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La Palma

Mai-28-2008 By admin

Die herzförmige Insel La Palma weist ein sehr gutes Netz von Straßen auf, sowohl was deren Verlauf als auch deren Qualität angeht. An den Eckpunkten im Norden und Süden und In der Mitte der Ost- und Westküste gibt es fünf dicht besiedelte Gebiete: Barlovento, Santa Cruz/Breha Alla, Fuencaliente, Los Llanos de Aridane/E1Paso und Garafia. Diese Orte sind durch die breiten Straßen 812, 830 und 832 miteinander verbunden. Lediglich im Norden zwischen Garafia und Barlovento gibt es bisher schlaglochreiche Pisten durch den Wald. Diese Strecke nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, lohnt sich aber wegen der herrlichen Aussicht und einem auf den Kanarischen Inseln einmaligen Sonnenuntergang. Wer lieber kein Risiko eingehen und trotzdem Garafia und Barlovento sehen möchte, wird diese Strecke meiden müssen. Die bequemere Verbindung zwischen den beiden Kleinstädten führt über El Paso und San „lose de Bretia Alta.Oder man wählt die Paßstraße über den 2361 m hohen „Pico de la Cruz”, vorbei am Observatorium.
Der Nordosten: von Barlovento bis zu den Toren von Santa Cruz
Wer sich Barlovento über die Waldpiste von Garafia aus nähert und somit eine sehr anstrengende Fahrt hinter sich hat, wird sich gut aufgehoben fühlen in diesem gastlichen Bezirk. „Esta usted en Barlovento Bienvenudo” steht auf dem Schild einen Kilometer vor dem Ortseingang. Das freundliche Willkommmen im Bezirk Barlovento läßt einen den Streß hinter dem Steuer erst einmal vergessen.
Fährt man aus westlicher Richtung und vom Rastplatz Fuente las Mimbreras auf Barlovento zu, dann führt kurz vor der Stadt ein Weg zur La Laguna de Barlovento. Um den Vulkankrater herum wurden Spazierwege angelegt. Der Freizeitpark „Laguna Barlovento” mit Spiel- und Grillplätzen ist bereits fertig und wird eifrig genutzt.
Vom Freizeitpark fährt man wieder auf die Hauptstraße und kommt nach wenigen hundert Metern an dem Bar Restaurant La Predera

Pres „Pradera” besteht in erster Linie aus Holz: die Wände, die rustikale theke, die Tische, Stühle, auch die Separees, in denen ganze Familien speisen und feiern können. Kinder sind herzlich willkommen.
Zu den Grillspezialitäten gehören Ziegenkäse mit scharfer oder milder Mojo-Sauce, Steaks; es gibt Kichererbsen-Suppe, Schrumpfkartoffeln und einen Landwein, der aus bauchigen Flaschen in die Karaffen gekippt wird. Preis für ein komplettes Menü: etwa 25 DM.
Die Straße führt vom „Pradera” aus am Hotel „Romantica” vorbei auf Barlovento zu. Etwa 3000 Menschen leben in dieser Stadt und der näheren Umgebung. Die Gastronomie entwickelt sich zusehends; Barlovento wird hinter vorgehaltener Hand noch als Urlaubsparadies empfohlen. Die Stadt wandelt sich schnell. Sie ist Ausgangspunkt für Wanderungen in die waldreiche, zerklüftete und wenig gestörte Natur. An die Surfer wird inzwischen auch gedacht; aber die Wassersportszene wird hier vorläufig nicht besonders ausgeprägt sein.
Dle Pfarrkirche in der Mitte des Ortes heißt Nuestra Sefiora del Rosarlo und beherbergt eine Marienstatue
r. _.Ichen Namens. Es gibt verschiedene Restaurants und eine Diskothek an der Hauptstraße.
Unterkunft:
Hotel „La Palma Romantick” (Tel. 45 08 21); Einzelzimmer 75 DM; Doppelzimmer 117 DM. Insgesamt verfügt dieses Hotel über 74 Betten.
Nördlich von Barlovento fällt das Land flach ab, bis es sich der Küste ca. zwei-, dreihundert Meter genähert hat. Dann geht es plötzlich steil hinunter bis zu den Landmarken Punta Gaviotas und de Topaciegos. Direkt bis auf Meeresebene zu gelangen setzt nicht nur festes Schuhwerk, sondern auch Mut und ein wenig Kletterkunst voraus. Sehenswertes La Palma
Südlich von Barlovento liegt San Andres y Sauces. Die Straße verläuft in engen Kurven; an den Hängen der Berge wachsen Drachenbäume, auf den Terrassen Gemüsesorten, und in den Höhlen wird Vieh, Futter und Werkzeug untergebracht. Nach etwa vier Kilometern zeigt ein Schild links zu den Piscinas La Fayana. Auf die weitere Ausschilderung kann man sich verlassen; die Straße wird zu einem drei Kilometer langen Feldweg, der zwischen Bananenplantagen hin- durchführt. Im Winter weht ein rauher Wind, der auch das Baden in den Naturschwimmbecken unmöglich macht. Die Schwimmbecken bestehen aus natürlichen Mauern, die
durch Lavaströme oder von Vulkanen hinausgeworfenes und aufgespültes Felsmaterial entstanden sind. Doch auch die Aussicht über die Küste und zum offenen Meer lohnt den Weg. Der Leuchtturm ist der von Punta Cumplida.
Oberhalb von La Fayana kommt man auf der weiteren Fahrt in den Süden durch La Cuesta. Im Zentrum des Ortes und rechts der Hauptdurchgangsstraße steht die Kirche Maria Auxiliriada, 50 m weiter ein Lebensmittelladen und demgegenüber das öffentliche Telefon. Immer wieder fallen auf der weiteren Fahrt die Höhlen rechts und links der Straße auf, die in das poröse Tuffgestein gegraben worden sind. Nicht immer sind es alte Behausungen, einige sind jüngeren Datums und die Folge der Suche nach Baumaterialien. Obwohl die Gegend stellenweise felsig ist, wachsen doch zahlreiche grüne Pflanzen auf den Terrassen; nicht umsonst ist La Palma die „grüne Insel”.
Die nächste Schlucht heißt Barranco de la Herradora und ist voller Höhlen und Terrassen bis hin zum Aussichtspunkt Aparicio. Rechts der Straße befindet sich auf dem 312 m hohen Berg das Kreuz von Aparicio. Die Bauern haben dem Boden einiges abgewinnen können: Neben Wolfsmilchgewächsen, Feigenkak-
teen, Büschen und verschiedenen Kriechpflanzen wachsen hier mühsam kultivierte Bananen.
Die Straße 830 führt schließlich zu einer Kreuzung, an der es links nach San Andres und Espindola geht. Bananenplantagen prägen das Bild neben Datteln und Papayas. Diese Strecke endet an einer Kreuzung. Rechts fährt man nach San Andres, an der Bar „Miami” vorbei und sieht t nach ca. 200 m links der Hauptdurchgangsstraße die kleine Kapelle San Andres Apostol. Die zweite Kirche ist wesentlich größer und befindet sich links der Hauptstraße zur Küste hin. „. Hier gibt es auch eine große Plaza und eine Telefonzelle.
Links der Kreuzung geht es weiter zum Charco Azul zwischen San Andres und der Hafenstadt Espindola, genau genommen zwischen einer Bananenverpackungshaiie und der Destillerie. Dort werden Bananen zu Likör verarbeitet und Wein zu Branntwein destilliert. Um das Naturschwimmbecken das Charco Azul 4 wurde eine komplette Badeland- ri schalt mit Toiletten, Liegeflächen und einem Getränkestand gebaut.
Mit Espindola ist die kleine Hafenstadt gemeint, auf die man trifft, wenn man am Charco Azul und der Destillerie vorbei weiter geradeaus fährt.

