorf liegt. Zwei Pensionen gibt es hier, die allerdings häufig geschlossen sind, wenn der Vermieter auf Reisen ist. Also: vorher unbedingt anrufen! Pension „Mercedes", Tel. 88 09 95. Pension „Victoriano Placencia", Tel. 88 02 23. Beide am Plaza Leoncio Bento.
War die Straße TF 711 vor Agulo schon kurvenreich, so wird das nun noch schlimmer. Auf der Weiterfahrt nach Vallehermoso erreichen wir den Weiler Las Rosas. Links führt eine gut ausgebaute Straße hinauf nach Las Palmitas und zum Nationalpark Garajoney. Schilder leiten ab Las Rosas zum Centro de Visitantes des Nationalparkes.
In Las Rosas gibt es ein gleichnamiges Ausflugslokal, vor dem vor allem die Busse der organisierten Inselrundfahrten halten. La Gomera braucht seine Zeit auch, beim Essen. Die Ausflügler, die morgens von Teneriffa auf die Insel kommen und abends wieder auf der großen Nachbarinsel sein sollen, haben für ein gemütliches Essen kaum Zeit. Bedauerlicherweise, denn der Blick von den hinteren Plätzen im Restaurant in das Tal hinein bis fast nach Playa de San Marcos lohnte einen längeren Aufenthalt.
Das nächste Dorf hinter Las Rosas ist Tamargada unterhalb des herausragenden Felsen Roque Cano. Die Felssäule alleine mißt 200 Meter. Die
platte Spitze liegt insgesamt 650 Meter über dem Meeresspiegel. Vor Tamargada hat man zuvor den Aussichtspunkt oberhalb des Barranco de los Zarzales passiert. Zwischen Kilometer 36 und 37 führt ein steiniger Weg hinunter zur Küste. Einen bequemeren, wenn auch weniger abenteuerlichen Zugang zum Meer hat man jedoch über die Hauptstraße, die nun durch den Tunel de la Caleta führt. Hinter dem Tunnel sieht man bereits die ersten Häuser von Vallehermoso. Etwa 7800 Menschen leben in diesem Tal und verdienen sich ihren Unterhalt in erster Linie auf den Bananenplantagen oder Tomatenfeldern.
Man fährt auf der Calle por Juan bis zum Kinderspielplatz und weiter zur Plaza de la Constitucion mit interessanten Skulpturen.
Vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt der nördlichste Hafen von La Gomera, Puerto de Vallehermoso, erreichbar ab Vallehermoso über die TF 712 durch das Tal von Abajo. Die Hafenanlage verfällt zunehmend und besteht im übrigen lediglich aus einer Anlegestelle. Das Meer brandet fast das ganze Jahr über gleichbleibend an die felsige Küste. An der östlichen Seite des Strandes befindet sich ein Naturschwimmbecken. Es ist kostenlos und die Jugend des Ortes trifft sich hier.
Westlich der Bucht liegen die Orgelfelsen, die bei ruhiger See vom Meer her besichtigt werden können. Einen Fischer, der einen hinüberfährt, muß man sich in Puerto de Vallehermoso suchen.
Unterkunft in Vallehermoso: HostalResidencia „Amaya", El Paso s/n, Tel. 80 00 73. Sieben Zimmer ab 25 DM.
Apartments zwischen 40 und 60 DM liegen direkt am Wasser. Apartment „Osario", zwischen 30 und 60 DM, Tel. 80 03 34.
Pension „Central", an der Plaza des Ortes, Tel. 80 00 23, 33 DM, mit Bar/Restaurant. Die Zimmer liegen alle sehr ruhig.
Von Macayo bis La Dama — Gomeras wilder Westen
Drei Kilometer südlich von Vallehermoso liegt tief unten im Barranco del Valle das Dorf Macayo. Die Landschaft von hier bis hinunter nach La Dama wird durch tiefe Erosionsschluchten dieser Art bestimmt, bizarr geformt durch Verwitterung vulkanischen Gesteins und erkalteter Lavaströme.
Obwohl dadurch eine geologisch verwirrende Landschaft hervorgezaubert wurde, gibt es auch wieder sanft zum Meer hin abfallende Straßen.
Sie schlängeln sich schier endlos Ulf Küste hinunter. Zu dieser Region gehört auch das größte und fruchtbare Tal der Insel mit einem ausgeglichenen Klima auf einer Ebene unterhalb steil abfallender Talwände: das Valle Gran Rey.