Vor allem Fischerboote legen an der Rocht an.
Zurück zur Straße 830 und weiter nach Süden. Der nächste Ort wird in verschiedenen Karten als San Andres, Los Sauces oder San Andres y Sauces bezeichnet. San Andres y Sauces ist ein dicht besiedeltes Gebiet, zu dem auch Puerto Espindola gehört. Die Namen Espindola, Los Sauces und San Andres bezeichnen lediglich Teile dieses Ballungszentrums, das zu einer Stadt zusammenwachsen wird. Bis zum 16. Jahrhundert war San Andres noch ein eigenständiger Ort, der später mit Los Sauces vereint wurde und heute gemeinsam verwaltet wird. An der Hauptstraße findet man die wichtigsten Geschäfte und Lokale.
Mittelpunkt und religiöses Zentrum des Ortes ist die Nuestra Senora de Montserrat, gelegen an einer blumengeschmückten Plaza, die zum Verweilen einlädt. Die Kirche ist eine der größten auf La Palma und beherbergt eine vielverehrte Madonnonstatue aus dem 16. Jahrhundert. Unterkunft:
Casa Huespedes „EI Drago”, Carretera General, Nähe Cepsa-Tankstelle, Tel. 45 03 50. Einzelzimmer für 30 DM, Doppelzimmer für 35 DM, jeweils ohne Bad. Im Erdgeschoß gibt es ein Bar-Restaurante, in dem auch gefrühstückt werden kann.
Casa Huespedes „Los Tilos”, Carretera General, Tel. 45 01 07. Zimmer ab 17 DM.
Hinter San Andres y Sauces führt rechts eine Straße nach Los Tilos in die wasserreiche Schlucht Barranco de Agua. Los Tilos bezeichnet einen üppigen Wald westlich von Los Sauces zwischen den Bergrücken Lomo de la Hoya Amarga und Lomo de la Crucita. Die schmale Straße endet an der Herberge „Casa del Monte”, ab der es nur noch zu Fuß über schmale Pfade weitergeht.
Los Tilos bezeichnet auf Spanisch die Lindenart Ocotea foetens, von der es hier extrem große Exemplare gibt. Auf der Straße 830 nähert man sich als nächstes dem Ort Garachico. Er beginnt kurz hinter der kleinen, weißen Kapelle zur Linken. Woran man sich bei Garachico gerne erinnern wird, das ist die Schlucht Barranco del la Galga südlich von Garachico. In dem tiefen Erosionstal mit den steilen, zerklüfteten Wänden finden ein paar anspruchslose Pflanzen Halt. Als nächstes folgt ein längerer Tunnel, hinter dem links die Kapelle Ermita de San Bartolome steht. Der Grundstein für dieses Gotteshaus wurde am 1. Oktober 1976 gelegt. San Bartolome ist ein offizieller Aussichtspunkt auf La Palma, von dem
aus man bis San Andres y Sauces blicken kann.
Die Ermita de San Bartolome gehört bereits zu La Geige, einem Dorf oberhalb zweier Schluchten, die lediglich durch eine schmale Wand voneinander getrennt sind: die Barrancos de Nogales und de la Galga. Galga liegt 437 m über dem Meeresspiegel auf einer fast würfelförmigen, geologisch interessanten Erhebung, dem Cubo de la Galga.
Vier Kilometer hinter La Galga liegt das Dorf El Grane!. Rechts der Hauptstraße führt ein Feldweg auf den Senkkrater Caldera de Taburiente zu und durch dichte Wälder bis zum Pico de las Nieves. Der Berg verdankt seinen Namen dem Schnee, der auf dem Gipfel in 2230 m Höhe in manchen Wintern liegt. Diese Strecke zum Pico de las Nieves sollte Wanderern vorbehalten bleiben: Sie führt durch Dickicht, über bewaldete Höhen und durch Täler zum Gipfel des Berges. Unter anderem schlängelt sich der Weg am 705 m hohen Montane Siete Cejos vorbei, der noch relativ sanft wirkt, dann geht es bergab und wieder auf den Rücken Lomo Corcho, dessen Erhebungen bis über 1300 m reichen. Kurz vor dem Monte Santo teilt sich der Weg: Rechts geht es am schnellsten um die Caldera herum bis zum Roque de los Muchachos.
Geradeaus kommt man nach wenigen hundert Metern auf eine gut ausgebaute Straße, die links zum Pico de las Nieves führt. Die gesamte Strecke von El Granel bis zum Pico de las Nieves beträgt 15 Kilometer. Nur zwei Kilometer hinter El Granel Richtung Santa Cruz beginnt Punta!- lana. Vor der Dorfkneipe und der Apotheke zur Linken führt eine Straße hinunter nach Bajamar.
Zur Küste hin gibt es mehrere ca. 150 m lange Badebuchten. Die !atzten paar hundert Meter wird man über einen gefährlichen Abstieg zu Fuß
rücklegen müssen. Aber eben das der Reiz dieses Strandes für Individualisten. Nur wenige finden sich arn schwarzen Sand dieses Strandes zum Baden ein.
Man fährt von hier aus wieder nach Puntallana und die Hauptstraße wieder links Richtung Santa Cruz
Links zwischen den Pflanzungen stehen die Villen der Plantagenbesitzer. Sie verschiffen ihre Ernten größtenteils von Santa Cruz de La Halme aus, der Hauptstadt, die man nach neun weiteren Kilometern erreicht.