Macayo. Die Straße von Vallehermoso Richtung Valle Gran Rey ist ausgeschildert. Nach drei bis vier Kilometern steigt sie an bis auf die Höhe des „La Romantika". Das Restaurant gehört zu Macayo, einem Dorf unterhalb der Hauptstraße. Ein Schild vor dem „La Romantika" weist auf den Weg über eine Huckelpiste ins Dorf hinein. Mit dem Auto dorthin zu gelangen bedeutet, auf einiges Schöne zu verzichten, denn reizvoller ist es, vom Restaurant dorthin zu spazieren.
In Macayo scheint die Zeit stillzustehen. Die Häuser sind eng aneinandergebaut und über mehrere Ebenen verschachtelt, die Felder in den tiefergelegenen Regionen des grünen Tales sind nur über Fußpfade zu e reichen. Selten verirrt sich ein Fremder nach Macayo, und die wenigsten lernen das Tal und das Dorf daher von einer Seite kennen, die der Blick aus den Fenstern des „La Romantika" ihnen verwehrt.
Das Lokal empfiehlt sich übrigens wegen seiner köstlichen Paella, ein typisch spanisches Gericht, das hier mit Geflügel oder Ziegenfleisch angeboten wird. Zum Nachtisch gibt es eine Auswahl von Keksen, die der Kellner auf Wunsch zusammenstellt und auch für die Weiterreise eintütet. Auf jeden Fall zugreifen sollte man bei den kleinen Fläschchen mit der sirupartigen Flüssigkeit in der Glasvitrine. Das ist der vitaminreiche Miel de palma. Dieser Honig wird als Brotaufstrich verwendet oder in Joghurt und Quark verrührt. Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 24 Uhr.
Sieben Kilometer südlich von Macayo führt unterhalb des Montatia de la Zarza (1015 Meter) die erste Straße rechts hinunter zur Küste. Vorsicht auf dieser Strecke, denn sonst wird man aus den engen Haarnadelkurven hinausgetragen. Langsam zu fahren lohnt sich übrigens auch wegen der Aussicht. Nach einem Kilometer erreicht man Chorros de Epina, ein beliebtes Wochenendziel der Spanier mit mehreren Gesundheit verheißenden Brunnen im Barranco del Mono. Was jetzt folgt sind neun Kilometer Serpentinen zwischen den Bergrücken von Espino und Balo del Mono. Die einzelnen Hütten aus Naturstein bieten Schafen und Ziegen Schutz vor heftigen Witterungsumschwüngen.
Weiter zur Küste hinunter wird das Tal unerwartet fruchtbar. Datteln, Tomaten, Zucchini und Kohl wachsen entlang der Straße, die oberhalb des schwarzen Sandstrandes endet. Man erreicht das Meer nur mit einem Geländewagen oder zu Fuß.
Das eigentliche Zentrum von Alojera liegt höher und landeinwärts. Entlang der Hauptstraße in die Mitte des Ortes wachsen vereinzelt Feigenbäume. Post und Telefon befinden sich an der Kirche. Dort gibt es auch das Bar-Restaurante „Plaza", täglich geöffnet von 8 Uhr bis Mitternacht. Es ist das einzige Lokal von Alojera und ein bißchen teurer. Im Lebensmittelgeschäft daneben kann man sich etwas günstiger auch selbst versorgen. Zurück geht es wieder über Chorros de Epina und auf die Straße TF 711. Vor allem am späten Nachmittag ist das reizvoll, wenn die tiefliegenden Wolken über die Berge streichen, in das Tal hineinfließen und die wenigen Häuser zudecken. Rechts ab Richtung Valle Gran Rey liegt gleich hinter der Kreuzung das Restaurant „Chorros de Epina". Links ab führt unterhalb des Zarza eine schmale Straße durch den Wald hindurch an den Südrand des Parque Nacional de Garajoney.
Auf der Straße geradeaus verschlechtert sich die Sicht: Wolken werden vom Meer her an die Baum-
wipfel herangeweht, liegen auf der Schneise, die Straßenbauer in den Wald geschlagen haben. Deshalb hat man in der Regel auch nicht viel Freude an dem Aussichtspunkt kurz vor Arure. Es ist der letzte größere Ort oberhalb des Valle Gran Rey und vielleicht deshalb für Durchreisende als Einkaufsmöglichkeit interessant. Außerdem sollte man sich Arure merken, da gleich hinter dem südlichen Ortseingang eine Straße nach Osten über Las Heyes und Santa Catalina zum Roque Fortaleza und schließlich den Barranco de la Rajita hinunter bis nach Punta de La Dama führt. Der Friedhof auf dieser Strecke gleich hinter Arure liegt 900 Meter über dem Meeresspiegel. Kurz daneben sieht man von der grasbewachsenen Hochebene bei schönem Wetter die Nachbarinseln La Palma und El Hierro. Arure lebt vom Gemüse- und Getreideanbau.