Großstadt, Malpaises und Berg des Mondes

besitzt die schönste Altstadt auf den Kanarischen Inseln. Die wichtigste Straße davon ist die Calle O’Daly. Sie beginnt auf der Höhe des Hafens und verläuft parallel zur Uferstraße Avenida Maritima und der Alvarez de Ab- reu. Die Hauptkirche und das Rathaus findet man hier, ebenso zahlreiche Geschäfte und in den Gassen kleine Straßenrestaurants. Die O’Daly endet an der Avenida EI Puente. Man überschreitet sie und läuft die Perez de Brito weiter, bis sie sich teilt. Rechts geht es zur alten Festung Castillo de Santa Catalina, die von 1676 bis 1701 gebaut wurde und heute ein Nationaldenkmal ist. Links führt die Promenade am Stadtpark vorbei bis zum Seefahrtsmuseum.
Dieses Museum wurde der Santa Maria nachgebaut, dem Schiff, das Kolumbus nach Amerika brachte. In dem originellen Museum sind Bordinstrumente, Karten und Tauwerk zu sehen, die teils als dem späten 15. Jahrhundert stammen oder historischen Vorbildern nachgeahmt sind. Geöffnet montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr; Eintritt: 100 Peseten. Das Museum steht an der Avenida de La Nieves, über die man an der Burganlage des Castillo de la Virgen vorbei bis zur Kapelle mit der Jungfrau von La Palma fahren kann.
Hält man sich an der Santa Maria jedoch seewärts, dann kommt man auf
die Hauptstraße von Santa Cruz, die Avenida Maritima.
Hier steht das staatliche Hotel Parador Nacional de Santa Cruz de la Palma. Dunkle Holzgalerien heben sich auch hier deutlich von den weißgekalkten Wänden ab. Die Empfangshallen sind freundlich eingerichtet, die Zimmer einladend. Das Hotel wurde zwischen 1981 und 1985 umgebaut, da es nur 39 Betten in mehr Einzel- als Doppelzimmern hatte. Es bekam sein drittes Sternchen dazu und vermietet nun 62 Betten in 30 Doppel- und zwei Einzelzimmern. Die Avenida Maritima trennt die Stadt vom Meer, das über die Ufermauern gischtet. Nach Norden führt sie als Carretera General del Norte (Straße 830) bis nach Barlovento, zum Süden hin am Hafen vorbei durch den Tunnel und dann als Carretera General del Sur (Straße 832) um die Südspitze der Insel herum bis hinauf nach Garafia. An der Post, die sich gegenüber dem Hafenzugang befindet, steigt die Calle Arocena den Berg hinauf und führt über Buenavista de Ariba und von San Josa de Brefia Alta aus quer über die Insel als Straße 812 bis El Paso.
Gut 18 000 Menschen leben in Santa Cruz, der Hauptstadt des östlichen Gerichtsbezirkes. Die Häuser der Balkonen geschmückt, die für die kanarische Architektur typisch sind. Ein schönes Beispiel: die Pension „Cubana” in der Calle O’Daly 34, Tel. 41 13 54, Doppelzimmer 33 DM.
Das Haus wurde 1819 gebaut und steht wie die Innenstadt von Santa Cruz unter Denkmalschutz. Holzbohlen knarren unter den Füßen. Es gibt eine Dusche und ein WC, die in Schuß gehalten werden.
Vom Balkon im Salon blickt man auf die Calle O’Daly, die ursprünglich an der Küste entlangführte. Dann wurde dem Meer Land abgerungen und die Avenida Maritima gebaut. Vom „Cubana” geht man die O’Daly hinunter bis zur Plaza de Espana. Hier steht das Renaissance-Rathaus von 1560, das nach den Überfällen des Piraten Pie de Palo 1563 und anderer Brandschatzer wiederhergestellt wurde. Die späteren Angriffe des Engländers Sir Francis Drake konnten erfolgreich abgewehrt werden. Der Aufgang zum Sitzungssaal des Rathauses wurde sehr fein aus Holz geschnitzt, was wesentlich zur Pracht dieses repräsentativen Gebäudes beiträgt. Die Kassettendecke und die Wandbilder von Mariano de Cassio aus dem letzten Jahrhundert ergänzen die schöne Innenarchitektur. Von der Vorhalle des Rathauses und den Arkaden, unter denen sich gerne die älteren Herren von Santa Cruz
de La Palma aufhalten, blickt man über die Plaza de Esparia zur El Salvador. Diese dreischiffige Kirche wurde 1503 erbaut. In ihr befindet sich eine Kassettendecke, die als die schönste auf den Kanarischen Inseln gilt. Der Bildhauer Estevez schuf die Marienfiguren in den Seitenschiffen. Die Kirche El Salvador enthält Elemente aus der Spätgotik, der Renaissance und des Barock.
Auf der Plaza ein hübscher Brunnen (1588) und ein Denkmal zu Ehren des palmerischen Humanisten Diaz Hernandez, der 1863 starb. Links an der Kirche vorbei führt eine Treppe hinauf zum Stadtmuseum, dem Museo de Etnografia y Arqueologia. Diese natur- und heimatkundliche Sammlung ist täglich außer sonntags von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr zu sehen.
Ein drittes Museum steht an der Calle General Mola und ist das Provinzmuseum der bildenden Künste, das Museo Provincial de Bellas Artes. Es ist außer sonntags immer von 9 bis 13 Uhr und von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Es enthält unter anderem Werke der spanischen Künstler Sorolla y Bastida und Madrazo.
Vom Stadtmuseum aus kommt man auch in die Oberstadt mit der kleinen, ehemaligen Klosterkirche Santo Domingo mit einem frühbarocken Hauptaltar. Die Kirche wurde im 18.
Jahrhundert gebaut, später aber immer wieder ergänzt. Auch hier ist die kunstvolle Holzdecke erwähnenswert — neben den wertvollen Gemälden flämischer Maler. Die Skulpturen, darunter die Marienstatue, schuf wieder Estevez.
Der Gründer der Stadt war Alonso Fernandez de Lugo, der La Palma ab 1492 eroberte. Er brauchte nach seiner Landung an der Westküste bei Tazacorte ein Jahr, um die Guanchen zu besiegen und gründete dann die heutige Hauptstadt an einer geöffneten Bucht. Ein Hafen entstand, der hinter Sevilla und Amberes der drittgrößte des spanischen Reiches war. Auch heute trägt vor allem der Hafen von Santa Cruz zum Wohlstand der ganzen Insel bei. Von hier aus fahren fahrplanmäßig Schiffe nach Sevilla und Barcelona. Von hier aus legen auch die Schiffe zu den anderen Inseln des Archipels ab.
Nützliche Adressen:
Ärztliche Versorgung: Residencia Sanitaria de Nuestra Seriora de las Nieves, Tel. 42 03 00.
Hospital de Dolores, Plaza Ramon y Cajal, Tel. 42 32 04.
Taxistationen und -rufe: Avenida El Puente, Tel. 41 12 02; Plaza de la Alamada und Calle de Miguel de Sosvilla, Tel. 41 00 07.
Konsularische Vertretung: Jose Francisco Perez Bravo.
Fernsprechamt: Santa Cruz de la Palma, Pedro Poggio 8, Tel. 003. Telegrafenamt: Santa Cruz de la Pal-1111 ma, Plazoletto del Muelle, Tel. 41 11:’=’ 67.
Polizei: Guardia Civil Cuartel, La Portada s/n., Tel. 41 11 84; Avenida B.
rez Gonzales, Tel. 41 19 02.
Amtliches Touristenbüro: Administracion Turistica del Cabildo, Muelle, Tel. 42 31 00.
Anfang 1988 siedelte dieses Büro genüber dem Parkplatz links vorn H%-. fen in ein neues Verwaltungsgebäude über.
Iberia: Tel. 41 13 45.
Flughafen: Tel. 41 15 40. Trasmediterranea: General Mola ‘ Tel. 41 21 11.
Unterkunft:
Parador Nacional de Santa Cr
la Palma (**”); Einzelzimmer 781311941 Doppelzimmer 97 DM; Frühstück 1 DM. Tel. 41 23 40 und 41 23 41.
Hotel „San Miguel” (*”*), Avenida E Puente 31, Tel. 41 12 43.
72 Zimmer zwischen 70 und 100 DMA& Hotel „Canarias” (”*), Avenida Cabre-ji ra Pinto 27, Tel. 41 31 82. 14 Zimmer, Doppelzimmer ab 50 DM.
Hotel „Bahia” (”), Plaza de la Luz 35* Tel. 41 18 46. 30 Zimmer, Doppelzi
mer ab 35 DM.
Apartmenthaus „Rocamar” (zwei 41 19 46. Neun Apartments, für zwei Personen zwischen 64 und 120 DM. Casa Husepedes „Arrocha”, Calle Perez Brito 79, Tel. 41 11 17. Doppelzimmer ab 30 DM.
Apartmenthaus „La Fuente”, Calle Perez de Brito, 49, Tel. 41 56 36. Ab 47 DM. Sehr schönes, kanarisches Haus, klein und idyllisch gelegen, der Besitzer ist ein Deutscher, Thomas Schmitz, der auch bei allen anderen Kleinigkeiten gern weiterhilft.
La Palma
Tip: Wer feststellt, daß sein Spanisch nicht ausreicht, kann noch schnell einen Intensivkurs in Santa Cruz machen: in der Academia Alameda, Tel. 41 67 76, fünf Minuten vom Schiffahrtsmuseum entfernt. Zwei Spanier, die glücklicherweise nicht zu gut Deutsch sprechen (das ist ja die beste Grundlage, um Spanisch zu lernen), Jose und Paco bieten in ihrem 3-Zimmer-Häuschen Kurse für Klein- Gruppen an. Drei Stunden kosten etwa 25 DM.
Palma — Im Zeichen des Fremdenverkehrs). Hier beginnen Bananenpflanzungen, doch auch die Gärten sind sehr hübsch. Rechts der Hauptstraße steht in einer Kurve das Apartmenthaus „Madoyber”. Wenige Meter weiter kommt die Kreuzung, an der es links zum Flughafen und nach Hoya de Mazo geht und rechts zur Südspitze der Insel nach Fuencaliente.
Die Straße linksführt nach kurzer Zeit am Restaurant „Tunia” vorbei und
dann wiederum auf eine Kreuzung zu, an der es links zum Flugharuii und rechts nach Fuencaliente geht. Die Straße rechts führt zum BarRestaurante „Las Brisas”, das in früheren Reiseführern wegen seinef Tintenfisch-Zubereitungen empfohlen wurde. Es ist weiterhin für die Calamares empfehlenswert, die es 15 DM zu essen gibt. Doch auch Kaninchen sollte man sich nicht entgehen lassen. Sie werden mit eile: pikanten Mojo-Sauce serviert.
Großstadt, Malpaises und Berg des Mondes 159
So schön Santa Cruz de La Palma als Stadt auch ist, ihr fehlt der Strand. Ein Urlaubszentrum gibt es südlich der Hauptstadt bei Playa de los Cancajos, die die größte Anlage dieser Art auf La Palma ist. Man erreicht Playa de los Cancajos über die Straße 832 kurz vor Breda Baja. Das Meer ist hier vergleichsweise sanft. Ebenso nah wie die Hauptstadt ist der Flughafen.
Essen und Trinken: „La Fontana”, Stadtteil Adelfas, Tel. 43 42 50. Um internationale Küche bemüht. Unterkunft:
Apartmenthaus „Los Cancajos”, Playa de los Cancajos, Tel. 43 41 44. Apartments zwischen 65 und 75 DM. Apartmenthaus „Costa Salinas”, Playa de los Cancajos, Tel. 43 43 48. Apartments ab 73 (eine Person) bis 100 DM (fünf Personen).
Breria Baja ist das nächste Städtchen auf dem Wege in den Süden. Die Häuser von Breda Baja sind verstreut entlang der drei Hauptstraßen gebaut, die nach Breda Alta, Mazo und Santa Cruz de Palma führen. Namengebend für Breda Baja, ebenso für San Jose de Breda Alta ist der 565 Meter hohe Breda südlich der beiden Orte. Man läßt ihn auf dem Weg nach El Pueblo rechts liegen, kann ihn jedoch auch über einen Pfad, der um ihn herumführt, besteigen. Bei günstiger Witterung blickt man von hier aus bis zum Flughafen und kann die Start- und Landebewegungen des Luftverkehrs beobachten.
Breda Baja geht in eins über mit dem wohlhabenden San Antonio, von dem aus es nicht mehr weit ist bis