Aber es gibt hier auch Kakteenfelder, Schaf- und Ziegenzucht.
Von Arure geht es weiter in jenes prächtige Tal, das sich einst ein Guanchenfürst als Wohnsitz gewählt haben soll: Valle Gran Rey. Sieben Kilometer ist das Tal Valle Gran Rey lang. 3000 Einheimische leben hier und zahlreiche Gäste. Längst sind es nicht mehr nur Hippies und Aussteiger, die von den Qualitäten des Tales überzeugt sind. Sie haben den
Weg•net für den organisierten Fremdenverkehr im Valle Gran Rev. In den Prospekten taucht immer häufiger dieses neue Ziel pauschaler Arrangements auf, wird angepriesen wegen der wenigen Badestrände, die es im Südwesten von La Gomera gibt, just eben im Valle Gran Rey. Und herrlich grün ist es außerdem; unter anderem wachsen hier Dattelpalmen, Bananen und Kaktusfeigen Zwei Orte am Ende dieses Tales sind touristisch bedeutend:
Vueltas und La Playa Calera an den gleichnamigen Küstenabschnitten. Zwischen den beiden Stränden !legt der Strand Playa del Valle Gran Ray. La Playa Calera heißt auch La Playa, Calera wird in der „Szene" auch kurz Playa genannt und von den Spaniern weniger mundfaul Barric L a Piaya Calera. Gemeint ist damit der nördliche Teil der Küste am Ende des Valle Gran Rey. Hier spielt sich das meiste dessen ab, was in den letzten Jahren junge Reisende nach Lr?..G.o, mera zog: „Unter-sich-sein", was immer das auch heißt; Regeln, die man sich, so scheint es zumindest, selbst erdenkt. Und ,Vollmondparties". Sie sind den einen der Joint im Mund, der Polizei ein Dorn im Auge, denn letztere wollen die jungen Leute „clean" lieber als „high" und außer Kontrolle. Längst verdichten sich die Gerüchte, daß es in diesem
und fruchtbaren Tal nicht mit rechten Dingen, sondern sektenmäßig zugeht.
Die Preise sind trotz des alternativen Anspruches der Pilger ins „Valle", wie das Zauberwort auch lautet, extrem gestiegen. Günstiger als in der Bundesrepublik lebt hier niemand mehr. Vor allem deutschsprachige junge Leute reisen für den längeren Urlaub nach La Gomera. Das Tal ist für Alternative ein Mekka wie vor 20 Jahren Torremolinos in Südspanien und später die griechischen Inseln. Unterkünfte in La Playa Calera: Mit Zimmern ist es in La Playa Calera wie im gesamten Valle Gran Rey angesichts der großen Nachfrage schlecht bestellt, auch wenn es mittlerweile 1700 Betten geben soll. Apartmenthäuser wie das "El Molino", das „Rivas" (Tel. 80 50 68) oder das „Dominguez" könnten bequem doppelt soviele Zimmer vermieten. Die Preise für ein Doppelzimmer reichen inzwischen von 33 bis 70 DM. Wer es billiger möchte, sollte auf die Wandzettel an den Häusern achten, auf denen Apartments angeboten werden. Neben Mundpropaganda kann auch das zum Erfolg führen. Einige Deutsche leben inzwischen recht gut davon, daß sie längerfristig gemietete Häuser zimmerweise an „alte Bekannte" untervermieten, die sie kurz zuvor am Strand kennenge-
lernt haben. Sie machen sich die Zimmernot zunutze und finden immer wieder jemanden, der nicht lange verhandelt, um endlich einmal wieder zu duschen.
Empfehlenswert ist die „Casa Maria", direkt am Wasser gelegen, Tel. 80 50 47, 33 DM das Doppelzimmer mit Bar im Haus.