Aeropuerto de La Palma — Im Zeichen des Fremdenverkehrs Auf dem Flughafen von La Palma wurde im November 1987 eine neue Ära eingeleitet. Am vierten jenes Monates sollte die erste LTU-Direktflugmaschine aus Deutschland Urlauber bringen. Gleichzeitig jedoch hatte sich ein Heuschreckenschwarm aus Afrika angekündigt, der dann ebenso wie das Flugzeug wieder kehrtmachte. Für einige Palmeros haben Heuschrecken und Urlauber nicht nur das gemeinsam, sie empfinden sie auch als ähnlich bedrohlich für ihre schöne grüne Insel. Die Reisenden kamen dann per Schiff von Teneriffa aus einen Tag später Ohne Heuschrecken.
Am 11. November dann ein neuer Versuch der LTU. Die ersten Urlau-
ber betraten die Flughafenpiste. aingen an der neuen, jetzt für internationale Flüge notwendigen Paßabfertigung vorbei. Honoratioren begrüßten sie, aber auch junge Leute mit Protestplakaten.
Fremdenverkehr ist auf La Patnia nicht neu. Und daß er als bedrohlich empfunden wird? Viele Paimeros warten auf die Gäste und begegnen ihnen mit ihrer typischen Geiaa.qpnheit und der ebenso typischen Gastfreundschaft.
Eine Urlauberszene wie auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote gibt es hier noch nicht, ja nicht einmal ein Mekka für Alternativurlauber wie das Valle Gran Rey auf La Gomera. Lediglich El Hierro kann unter den Kanarischen Inseln La Palma den Rang an Unberührtheit abnehmen. Die grüne Insel ist also noch etwas für Entdecker, die übrigens gut zu Fuß sein müssen, wollen sie wirklich die landschaftlichen Schönheiten dieser Insel bis ins kleinste erkunden. Doch auch demjenigen, der weniger beweglich, vielleicht sogar behindert ist, öffnet sich die Insel. Die Palmeros helfen selbstlos, nehmen sich Zeit für den Gast.
Andere freilich sind geschäftstüchtig und verkaufen ihr Land — möglichst an deutschsprachige, finanzkräftige Investoren — und haben da-
mit ihre Insel fast schon aufgegeben.
Spanien in der EG, das hat auch für die Bananenbauern Folgen. Noch können sie sich auf ihre Monopolstellung einigermaßen verlassen, aber man munkelt, daß demnächst von außen Konkurrenz droht. Ist der Bananenanbau am Ende? Der Fremdenverkehr soll Ausgleich schaffen, ein zweites wirtschaftliches Standbein, denn an die Banane alleine glaubt kaum noch jemand. La Palma braucht den Fremdenverkehr, ob es will oder nicht.

Von San Antonio führt die Straße 832 weiter nach EI Pueblo, das sich bis hinunter nach Hoya de Mazo erstreckt, mit dem es inzwischen zusammengewachsen ist. Hauptattraktion in Mazo ist die aufwendige Prozession zu Fronleichnam, bei der die Straßen des Dorfes, vor allem um die Plaza herum, mit Blumenbildern geschmückt werden.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann entweder die 832 weiter über das Dorf Sabina fahren oder aber parallel dazu die schmalere Straße von Hoya de Mazo an den Malpaises vorbei. Die beiden Straßen treffen sich in Tigalate. Die zum Meer gelegene Strecke führt kurz vor Malpais an ei-
nem Aussichtspunkt auf der linken Seite vorbei, von dem aus die felsige Landschaft von Los Roques überblickt werden kann. Etwas weiter, aber noch vor dem Restaurant „Cabafia” und ungefähr an der Ermita San Juan sieht man rechts etwas landeinwärts das, was als Cueva Beimaco bezeichnet wird. Wer hier viel erwartet, überwältigende Zeugnisse der Guanchen-Kultur gar, wird allerdings enttäuscht sein. Die Höhle ist von der Straße her kaum zu sehen und auch nicht ausgeschildert. Sie befindet sich ungefähr an der Ermita San Juan. Der Cueva Belmaco fehlt die Tiefe, die von einer Höhle erwartet wird; sie ist eher ein Felsübergang. Berühmt wurde Cueva Belmaco wegen der Steinmalereien, die Wissenschaftler bis heute noch nicht deuten konnten.
Malpais bedeutet zunächst einmal „schlechtes Land”. Gemeint wird damit unfruchtbares, von groben, scharfkantigen Lava-Brocken übersätes Gebiet, das sich nicht für den Ackerbau eignet.
Vielleicht bietet es noch Vögeln, Insekten und niederen Tieren Nahrung und Unterschlupf. Schafe und Ziegen können hier kaum noch weiden, ohne sich die Läufe zu verletzen.
Die Ermita de San Juan steht in einem Dorf, das ebenfalls Malpais heißt. Hinter Malpais wachsen vor allem rechts der meerwärts gelegenen Straße zwischen den Lava-Brocken einige Kiefern, die sich mächtig über das unwirtliche Land erheben.
Malpais vermittelt ein Bild von der Trostlosigkeit verbrannter Erde, die nach den gewaltigen Eruptionen der Vulkane auf La Palma übriggeblieben ist.
Die nächste größere Kreuzung befindet sich in Tigalate. Das Land wird ab hier bis zum eineinhalb Kilometer entfernten Monte de Luna immer karger. Schließlich wachsen auf dem armen Boden fast nur noch Kakteen, vielleicht zwischendurch noch Mandelbäume, dann Gräser und Kiefern,
die der stetige Wind bizarr verforn-4 hat.
Monte de Luna befindet sich unterhalb des 1602 m hohen Vulkans Martin und sechs Kilometer von Fuencaliente entfernt.
Trotz der Öde, die dieses Land um den „Berg des Mondes” kennzeichnet, wächst hier köstlicher Wein, der in den Bodegas angeboten wird. Wie der Wein von Lanzarote stammt auch dieser von Kreta, ist süß und vergleichsweise schwer. Probieren kann man ihn als Hauswein in der Bar „Los Flores”.
Von Monte de Luna bis zu den Vulkanen von Fuencaliente sind es n noch etwa vier Kilometer.
Rohe Kräfte und Mandelblüte — Von Las Caletas bis Tijarafe
Fuencaliente heißt der Bezirk um die gesamte Südspitze von La Palma mIt den Orten Las Caletas, Fuencaiicnte, Los Quemados und Las Indias (von Ost nach West). Benannt wurde Fuencaliente nach einer warmen Quelle, die der 667 m hohe ‘v’ulkail San Antonio bei seinem Ausbruch 1677 verschüttete.

nach Las Caletas. Man achte zuvor auf die alte Weinpresse zur Rechten. Sie ist ein Symbol für den wichtigsten Wirtschaftszweig in dieser Region. Auch Las Caletas lebt vom Wein, und eine der bedeutendsten Keltereien heißt „Bodegon Blas Cabrera Martin”. Man sieht sie rechts der Straße nach Las Caletas.
Die Hauptdurchgangsstraße von Las Caletas führt weiter bis zur äußersten Südspitze von La Palma, bis Punta Malpais, dem Leuchtturm Faro de Fuencaliente und dem Vulkan von Teneguia, dessen Oberfläche noch immer ungewöhnlich heiß ist. Er ist 439 m hoch und hat bei seinen Ausbrüchen die ganze Südspitze von La Palma mit schwarzem Ascheregen bedeckt.
Um den Vulkan herum führt eine Piste, die entlang der Westküste bis Punta Banco unterhalb des Aussichtspunktes El Charco reicht. Die Landschaft hat den Charakter einer Sand- und Geröllwüste. Von hier aus kann man über einen schmalen Weg bis nach Las Indias gelangen oder aber nach Las Caletas zurückfahren bis auf die Straße 832. Dort hält man sich nun links und fährt auf den Ort Fuencaliente zu.
Fuencaliente (de la Palma) ist eines der ältesten Dörfer auf La Palma und besitzt eine der ältesten Kirchen die-
ser Insel: San Antonio Arbad (1522). Etwa 3000 Menschen leben hier in erster Linie vom Weinbau auf streng- geometrischen Terrassen. Die Weinreben wachsen flach über der Erde und bieten dem ständigen Wind somit kaum Widerstand.
Zum Vulkan San Antonio kommt man über eine ausgeschilderte Straße ab der Kreuzung im Zentrum von Fuencaliente. Man biegt Richtung Las Indias, Punta Banco und Los Quemados ab und hält sich dann immerzu links.
Man kann auf dem Rand des Kraters von San Antonio entlanglaufen. Gut einen Kilometer mißt der Weg. Tief unten auf dem Boden des Vulkans wachsen dünne Bäumchen. Die Häuser der Stadt Fuencaliente wirken vom südlichen Kraterrand gesehen unscheinbar, die Menschen hilflos und klein.
Ein kräftiger Wind zerrt an den Kleidern, Kinder sollten aus Sicherheitsgründen an die Hand genommen werden.
Essen und Trinken: Bar-Restaurante „Centaura”, Hauptdurchgangsstraße.
Restaurante-Parilla (Grill) „Benito Fuencaliente”, Hauptdurchgangsstraße.
Restaurante „Junonia”, Hauptdurchgangsstraße.
Weinkellerei; an der Straße nach Las Indias auf der rechten Seite nach ca. 150 Metern, Tel. 44 40 78. Unterkunft:
Pension „Imperial”, Carretera General 19, Tel. 44 40 18. Doppelzimmer ab 24 DM.
Apartmenthaus „Imperial” (gleiche Adresse wie die Pension), Apartments zwischen 30 und 50 DM. Hotel „Central”, Carretera General 19, Tel. 44 40 18, Einzelperson 25 DM, für 2 Personen 33 DM, sehr sauberes Haus, geschmackvoll eingerichtet, mit wohnlichem Flur und Dachterasse.
Pension „Fuencaliente”, Tel. 44 4017, Doppelzimmer 23 DM, Einzelzimmer 17 DM, einfache Zimmer.
Pension „Los Vulcanes”, Carretera General del Sur 72, Tel. 44 41 64, mit Bad für eine Person 23 DM, für zwei Personen 33 DM, sehr netter Vermieter, der auch Apartments hat, 41 DM. Alles sehr sauber, hell und groß.
Die Straße, an der man links zum Vulkan abgebogen ist, führt weiter nach Los Quemados, einem Dorf mit etwa 300 Einwohnern. Für Wanderer ist es ganz interessant zu wissen, daß es in diesem Ort Apartments zu vermieten gibt, denn man ist näher am Wasser und erspart sich den Weg zurück nach Fuencaliente: Apartments „CoIon”, Tel. 44 41 55, für 57 DM, —”` Swimmingpool.
Gleich daran schließt Las Indias, ein malerischer Ort im Süden von La Palma. Es ist ein sonnenbegünstigter Fleck mit hübschen Gärten Voll blühender Blumen das ganze Jahr übt::: Es gibt zwei Bars, das „Las Amigos” und das „Las Indias” und in der Casa Papita ein Lebensmittelgeschäft. Die Menschen leben hier nicht mehr nur vom Weinbau, sondern zum Tuif auch von der Arbeit auf kleineren Bananenplantagen. Das größere Bananengebiet auf La Palmas Westseite beginnt allerdings erst 15 km vvviiei nördlich um Puerto de Naos
Nach dem Abstecher Los Quemados/Las Indias fährt man entweder über Las Indias auf die Straße 832 oder aber wieder zurück nach Fuencaliente. Auf der Fahrt von dort in den Norden kommt man an dem Aussichtspunkt Mirador de Las Indias vorbei, von dem aus die Südwestküste von La Palma am besten zu Uperblicken ist.
Nach drei weiteren Kilometern dann mit Blick zur Küste hin ein weiterer Aussichtspunkt, der auch Spiel- und Picknickplatz ist: El Charco. Die Landschaft scheint wieder grüner zu werden.

Die Ermita de Santa Cecilia, rechts der Straße gebaut in der Form einer Mitra, ist eines der wenigen Gebäude dieser einsamen Gegend. Zum Wandern reizt die Landschaft wenig, da man sich auf der Teerstraße halten muß und nicht auf angenehmeren Waldwegen laufen kann.
Bis zur nächsten größeren Siedlung nördlich von Las Indias sind es 14 Kilometer. Das blumenreiche Dorf heißt Jedey und ist Ausflüglern vor allem durch das „Bodegon Tamanga” bekannt, an dem man auf der Weiterfahrt nach Los Llanos de Aridane vorbeikommt. Die Weinkellerei rechts der Straße wurde in den Berg hineingebaut. Dazu gehört ein großes Restaurant, in dem nicht nur Kleinigkeiten serviert werden, sondern auch vollständige Mahlzeiten als Grundlage für eine umfangreiche Weinprobe. Wem der Wein gefällt, der kann sich hier direkt beim Hersteller Vorräte für den Rest seines Urlaubs besorgen. Jedey kündigt bereits das dichtbesiedelte Gebiet um Los Llanos an. Das Land wird fruchtbarer — vor allem zur Küste hin; nördlich sieht man die Ausläufer der Caldera de Taburiente. Kurz hinter der Ermita de San Nicolas teilt sich die Straße 832. Rechts geht es über sieben Kilometer nach El Paso und von dort auf die 812 nach Osten über die Insel bis nach Santa Cruz. Links die Straße ist weiterhin
die 832. Sie teilt sich zwar nach zwei Kilometern bei Tajuya und führt dann rechts ebenfalls nach El Paso. Wenn man sich jedoch ständig links hält, dann kommt man nach Los Llanos de Aridane. Ungefähr am Kilometerstein 48 wird eine Kakteengärtnerei angekündigt. Das Schild ist leider nur von Los Llanos kommend zu lesen. Ein gut ausgebauter Pfad führt hinauf zu einer der schönsten Kakteensammlungen dieser Insel.
Am Kilometerstein 49 auf dieser Strecke und somit kurz hinter der Gärtnerei, kündigt ein Schild — „Se Aquilan” — an, daß Apartments und Bungalows vermietet werden. Die Anlage heißt „Tamara”, Tel. 46 36 36. Los Llanos de Aridane ist eine Landstadt mit 12 000 Einwohnern und wird mit La Orotava auf Teneriffa verglichen, weil die Landschaft drumherum gleichermaßen fruchtbar ist. Auf vielen Kilometern entlang der Küste wachsen Bananen. Los Llanos entwickelte sich zur zweitgrößten Stadt der Insel und — zumindest wirtschaftlich — zur heimlichen Hauptstadt. Da die Stadt jedoch keinen Überseehafen hat, wird sie auf Santa Cruz angewiesen bleiben. Basare, Restaurants, schmucke Gäßchen gehören dazu, ebenso die enge Verbindung zu den Nachbarorten Tazacorte, La Costa und La Laguna. Sie sind fast nur noch Stadtteile des Bal-
lungsgebietes Los Llanos de Aridane, das westlich von El Paso beginnt, bis zur Küste reicht und erst bei Puerto de Naos ausläuft. Hier wohnen Ärzte und Tierärzte, die den gesamten Norden mitversorgen, und hier gibt es auch einige Gasthäuser für durchreisende Händler.
Sehenswert ist vor allem die Kirche Nuestra Seöora de los Remedios im Zentrum an der Plaza Die Kirche wurde 1517 gebaut. Schönstes Kunstwerk innendrin ist ein Hochaltar mit der namengebenden Marienstatue, die ebenfalls im frühen 16. Jahrhundert hergestellt wurde.
Noch ein Tip für die, die sich etwas verloren in der Stadt vorkommen, froh sind, wenn sie ein paar deutsche Worte wechseln können und auch sonst noch ein paar Tips brauchen: Büro „Contacto”, General Yagüe, 5, Tel. 46 32 04. Hier gibt’s alles mögliche: Tips für Übernachtungen, Autovermietung, Motorradverleih, Karten, Stadtpläne, Waschmöglichkeiten vor Ort — gegen DM, Immobilien. Das ganze ist etwas kommerziell angehaucht. Möchte man ein Zimmer oder ein Apartment vermittelt bekommen, muß man damit rechnen, daß man eine Gebühr zahlen muß.
Nützliche Adressen:
Ärztliche Versorgung: Centro de Salud, Calle La Glorieta de Castillo Olivares, Tel. 46 30 22.
Polizei: Avenida 19, Tel. 46 ‘,19 Post- und Telegrafenamt: Avenida General Franco.
Rathaus: Plaza de Espafia, Tel. 46 01 11.
Tankstellen: Avenida de Vizconda da: Buen Paso; Avenida Francisca Garmira.
Bushaltestelle: Avenida General Franco.
Unterkunft:
Pension „Rocha”, Calle Pasion 5, Toi. 46 01 57. Sehr gepflegt mit freundlichen Wirtsleuten. Einzelzimmer 12 DM, Doppelzimmer 27 DM.
Hostal Residencia „Eden” (*), Anyai 1, Tel. 46 01 04. 15 Zimmer zwischen 25 und 43 DM.
Pension „Vazdekis”, Montaha Tenesca 7, Tel. 46 09 69. Neun Zimmer ab 20 DM.
Casa Huespedes „El Time”, Plaza (it–; Espana, Tel. 46 09 07. Apartments zwischen 21 und 45 DM. Apartmenthaus „Tamara” (Stadtteiyi Celta), Carretera General a Los Liais nos, Tel. 46 36 36. Apartments ab 55′, r,. DM.
Kommt man über die Straße 832 nach Los Llanos de Aridane und möchte nicht sofort hinein in die ieb- ‘- hafte Großstadt, dann biegt man am besten hinter dem Ortseingang sofort wieder links ab und fährt über die