Vueltas oder El Puerto Vueltas ist das zweite Zentrum im Süden des Valle Gran Rey. Man fährt von La Playa Calera zurück bis zur Tankstelle neben der Bank und hält sich dann rechts. Die staubige Piste führt an Bananenpflanzungen vorbei und endet an den Hafenanlagen von Vueltas. Die Anlegestelle — hauptsächlich für Fischerboote — liegt an einer Bucht mit den schmalen Stränden Playa de Vueltas und Playa de las Arenas, deren südliches Ende der mächtige Roque de Iguala bildet.
Morgens um 5 Uhr und nachmittags um 15 Uhr fahren für ca. 7 DM Busse zu den Fähren. Ca. zwei Stunden dauert die Fahrt. Taxis halten ebenfalls am Hafen von Vueltas. Sie fahren für ca. 70 DM nach San Sebastian. Die Fahrt in den Norden nach Agulo mit dem Taxi kostet ca. 80 DM. Es gibt verschiedene Lokale und Piz
mittelladen in der letzten Kurve vor dem eigentlichen Hafengelände einkaufen. Das Angebot reicht von Toilettenpapier über Käse, Joghurt bis hin zu Vollkornbrot und -brötchen. Unterkünfte:
Auch diese kleine Hafenstadt hat sich auf den Zuspruch eingestellt, den das Valle Gran Rey vor allem bei jungen Leuten gefunden hat. Unter Tel. 80 51 85 informiert Elias über Apartments und vermittelt Taxis. Weitere Informationen über Apartments und Privatunterkünfte gibt es unter Tel. 80 54 80, 80 54 61 und 80 51 80. Die Apartments kosten zwischen 30 und 70 DM für zwei Personen pro Tag. Die Häuser befinden sich entweder direkt in Vueltas am Hafen, wie z.B. das „Candelaria" oder weiter oben im Tal.
Zwischen Vueltas und La Playa Calera steht das Apartmenthaus „Montesino" (Kategorie: ein Schlüssel), Tel. 80 50 48. Hier kostet ein Zimmer zwischen 25 und 70 DM. Die Pension „Candelaria" ist von der Hauptstraße ausgeschildert, ab 25 DM das Doppelzimmer. Apartments für 30 bis 40 DM:
„Erasmus", Tel. 80 51 80,
„Yuremar", Tel. 80 53 60, beide befinden sich in der Nähe der „Candelaria".
Nach dem Aufenthalt im Valle Gran Rey geht es wieder zurück nach Aru-
re. Von hier aus gesehen fährt man gleich nach dem Ortseingang rechts hoch und erreicht über die Höhenstraße südlich des Nationalparkes Las Hayas. Der Ort befindet sich auf der östlichen Seite der Schlucht Barranco de las Hayas, dessen höchste Erhebungen mit 1022, 1053 und 1118 Meter im Lomo del Camello liegen. Las Hayas ist das Palmendorf von La Gomera. In der Bar „La Montane" gibt es deftige Speisen, zu denen Gofio, Gemüseeintopf und Kichererbsen gehören. Auch Landwein wird angeboten und Käse, der aus einer Mischung von Schaf- und Ziegenmilch hergestellt wird. Die Sorten muß man selbst durchprobieren, sie sind unterschiedlich intensiv und unterscheiden sich in ihrer Schnittfestigkeit. Hier werden drei Zimmer für etwa 25 DM vermietet, allerdings ungern für eine Nacht.
In Las Hayas hält man sich rechts nach El Cercado. Die Straße, die in La Dama enden wird, führt über zwei Schluchten, die auf Höhe der Straße wie zwei Flüsse ineinander übergehen:
Barranco del Agua und Barranco de las Lagunetas. Kurz hinter dieser Kreuzung der beiden Täler mit den Getreideterrassen liegt El Cercado. Das Dorf wurde bekannt durch seine guanchische Töpferei-Tradition, die in verschiedenen Werkstätten weiterlebt.
Ohne Scheibe werden die Gefäße aus dem Ton hochgezogen. Die Töpfereien haben täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Sie liegen direkt an der Straße, dort, wo sich auch die Telefonzelle befindet und 200 Meter von den Bar-Restaurantes „Ramon" und „Maria" entfernt. Trinkgefäße, die etwa einen Liter Wein fassen, kosten 20 DM. Für das gleiche Geld kann man in El Cercado privat übernachten. Unterkünfte werden in den beiden Lokalen des Ortes vermittelt: In einem kleinen, rosafarbenen Häuschen gibt es drei Zimmer, die Senora Maria vermietet. Es ist recht klein dort, aber sehr gemütlich und da es ein Gemeinschaftsbad gibt, ist es morgens bei der „Dusch-Absprache" sehr kommunikativ.