Todoque nach Puerto de Naos. An dieser Straße häufen sich die Schilder derjenigen, die Zimmer oder Apartments vermieten oder gar verkaufen wollen.
Früher war Puerto Naos ein stilles Fischerdorf. Aber die Apartmentbauten um den alten Kern nehmen mehr und mehr Gestalt an. Und seitdem das Hotel „Sol La Palma” mit 1200 (!) Betten fertig ist, ist die Verträumtheit des Ortes vorbei.
Unterkunft:
Hotel „Sol La Palma”, direkt am Wasser, nicht zu übersehen, Tel. 48 04 00, Doppelzimmer ab 110 DM, Apartments ab 100 DM, 1200 Betten. Hier kann man gute Mountain-Bikes leihen, ca. 20 DM am Tag und gegen Kaution.
Apartment „Pedro Martin”, Tel. 48 08 25, ab 40 DM.
Apartment „Tamara”, Tel. 46 36 36, eine Person 23 DM, zwei Personen 50 DM. Man kann hier auch ein Auto mieten — bei Apartment und Auto gibt’s Preisnachlaß.
Rechts der Straße, die bei Casas del Remo endet, erstrecken sich Bananenplantagen, so weit das Auge reicht. Die Stauden mit den kräftigen, dunklen Blättern werden von dünnen Kiefern gestützt, die an den Hängen der Caldera de Taburiente geschlagen worden sind. Die schweren
Fruchtstände bögen die Stämme der Stauden ansonsten bis zum Umknicken.
Die Plantagen sind üblicherweise hoch ummauert. Das liegt nicht nur an möglichen Dieben oder Mundräubern, sondern soll auch den Wind von den empfindlichen Pflanzen abhalten. Die Wege zwischen den einzelnen Plantagen sind nur so breit angelegt, daß gerade ein Lkw darauf fahren kann, um Fruchtstände oder überalterte Stauden zu laden. Eine der Badebuchten zwischen Puerto de Naos und Casas del Remo wurde als Charco Verde bekannt und ein regelrechtes Ausflugsziel. Offiziell gibt es auf La Palma keinen Campingplatz, sondern am Eingang zur Caldera de Taburiente bestenfalls ein Lager, in dem mit besonderer Erlaubnis gezeltet werden darf. Auf dem 200 m langen schwarzen Strand Charco Verde unterhalb der Straße nach Casas de Remo treffen sich die Campingfreunde. Sanitäre Anlagen gibt es jedoch nicht.
Am Ende der Küstenstraße liegt die Siedlung Casas del Remo. Ursprünglich ärmeren Spaniern und Plantagenarbeitern vorbehalten, wurde diese Siedlung zu einer Kolonie für Aussteiger aus ganz Europa. Schlichte Kastenbauten stehen neben nordischen Häusern mit spitz zulaufenden Giebeln.
Casas del Remo markiert das südliche Ende des bebauten Landes von Los Llanos de Aridane. Im Norden erstreckt es sich bis an die Südwand der Caldera de Taburiente, bis dahin, wo der Barranco de las Angustias ins Meer reicht. Man fährt wieder zurück Richtung Zentrum Los Llanos de Aridane und folgt dann der Ausschilderung nach Tazacorte. In dem verträumten Städtchen zwischen terrassenartigen Obstplantagen leben etwa 2630 Menschen. Die Region war früher ein Zentrum der Seidenraupenzucht und Seidenverarbeitung. Die Spanier landeten 1492 in der Bucht von Puerto de Tazacorte. Der heutige Fischereihafen liegt an einer geschützten, kieseligen Bucht, an deren Strand Strohschirme zum Schutz gegen die Sonne aufgespannt sind. Doch auch wenn das Wetter nicht mitspielen sollte, kann man sich in der Strandbar an der Zufahrtsstraße zu einem gemütlichen Imbiß und Umtrunk treffen.
Essen und Trinken: Es gibt zahlreiche preiswerte Lokale in Tazacorte, die unter anderem hervorragenden Fisch anbieten. Empfehlenswert ist die Cafeteria/Eisdiele „Irish Coffee”, Calle Lomo Blanco am Rathaus. Dieses Cafe ist nicht nur für sein Eis bekannt, sondern auch für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Die Vernissagen werden von einem Folklore-
programm begleitet. Dann gibt as auch Weinproben.
Unterkunft:
Apartmenthaus „Isa”, Tel. 48 00 66, 48 00 52 und 48 01 02. Zweibett- Apartment ab 60 DM. Auch kann man hier Autos ausleihen. ‘vVcr sich für beides entscheidet, bekommt einen Preisnachlaß.
Apartmenthaus „Florida”, links der Straße, die von Tazacorte nach Los Llanos de Aridane führt. Apartmenthaus „Morro-Sol” (drei Schlüssel), General Franco 1, Tel. 48 04 03. Vier Apartments ab 41 DM.
In Los Llanos de Aridane fähr man wieder auf die Straße 832 und orientiert sich nun nach Puntagorda und Garafia. Die Straße windet sich die Wände des Barranco de ias Angustias hoch. Unterhalb des Aussiernspunkts El Time sieht man links der Straße eine Kirche stehen. Ein Schild weist dorthin: Las Angustias. Die Kirche erinnert an die Piratenübertaile im 16. Jahrhundert, denen unier anderem eine Gruppe Mönche zum Opfer fiel. Feine Holzschnitzereien und das vergoldete Altarbild erinnern auch an die Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Spaniern und Guanchen.

Der Mirador EI Time oberhalb der Schlucht von Las Angustias liegt 594 m über dem Meeresspiegel. Von hier aus ist die gesamte Ebene von Los Llanos de Aridane zu sehen: im Osten El Paso, südlich zwischen den Häusern die Vulkankegel Roque Grande und die Picos del Risco de los Cuervos. Sie sehen aus wie Kohlehalden.
Die Straße 832 nimmt vom Mirador El Time einen relativ geraden Verlauf. Nur bei Arecida und kurz vor Tijarafe trifft man auf enge Kehren.
Bei Tijarafe wachsen Obstbäume und Mandeln, die das Dorf zur Blütezeit besonders reizvoll machen. Fährt man von dem nördlichen Ortsausgang ins Zentrum hinein, dann sieht man rechts den Basar mit der angegliederten Buch- und Zeitschriftenhandlung. Korbarbeiten, Stickereien, Tongefäße und -figuren sind hübsche Andenken an La Palma.
Die Quelle Fuente de Tijarafe befindet sich direkt an der Kirche. An der Tankstelle, an der man auf dem Wege nach Tijarafe vorbeigekommen ist, gibt es drei Bar-Restaurantes: „El Jabali”, „La Lucha” und „Las Canarias”.
Der Norden: von Puntagorda bis Barlovento
Puntagorda hat sich im Nordosten von La Palma am Fuße des Don Pancho, einem 629 m hohen vulkanischen Berg ausgebreitet. Die Drachen- und Mandelbäume um das Dorf herum vertreten die ungewöhnlichen Exemplare der kanarischen Pflanzenwelt.
Zwischen Tijarafe, wo sich die Mandelbaum-Region der Nordwestküste bereits ankündigt, und Puntagorda liegen etwa zehn Kilometer. Man fährt an dem Grill-Restaurant „Encrucijada” links in den Ort hinein. Das Rathaus im Zentrum markiert den gesellschaftlichen Mittelpunkt. Hier gibt es Lebensmittelgeschäfte, ein öffentliches Telefon und das Lokal „La Barraca”.
An den Wänden hängen Forken und Eggen, die schon lange keine Erde mehr berührt haben, jedoch an den Haupterwerb der Bewohner von Puntagorda erinnern. Die Landwirte verdienen sich zusätzlich etwas mit den Mandeln, die um ihr Dorf wachsen. Die Straße 832 wird ab Puntagorda kurvenreicher und endet in engen Serpentinen an einer Kreuzung vor der nordöstlichsten Stadt von La Palma: Garatia ist eine Stadt der Drachenbäume. Fährt man an der Kreuzung rechts und in den Ort hinein,
dann kommt man direkt an die Plaza. Hier endet die 832. Ein schmalerer Weg führt hinter der Kirche weiter bis zu den einzelnen Häusern von El Palmar. Ganz in der Nähe des kaputten Windrades wachsen in malerischen Gruppen Drachenbäume.
Zurück zur Plaza de Baltasar Martin. Sie ist ein typisches Zentrum altspanischer und kanarischer Dörfer. Die Kirche steht im wahren Sinne des Wortes mitten im Dorf, das religiöse Leben spielt sich hier ebenso ab wie das weltliche: Auch die Bars und Restaurants befinden sich an der Plaza. Etwas versteckt liegt das Cafe gegenüber der Bibliothek, wenn man wieder stadtauswärts Richtung Küste, Cueva de Agua und Las Tricias fährt. Es ist ein gemütliches Lokal, in das sich selten Fremde verirren.
Garafia lebt von der Ziegenzucht und von der Landwirtschaft. Mit der Fischerei ist es hier oben nicht weit her. Selbst die Küste von Cueva de Agua und Las Trias, nur wenige Fahrminuten von Garafia entfernt (Ausschilderung Puerto), ist für Fischerboote nicht ungefährlich. Ziegen springen dagegen munter zwischen den Steinen und Sträuchern entlang der Straße, die zum Meer führt.
Unterkunft:
Pension „San Antonio”, Plaza de Garafia, Tel. 40 00 15. Einzelzimmer ab 12 DM, Doppelzimmer ab 24 DM.
Casa Huespedes „Roque Ei Fälf()”. Einzelzimmer ab 12 DM, Doppelzimmer ab 25 DM.
Wieder stadtauswärts kann man an der Kreuzung vor Garafia gerade. weiterfahren nach Las Tricias
Cueva de Agua. Am Schild „Puerto” geht es rechts ab am Friedhof mit dem Totenkopf über dem Eingang vorbei zur Küste. Ziegenherden fressen das Gras zwischen den niedrigen Büschen ab und springen wie toll über die Straße. Die Piste ist abwechselnd steinig.
Sie endet halb der Bucht von Puerto. Der stieg ist mühsam. Unten erw einen eine meist schäumende S und eine verwaiste Anlegestelle.
Fährt man nun wieder zurück und nach Las Tricias und Cueva de Agua, so kommt man an eine Bucht. deren Wände vom Meer ausgespült worden sind. Hinweise zu den eigentlichen Grotten gibt es nicht; mit Cueva de Agua ist der Weiler oberhalb der Kuste gemeint.
An der ersten Kreuzung nach Llano Negro hält man sich rechts Richtung Barlovento und an der nächsten Kreuzung dann links. Die Beschilderung ist nicht besonders glücklich.

Kessel, in den die Kapelle gebaut rde und in dem auch ein paar uern ihre Höfe haben. Wie ein mdkörper wirkt von hier aus die rn- und Wetterwarte auf dem Gipdes Roque de los Muchachos. wenig besiedelt diese Region ute erscheint, vor Jahrhunderten war sie die Heimat zahlreicher Guanchen. Eine der bedeutendsten Stätten dieser Ureinwohner sind die Quellen von La Zarza, die man auf der weiteren Fahrt nach Barlovento besuchen kann.
Fuente de la Zarza heißt „Quelle am Dornbusch”. Wenn man von der Ermita San Antonio zurück zur Kreuzung und dann nach Barlovento weilerfährt, dann kommt man nach ca. 100 Metern rechts an einem Bauernhof vorbei. Nach diesem Hof macht die neue, ausgebaute Straße nach etwa 200 m eine fast rechtwinklige Rechtskurve. Unmittelbar vor dieser Rechtskurve überquert die Trasse eine Talung auf einem kleinen Damm. Auf Höhe dieses Dammes zweigt rechts ein Weg zum Tal der Fuente ab, der nach weniger als 100 Metern endet. Von dort geht dann ein Fußweg bis zum Talende weiter. Hier wurde ein Wassertrog angebracht mit einem Kran darüber. Das Wasser ist frisch und kann bedenkenlos getrunken werden.
Oberhalb dieses Troges sieht man ein Geländer, das den Aufstieg zu den Steinzeichnungen von La Zarza begrenzt. Die letzten Meter dieses Weges sind unbequem. Wasser tropft von den Felsvorsprüngen auf den Lehm und verwandelt ihn in eine glitschige Masse. Die Höhlen sind einmalig in der Archäologie der Kanarischen Inseln, auch wenn sie nicht tief in den Fels hineinführen. Die Zeichnungen bestehen aus flachen Spiralen, die in den Stein geritzt worden sind. Sie erinnern zum Teil an die Stricklava, die man im Süden von El Hierro vor La Restinga findet.
Weiter Richtung Barlovento: Das Schöne dieser Strecke an der nördlichen Caldera de Taburiente sind traumhafte Sonnenuntergänge. Der Weg führt zum Teil über tiefliegende Wolken, der Himmel bekommt eine dunkelblaue Farbe, und der Mond scheint wenig später über alledem mit einer faszinierenden Klarheit. Gerade nachts aber ist diese Straße gefährlich. Immer wieder verwandeln sich gut ausgebaute, zum Teil sogar geteerte Abschnitte in üble Holperwege mit tiefen Schlaglöchern, die dem Fahrer die volle Konzentration abverlangen.
Zwei Kilometer hinter den Quellen von La Zarza und dem Weiler Casas de la Mata (zwei Bars, ein Lädchen)
steht links am Wege ein kleines Marienhäuschen. Nach weiteren drei Kilometern sieht man rechts einen Picknickplatz. 50 m danach führt bei Casas Roque Faro links eine Straße nach EI Tablado. Man erwartet nur noch schlechte Pisten; vor El Tablado jedoch ist die Strecke plötzlich wieder befestigt.
Die Straße endet nach vier Kilometern in dem kleinen Dorf oberhalb der Küste von El Tablado. Wer mit dem Auto kommt, sollte sein Fahrzeug rechtzeitig abstellen, zum Beispiel schon an den beiden Drachenbäumen, denn die Straße endet in einer engen Gasse, die steil abfällt. Wenden ist hier überhaupt nicht möglich. Und wer nicht auch im Rückwärtsgang sicher am Berg anfahren kann, wird hier arg in Verlegenheit kommen. Von El Tablado gibt es einen Fußweg, der ins Nachbardorf Franceses führt. Irrigerweise ist dieser Weg in manchen Karten genauso breit eingezeichnet wie die Strecke nach El Tablado.
Von Casas Roque Faro sind es nun noch etwa 13 km bis zum Bezirk Barlovento. „Este Usted en Barlovento Bienvenudo”. 50 m hinter dem Schild erreicht man auf der rechten Seite eine Einbuchtung zum Rasten. Frisches Quellwasser sprudelt aus den steilen Felswänden.
Es folgen kurz hintereinander drei Tunnel, einspurige Durchbrüche durch die Berge. Zwei Kilometer vor Barlovento dann einer der schönsten Picknickplätze von La Palma. Der ganze Hang der Quellen mit dem Namen Fuente de Las Mimhreras wurde gestaltet. Rechts der Straße, wo aus dem Felsen das Wasser sprudelt, warten Holzbänke und -tische auf Besucher. Links davon in die Wand gebaut stehen Grillroste Zur Verfügung. Stufen führen hinunter zum Toilettenhäuschen, das allerdings zumindest im europäischen Winter verschlossen ist.
Die Caldera de Taburiente und ihre Ausläufer
Nach der Umrundung der Insel bleibt einem nur noch eines: das Zentrum mit dem größten Senkkrater der Welt, einem der bedeutendsten Stern- und Wetterwarten unserer Zeit und den Heiligtümern Nuestra Sehora de las Nieves und der Virgen del Pino. Eine Möglichkeit, zur Caldera de Taburiente zu kommen, ist von EI Paso im Westen. Die Straße 812 ist ab Los Llanos de Aridane ausgeschildert Die Zigarettenherstellung wurde einer der größten Wirtschaftszweige von El Paso. Das Klima ist mild.