Die Bar „Ramon" bietet neu renovierte Zimmer mit Küche an.
Beides kostet ca. 20 DM für das Doppelzimmer.
Die Straße führt weiter bis nach Chipude, das in manchen Karten nahtlos mit El Cercado zusammengewachsen dargestellt wird. Von Chipude aus ist es nicht mehr weit bis zur weithin sichtbaren und 1241 Meter hohen Basalttafel des Roque Fortaleza, dem heiligen Felsen der gomerischen Ureinwohner.
Die Straße führt um den Fortaleza herum und windet sich den BarranCo Degolladillo del Horno hinunter. In
Chipude wachsen niedrige Eßfeigenbäume mit schmackhaften grünen bis violetten Früchten. Den Staub sollte man allerdings abwaschen. Man kann die Feigen getrocknet kaufen, dann sind sie süßer.
Schmuckstück von Chipude ist der weiß gekalkte Kirchplatz, sonntags der Anziehungspunkt vieler Kirchgänger von den Bauernhöfen der benachbarten Täler. Die Bar an der Plaza vermietet Doppelzimmer für ca. 20 DM. Eine Tankstelle findet man auf der Weiterfahrt nach La Dama hinter der nächsten Kreuzung, den Roque Fortaleza immer im Blick.
Rechts und links der Straße wachsen von nun an immer weniger Kakteen, stattdessen Gräser und Kräuter, die die Terrassen überwuchern, zwischendurch niedrige Büsche. Der Boden wird steinig und fast ausschließlich als Viehweide genutzt. Sollte sich das Wetter einmal schlagartig ändern, dann werden die Ziegen und Schafe in die einzelnen Hütten getrieben, deren Mauern aus lose aufgeschichteten Natursteinen bestehen. Die Straße endet am Kirchplatz von La Dama. Es ist ein reizendes Dorf, malerisch hoch oben auf einer Klippe gelegen. Von der Plaza der schneeweißen Kirche Nuestra Sehora de las Nieves geht es am besten zu Fuß hinunter zu den dunkelkieseligen Stränden Playa de la Ra-
jita und Playa de la Negra. Die Bucht ist schwer zu erreichen und wird dementsprechend wenig besucht. Im Umland von La Dama wachsen Bananen, Orangen und Mais.
Der Süden:
zwischen La Dehesa und San Sebastian
Immer den mächtigen Roque Fortaleza im Blick, fährt man von La Dama wieder hinauf nach El Cercado. Nur nicht ganz bis dahin, denn schon vorher, auf der Höhe von La Dehesa, führt rechts eine Straße ab, die acht Kilometer um den Fuß des Alto de Garajoney (1487 Meter) herum und sechs Kilometer durch das Gebiet des Nationalparkes führt. An dieser Stelle wird auch der Mirador de Igualero angekündigt. Die erhöhte Plattform des Aussichtspunktes von lgualero erlaubt einen Blick über die Kanarischen Kiefern hinüber zum Roque de Fortaleza, aber auch bis nach La Palma und El Hierro. Ausreichend Parkplätze stehen zur Verfügung. Eine Einladung zu einer Verschnaufpause.
Anschließend geht es zurück zur Straße und dann weiter bis zur Kreuzung nach Alajero. Hier biegt man wiederum rechts ab. Zur Rechten liegt das kleine Dorf Erque mit einer
prominenten Kapelle im Zentrum. Zwei Kilometer weiter führt links ein schmaler Weg nach Imada, einem versteckten Dorf zwischen Kakteen, Mandelbäumen und Palmen am Rande des tiefen Barranco de Santiago.
Alajero ist der nächste größere Ort auf dem Weg in den Süden von La Gomera. An der Plaza del Pueblo steht die Dorfkirche. Im Schatten des alten Feigenbaumes tauschen zu den Gottesdienstzeiten die Bewohner Alajeros Nachrichten aus. Unterhalb der Plaza wachsen in gepflegten Gärten Orangenbäume. Von hier aus kann man zu Fuß zum Staubecken des Hondura-Sees gelangen. Die Erhebungen zum Süden hin, die von der Plaza aus sieht, sind ka noch über 800 Meter hoch. Zur Küste hin bricht das Land jäh ab. Unterkunft bei Alajero: Apartmenthaus „Casanova", Avenida Maritima 6., Tel. 89 00 02. Apartments ca. 30 DM.
Nur wenige Kilometer südlich von Alajero liegt das Dorf Targa. Über einen zehn Kilometer langen Pfad von der Mitte des Dorfes aus kann man bis hinunter nach Playa de Santiago wandern. Ab hier versteppt die Landschaft zunehmend. Zwar gibt es noch verschiedentlich Terrassen, aber alles deutet darauf hin, daß dieses Gebiet vernachlässigt wird. Dornbüsche hier und dort, vertrocknete Grasflächen und umgekippte Mauern, die den Terrassen den Halt geben, prägen das Bild.
Kurz vor der Kreuzung, von der die Straße links nach Playa de Santiago führt, geht rechts ein 500 Meter langer Schotterweg zum Cementario Playa Santiago ab. Es ist eine Gelegenheit, sich einmal eine derartige Anlage näher anzuschauen, sofern das Tor nicht gerade verschlossen ist. Die Grabtafeln in den Mauernischen zur Erinnerung an die Verstorbenen werden mit Blumen geschmückt. Ebenerdige Grabstellen wie in Mitteleuropa sind auf den Inseln eher die Ausnahme.
Der Friedhof wurde 1946 zu Ehren und mit Unterstützung des Senor D. Franzisco Garcia angelegt, ein ehemaliger Generalkapitän der Kanarischen Inseln. Die Aussicht auf die Südküsten und die Klippen der Caleta de la Jarrita ist überwältigend. Ebenso der Geruch, der von der Müllhalde neben dem Friedhof ausgeht. Eine nachdenklich stimmende Nachbarschaft von materieller und menschlicher Vergänglichkeit. Weiter geht es über die geteerte Straße bis nach Playa de Santiago. Der Strand steht heute für das eigentliche Fischerdorf. Die Zufahrtsstraße endet an der Avenida Maritima. Rechts
geht es zum Hafen, links weiter in den eigentlichen Ort hinein. Der Tourismus wurde erst kürzlich als neue Einnahmequelle entdeckt, zumal im benachbarten Tecina das größte und modernste Hotel von La Gomera errichtet wurde.
Ein originelles Restaurant ist das „La Cuevita", Anton Gill, Tel. 89 51 04, eingerichtet in einer Felsnische am Hafen. Eine Mauer versperrt zwar den Blick auf die dümpelnden Boote im Hafenbecken, aber die Gemütlichkeit drinnen entschädigt dafür. Tip von der Speisekarte: frischer Fisch und Meeresfrüchte je nach Fang des Tages.
Die einen meinen, der Strand von Playa de Santiago sei grobkieselig, die anderen, er sei sandig. Beide haben recht, je nachdem an welcher Stelle der Uferstraße sie ins Wasser gehen. Playa de Santiago ist eine der sonnenreichsten Gegenden von La Gomera. Und davon profitieren die kleinen Pensionen und Restaurants inzwischen das ganze Jahr über. Die Verbindungen zur 26 Kilometer entfernten Hauptstadt sind jedoch noch nicht die besten. Dreimal am Tag fahren Busse nach San Sebastian (Rückkehr zweimal am Tag). Die Fahrt ab Plaza Nuestra Sehora del Carmen dauert 45 bis 60 Minuten und kostet 5 DM, Kinder bis sieben Jahre frei. Die gleiche Strecke mit
dem Taxi käme auf ca. 45 DM; bis ins Valle Gran Rey zahlt man für ein Taxi von hier aus ca. 60 DM: Unterkunft:
Pension „Garajoney", Avenida Maritima, Tel. 89 50 01, allerdings häufig geschlossen.
Apartmenthaus „Noda", Laguna de Santiago 73, Tel. 89 50 87.
Ein neues und sehr ordentliches Haus unterhalb der Kirche an der Straße nach Tecina. Apartments für zwei Personen ab 55 DM.
Ein günstiges Haus ist die Pension „La Gaviota", direkt am Wasser gelegen. Zimmer mit Bad ab 20 DM, alles sehr sauber und hell, mit Restaurant, wo es noch so richtig kanarisch zugeht.