Etwas außerhalb des Zentrums werden Seidenraupen gezüchtet und die Seide verarbeitet: in der Werkstatt von „Dona Maruca”. Man fahre die Hauptstraße in Santa Cruz. Hinter dem Ortskern El Pasos befindet sich — bei der Bergauffahrt — eine Tankstelle auf der rechten Seite. Schräg gegenüber davon führt links eine Straße ab. Hier frage man sich zum Haus „La Rosa” durch. Will man ganz sicher sein, daß auch jemand da ist, rufe man vorher die Telefonnummer 48 55 32 an. In dem kleinen Familienhaus kann man die Senora bei der Arbeit beobachten und das eine oder andere Taschen- oder auch Halstuch erwerben.
Kommt man von Los Llanos de Aridane in den Ort hinein, dann liegt an der Kreuzung gegenüber der Tankstelle ein Naturkostladen mit einer angeschlossenen Bäckerei und Konditorei. Die Straße daneben führt unter anderem zum Hotel „Monterrey”, dem größten Hotel von El Paso. Fährt man die Straße 812 weiter Richtung Santa Cruz, dann findet man vor dem Ortsausgang rechts die Zigarettenfabrik, einen der maßgeblichen Arbeitgeber dieser Stadt.
Unterkunft:
Hotel „Monterrey” (*), Carretera General km 1, Tel. 48 51 76. Ein tradi-
tionsreiches Gasthaus mit 13 Doppelzimmern mit Bad für 60 DM ohne und 68 DM mit Frühstück.
Pension „Nambroque”, Montelujan s/n, Tel. 48 51 26. 10 Doppelzimmer ab 37 DM. Die Pension bietet sich besonders als Ausgangspunkt für Wanderungen an.
Apartmenthaus „Hermosilla”, El Paso de Abajo 5, Tel. 48 57 41. Apartments für zwei Personen ab 40 DM.
Drei Kilometer östlich von El Paso geht vor der Pension „Nambroque” links eine Straße ab. Sie führt durch das Tal von El Riachuelo zwischen dem Roque Grande links, und den Bergzügen Las Laderas und La Vuelta de los Hermanos (höchste Erhebung: Roque de la Perra mit 1501 Metern) zur Rechten. Nach acht Kilometern durch einen lichten Wald — die Straße wird schließlich eine Serpentine — erreicht man den Aussichtspunkt Mirador de la Cumbrecita. Er markiert den südlichen Eingang zur Caldera de Taburiente. Der Gipfel des benachbarten Felsklotzes Cumbrecita liegt mit 1833 m Höhe rechts davon noch 600 m über dem Aussichtspunkt.
Wanderwege führen in das Zentrum der Caldera. Einige Daten zum Krater: ca. 9 km Durchmesser, 28 km Umfang, 4980 Hektar Grundfläche, 100 Quellen (ca. 190 Liter Wasser/Se-
kunde; früher 300 Liter), 707 m Tiefe und rundherum Berge über 2000 m.
Der höchste Berg La Palmas, der Roque de los Muchachos (2356 m), ist Bestandteil des Kraterrandes. Die Caldera de Taburiente mündet in ein flaschenhalsförmiges Tal, das nördlich von Los Llanos de Aridane als Barranco de las Angustias an der Küste endet.
Der Krater steht seit dem 6. Oktober 1954 unter Naturschutz. Auch den Guanchen war er sehr wichtig. Wenn man sich ihm von Westen über den Lomo de los Caballos nähert, kommt man am 50 m hohen heiligen Felsen Idafe vorbei. Hier verehrten die Ureinwohner ihren Gott Abora, und hier wurden sie 1493 entscheidend von den Spaniern geschlagen.
Wissenschaftler gehen heute davon aus, daß die Caldera aus früheren Ablagerungen unter der Meeresoberfläche besteht, die vor Millionen Jahren durch Verschiebungen oder vulkanische Tätigkeit bis 4000 m hochgedrückt worden sind. Ein langwieriger Erosionsprozeß setzte ein, vielleicht auch entstand unter der Caldera ein Hohlraum, als der Druck nachließ. Das Zentrum dieses riesigen Berges sank ein.
Auf der Rückfahrt zur 812 kommt man nun links an einem Grill- und Rastplatz vorbei, der in den Wald hin-
eingebaut wurde. Die Erlaubnis, auf diesem Campingplatz zu übernachten, muß man sich in den Rathäusern von El Paso oder Santa Cruz de La Palma einholen.
An der nächsten Kreuzung geht es rechts zum Weiler Valencia und links wieder zur 812. Zuvor jedoch kann man noch die Ermita Virgen del Pino besuchen. Vor der Straße 812 führt links eine Allee zu der Kirche mit einem der bedeutendsten Heiligtümer auf La Palma. Von der riesigen Kiefer neben der ummauerten Kirche wird erzählt, daß nur von ihr Kerne für bestimmte Süßspeisen verwendet werden.
Weiter geht es Richtung Santa Cruz. Die Landschaft erinnert an Tirol. Der Tunnel durch den 1435 m hohen Reventon verbindet den Westen mit dem Osten von La Palma. Die „Querstraße” zwölf Kilometer weiter und kurz vor San Josö de Bretia Alta ist die Piste des alten Flughafens. Die 812 führt darüber hinweg und endet in der Kleinstadt auf der Hochebene. An der nächsten Kreuzung geht es rechts Richtung Las Ledas und nach San Isidro. Dort steht ein ungewöhnlicher Zwillingsdrachenbaum, dessen Krone man von der Straße Breha Alta — Breha Baja schon sehen kann. Man biegt hinter Breha Alta eine Straße rechts ab, die nach La Cumbre führt. Auf den Dragos gmelos,

Observatorium Eines der bedeutendsten astrophysikalischen Observatorien der Welt steht auf dem Roque de los Muchachos am Rande der Caldera de Taburiente. Wissenschaftler vieler Nationen haben hier ihre Teleskope aufgebaut. Damit sie ungestört von Lärm und atmosphärischen Störungen arbeiten können, fliegen über den Roque de los Muchachos Flugzeuge nur in ganz bestimmten Bahnen und zu festgelegten Zeiten. Rundfunksender dürfen die Atmosphäre ebenfalls nicht stören, schon gar nicht in wolkenlosen Nächten. Das Observatorium bietet sozusagen himmlische Bedingungen für die Wissenschaft.
Hervorragende optische Geräte gab es zwar schon länger, doch fehlten günstige Plätze, wo sie aufzustellen gewesen wären. Selbst das IsaacNewton-Teleskop — seit 1967 im englischen Herstmonceux/Sussex in Gebrauch und mit einem Durchmesser von 2,44 m das beste seiner Zeit — machte den Sternenkundlern daher wenig Freude. Das Gerät war zu lichtempfindlich und die Luft zu schmutzig, um mit dem Auge wirklich in die Tiefe des Weltalls blicken zu können.
Favorit für einen besseren Standort wurde der Pico del Teide auf Teneriffa. Dem englischen Astronom Charles Piazzi erschien er 1856 als neuer Standort für ein Observatorium ideal. Das empfanden nach ihm 1895 ein skandinavischer und 1910 ein französischer Wissenschaftler ebenfalls.
Doch die Kanaren waren spanisch, und wenn, dann sollten spanische Wissenschaftler hier die Nase vorn haben, wenn es um die Beobachtung des Himmels gehen sollte. Die spanischen Astronomen Professor Toroja, Francisco Sanchez und der Pater Romena griffen die Ideen ihrer ausländischen Kollegen auf. 1970 begann die Arbeit im TeideObservatorium, das der Universität von La Laguna angegliedert wurde; und drei Jahre später wurde das „Instituto de Astrofisica de Canarias” gegründet.
Doch noch besser als Teneriffa war La Palma für die Arbeit der Sternenkundler geeignet. Hier war der Himmel schwärzer, hier gab es noch kaum Tourismus und entsprechend wenig störende Einflüsse für die Untersuchungen. Die Bedingungen sollen sogar noch besser sein als auf dem Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaii.
1979 unterzeichneten Spanien, Dänemark, Schweden, Großbritannien, später die Bundesrepublik Deutsch-
land zwölf Dokumente, die ihnen astro-physikalische Untersuchungen auf dem Roque de los Muchachos erlauben. Italien und Frankreich denken daran, diesem Vertrag beizutreten, und Holland darf die Geräte der Briten mitbenutzen. Spanien beansprucht 20 Prozent jeder Beobachtungszeit auf allen gegenwärtigen und zukünftigen Geräten, schließlich stellt es den Roque de los Muchachos, Straßen, Luft und Strom zur Verfügung. Mittlerweile ist das berühmte William-Herschel-
den Zwillingsdrachenbaum, macht ein Schild der Inselverwaltung Cabildo Insular de La Palma aufmerksam. Biegt man in San Jose de Brerta Alta jedoch links und nach ca. 50 m wieder rechts ab, dann erreicht man den Mirador de la Concepcion. Von hier aus überblickt man die gesamte Ebene östlich der Caldera de Taburiente mit den Städten Breria Ba- ja und Santa Cruz de la Palma. Sehenswert in San Josö de Breha Alta ist vor allem die Kirche San Pedro aus dem 16. Jahrhundert. In der Kirche steht die Marienstatue del Soccoro aus dem gleichen Jahrhundert. Auf der Plaza davor sieht man ein Denkmal für die Opfer des Spanischen Bürgerkrieges.
Teleskop auf dem Roque de ios Muchachos installiert worden. Mit seinen 4,50 m Spiegeldurchmesser gehört es zu den fünf größten Teles
pen der Welt.
Der Besucher sieht übrigens meistens nur die Kuppeln der verschiedenen Sternwarten oder des 15 m hohen schwedischen Sonnenturms. Oder er steht vor Schildern, die ihm den Zutritt zu dem Gelände des Parks verwehren. Für Besucher ist das Observatorium leider nicht mehr geöffnet.
Bis zum Inselheiligtum Nuesirii Süfiora de las Nieves sind es ab San, sö de Breria Alta etwa zehn Kilore ter nordwärts bis weit hinter das Dorf Velhoco. „Real Santuano oe Nuestra Sehora de las Nieves” lautet der voii - ständige Name der Kapelle. Auf Altar aus mexikanischem Silber die Terrakottenstatue der Virgen de las Nieves. Die Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde an die Stelle eines früheren Gotteshauses gebaut, dessen Geschichte bis in die Zeit der Eroberung zurückverfolgt werden kann.

Das Fest der Schutzpatronin von La Palma findet am 5. August eines jeden Jahres statt und beginnt bereits sechs Wochen vorher als Volksfest statt.Alle fünf Jahre, also wieder 2010, findet die feierliche Prozession „Bajada de la Virgen” statt, die Herabkunft der Jungfrau. Das Inselheiligtum wird dann nach Santa Cruz de la Palma gebracht.
Von der Schutzheiligen bis Santa Cruz sind es vier Kilometer, wenn man sich direkt östlich hält. Nach Norden hin führt eine breitere Straße, von der aus ab dem Sanatorium
links ein Weg bis hinauf zum Roque de los Muchachos führt. Diese Strecke ist bequem mit dem Auto zu fahren und führt am Roque vorbei bis nach Llano Negro und Garafia. Wer über El Granel nördlich von Puntallana durch die Wälder zur Wetter- und Sternwarte möchte, sollte das dagegen lieber zu Fuß tun.

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