Schon vom Hafen Playa de Santiago aus kann man das Hotel Tecina auf einer Landzunge oberhalb des Strandes Tapahuya sehen. Man fährt die Uferstraße ostwärts, biegt an der Autovermietung „Pinero" links ab und hält sich dann auf einer Hoppelpiste landeinwärts. Das Lokal „Albaretzki", der Tip für die, die sich Freaks nennen, läßt man rechts liegen und fährt den Berg ca. 300 Meter hinauf. Man orientiert sich am besten an dem Turm der kleinen Kapelle. Die Straße unten wurde 1988 gerade ausgebessert, eine Umleitung führte zwischen den Plantagen hindurch. Weiter oben wird die Straße kurvenreich, ist aber befestigt. In einer der engen Kurven steht das Apartmenthaus „Noda", ein Familienbetrieb mit freundlichen Wirtsleuten.
Fährt man an dem Marienhäuschen geradeaus weiter, dann kommt man an mehreren Tante-Emma-Läden vorbei, in denen die Preise noch niedrig sind und die Verkäuferin ein offenes Ohr hat für ihre Kunden, auch wenn die sich nur mit Händen und Füßen verständlich machen können.
Das Dorf Tecina liegt östlich und oberhalb von Playa de Santiago. Es rückte seit dem 20. November i987 in den Mittelpunkt des Fremdenver,,-= kehrs auf La Gomera.
An jenem Tage nämlich wurde auf dem Landvorsprung des Punta Gaviota feierlich das Vier-Sterne-Hotel „Tecina" eröffnet. Mit 380 Räume::, größtenteils Apartments im Bungalow-Stil, ist es eine der Attraktionen auf den Kanarischen Inseln geworden und gehört mit dem Harador Nacional zu den schönsten Ho tels auf La Gomera. Initiator ist Frederik Olsen, ein norwegischer Reeder.
Im Hotel „Tecina" warten 800 Betten auf Urlauber. Es gibt eine Schwimmanlage, Fernsehräume, Möglichkeiten zum Geldwechseln, eine Bar.
Es kommen hauptsächlich aus nordischen Ländern und der Bundesrepublik. Zum Essen dürfen keine Shorts getragen werden, die Tischplätze weist der Kellner zu.
Das Personal, so betonen die Betreiber des „Tecina" in der Hausordnung und dem Hotelprospekt, besteht aus Gomerern. Denn auf der Insel sollen auch die Einheimischen am Fremdenverkehr beteiligt sein. Ein sympathischer Zug der Betreiber, auch wenn der Service nicht immer perfekt ist. Preis für ein Doppelzimmer, allerdings nicht nur für eine Nacht: 200 DM pro Übernachtung.
Die Playa Suarex, der Kieselstrand unterhalb des „Tecina", ist ca. 1500 Meter entfernt; der Weg dorthin führt zwischen staubigen Bananenplantagen hindurch. Vier- bis fünfmal pro Tag fährt der Hotelbus den steilen Weg hinunter zum Wasser.
Vom Hotel „Tecina" fährt man wieder auf die Hauptstraße und hält sich rechts. Die Straße steigt bergan, führt an runden Zisternen vorbei, aus denen das Hotel und Playa de Santiago mit Wasser versorgt werden. Nach etwa 20 Kilometern ist man in Vegaipala südlich des Rückens von Tagamiche. Hier gibt es hervorragende Einblicke in den von Erosionsschluchten zergliederten Südosten der Insel. Die Straße von Tecina
kreuzt sich hier mit der von San Sebastian zum Roque de Agando, einem der Zufahrten zum Nationalpark.
Wir fahren nordöstlich am Tagamiche vorbei und schließen nach 13 Kilometern in San Sebastian die Inselumrundung ab. Kurz vor San Sebastian steht rechts auf einem Hügel das weithin sichtbare Christus-Kreuz, das man bei dieser Gelegenheit der Aussicht über den Hafen und die Stadt wegen besuchen sollte (-"San Sebastian).
Der Parque Nacional de Garajoney
Wäre Cäsar Gomerer gewesen, hätte er auf Silbo auf den Lorbeerkranz als Zeichen seines Erfolges liebend gerne gepfiffen. Zu gewöhnlich wäre ihm diese Pflanze erschienen, denn mitten auf La Gomera wächst gleich ein ganzer Wald davon: der Bosque del Cedro im Parque Nacional de Garajoney.
Es gibt zwei Eingänge in den 3984 Hektar großen Nationalpark, die über Waldwege („camino forestal") miteinander verbunden sind: La Laguna Grande und Las Rosas. Der unverfänglichere Eingang ist der von Las
Rosas aus. Man erreicht dieses kleine Dorf von San Sebastian über Hermigua und Agulo.
Es empfiehlt sich, auf der Hauptpiste zu bleiben, wenn man mit einem Auto durch den Park fährt, wie es die Rundfahrtbusse ebenfalls tun. Alles andere ist weder im Sinne der Forstbehörden noch gut für einen der ältesten Wälder dieser Art auf der Welt. Der Bosque del Cedro wird auf mehrere Millionen Jahre geschätzt. Dem Wanderer bietet sich hier eine Pflanzenformation, durch die er wie auf Dschungelpfaden wandert. Allein um sich nicht in dieser botanischen Einmaligkeit zu verlaufen, sollte man sich im Centro de Visitantes vorab informieren.
In Las Rosas folgt man der Ausschilderung „Centro de Visitantes". Die Piste steigt steil an und führt zum Besucherzentrum des Nationalparks. Mit dem Centro de Visitantes gelang der Forstverwaltung ICONA (Institut() Nacional para la Conservacion de la Naturaleza) ein nachahmenswertes Beispiel für ein Informationszentrum. Lehrgärten stellen die Pflanzen der Garajoney-Flora vor. Und seit Anfang 1988 gibt es eine Handwerksabteilung, in der nach überlieferten Methoden Holz-, Korb- und Webarbeiten angefertigt werden. Getöpfert wird dort ebenfalls.
Im Hauptgebäude des Besucherzentrums werden Vorträge über das Ent stehen des Nationalparks gehalten. Auch eine Präsenzbibliothek mit naturkundlichen und historischen B’" chern gibt es hier. Öffnungszoiton: täglich außer Dienstag von 9.30 bis 16.30 Uhr.
Das Centro de Visitantes bleibt lin liegen, und man fährt geradeaus durch den Park. Der Bosque dei Cedro ist ein Mischwald mit Kiefern und Lorbeerbäumen, über die tiefliegende Wolken hinwegstreichen. Es ist feucht und kühl; Moose und Flech ten haben sich an die Stämme der meist dünnen Bäumchen festgeklammert. Die Hauptpiste endet schließlich an der Kreuzung vor La Laguna (auch La Laguna Grande). Hält man sich hier rechts, führt nach wenigen Metern links ein Waldweg in den Kessel von La Laguna. Spiel- und Grillplätze sind großzügig angeordnet. Sie liegen so sehr abseits der Straße, daß von den wenigen vorbeifahrenden Autos nichts zu hören ist. Wer zu Fuß in den Nationalpark möchte, kann sein Auto hier stehenlassen. Eine Wanderung von hier zum Alto de Garajoney dauert hin und zurück etwa zwei Stunden. Der 1478 Meter hohe Berg ist der höchste auf La Gomera inmitten dichter Wälder, Barrancos, Terrassenfelder,
Felssäulen, palmenbesäumter Gebirgsbachbetten.
Zurück in La Laguna Grande kann man sich auf den hölzernen Bänken ausruhen und das eventuell mitgebrachte Picknick genießen.
In dem steingemauerten Ofen am Weg zum Restaurant wird übrigens manchmal sogar Brot gebacken, das dann zu den Mahlzeiten bestellt werden kann.
Die Höhenstraße von La Laguna aus führt in westlicher Richtung zum Valle Gran Rey. Die Straße in östlicher Richtung endet an der Kreuzung mit dem Schild „Compamento El Cedro". Links geht es nach Hermigua, rechts am Roque de Agando vorbei über die TF 713 nach San Sebastian und Playa de Santiago, geradeaus an den Höhen des Quemada vorbei auf die Straße nach Agulo. Vom Aussichtspunkt Roque de Agando zeigt sich der Felsblock mit 1250 Metern Höhe von seiner schönsten Seite. Dieser imponierende Vulkanstumpf sieht aus wie ein teilweise geschmolzener Zuckerhut.
An der Straße nach San Sebastian wurde links die Gedenkstätte „Punta de la Sabine hergerichtet, die allen Reisenden zu den Kanarischen Inseln die Gefährlichkeit des Umgangs mit Feuer in den Wäldern verdeutlichen sollte: Am 11. September 1984 verloren zahlreiche Männer bei
dem Versuch, einen weitflächigen Brand zu löschen, ihr Leben. Nur wenige Tage erst war jener Vertreter der spanischen Regierung im Amt, der mit dem Auftrag nach La Gomera geschickt worden war, sich ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe zu machen. Er unterschätzte die Gefahr und kam ebenfalls um. Die Namen der Getöteten wurden in dem Denkmal verewigt.
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