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Lanzarote

Mai-28-2008 By admin

Lanzarote, das flache Zeugnis vulkanischer Aktivitäten, ist die nordöstlichste Insel der Provinz Las Palmas de Gran Canaria. Nur der Süden wird von den Kontinentalmassen Afrikas vor dem Einfluß des Atlantik geschützt. Hier befindet sich der Hafen für die Großschiffe und Fähren. Und hier landen auch die Flugzeuge. Die Hauptstraßen sind üblicherweise betoniert oder geteert. Die wichtigsten Strecken: von Ye (Mirador del Rio) im Norden über Arrieta nach Tahiche (GC 710); von Arrecife über Tias und Uga nach Playa Blanca (GC 720); von Arrecife nach Teguise (GC 700); von Ye über Teguise nach Uga (GC 730). Dazwischen gibt es zahlreiche Querverbindungen und holperige Nebenstraßen zu den Dörfern und Feldern, zu den Montarlas del Fuego und den Küsten. Wer alle Dörfer und Städte sehen will, wird etwa 700 km fahren müssen. Dabei ist die Insel keine 60 km lang und höchstens 20 km breit, der Nordwesten fast unbewohnt und weder landwirtschaftlich noch verkehrsmäßig erschlossen.
Von der geplanten Stadt über die Riffe nach Puerto del Carmen
Etwa sechs Kilometer vom Zentrum der Inselhauptstadt entfernt liegt die Anlage Costa Teguise. Sie wurde nach der ehemaligen Hauptstadt Lanzarotes benannt, die sich nördlich von Arrecife befindet. Man erreicht Costa Teguise einmal über eine Straße nordöstlich des Seehafens. Eine zweite Straße führt über das Dorf Tahiche. Dort biegt man rechts auf die GO 710 und nach drei Kilometern an einer Stein- und Metallplastik ab. Zur Rechten findet man den großzügig angelegten Golfplatz mit 18 Löchern, der bei Golfern aus der ganzen Welt beliebt sein soll. Das kleine Clubhaus lädt zu einem Imbiß ein, während draußen von 9 bis 18 Uhr bei angenehmem Wetter gespielt wird: Es regnet selten, aber auch bei gleißendem Sonnenlicht weht zumindest eine kühle Brise von See herüber.
Zwischen 9 und 17 Uhr zeigen erfahrene Golfer auf einem Übungsfeld Grundhaltungen und -schläge. Ganz

billig ist Golfspielen auch hier nicht: ab 30 DM, Kinder bis 14 Jahre 12 DM, kostet der Spaß. Wochentarife und Clubkarten lohnen sich bei einem längeren Golf-Urlaub. Doch gerade dieser Sport bringt es mit sich, daß man über ihn Bekanntschaften schließt, die auch nach den „schönsten Tagen im Jahr" noch gepflegt werden wollen — geschäftlich oder privat. Nicht nur auf die Körperhaltung wird geachtet, sondern auch auf die Kleidung. Clubregeln verbieten das Spielen mit nacktem Oberkörper oder in Badekleidung.
Die Straße am Golfplatz vorbei teilt sich und führt dann in die verschiedenen Teile der Costa Teguise. Wenn man sich an den nächsten beiden Kreuzungen jeweils links hält und der Straße parallel zur Küste folgt, dann erreicht man an einem Rondell das eigentliche Herz dieser geplanten Stadt und Feriensiedlung: das Hotel „Las Salinas Sof".
Schöpfer dieses prachtvollen Hotels ist der Künstler Cesar Manrique (–¦Cesar Manrique), ein Sohn der Insel und Kämpfer für schöneres Wohnen im Urlaub. Das Fünf-SterneHotel „Las Salines Sol", Costa Teguise, Tel. 81 30 40, war als Kern einer harmonischen Hotelstadt geplant.
Hier sollten Erfahrungen gesammelt werden, wie ein Ferienparadies an einer attraktiven Küste sich von Plätzen wie Maspalomas, Puerto Rico auf Gran Canaria, Playa de las Americas auf Teneriffa, Mallorca und Torremolinos unterscheiden kann. Das „Las Salinas Sol" schlug ein wie eine Bombe, Spekulanten lösten einen Boom aus. Innerhalb kürzester Zeit wurde rundum das Hotel gebaut: Hotels, Kaufhäuser, Basare. Kern des Ganzen bleibt nach wie vor Manriques Hotel, ein Wohnerlebnis, von dem man sich gar nicht trennen mag, sofern man es sich leisten kann. Es gibt geheizte Schwimmbecken, Fitness-Räume, Bars, die Diskothek „El Majo", Läden, Tennis- und Volleyballplätze, um nur ein paar der Freizeitangebote des Hotels zu nennen. In der Empfangshalle grünt und blüht es; Wasserfälle plätschern zwischendurch. Und die Eltern können ihre Kinder in einer betreuten Spielecke abgeben. 591 vollklimatisierte Zimmer mit Marmorbädern können gebucht werden; die Preise für die Zimmer fangen um 250 DM die Nacht an. Ein Doppelzimmer kostet ab 310 DM, ein Zustellbett für Kinder von zwei bis zwölf Jahren etwa 100 DM. Trostpflaster für die, die preiswerter reisen müssen: zusätzliche Matratzen-Keile gibt es umsonst.

Cesar Manrique
Manrique sagt von sich selbst, er habe Geld, auch wenn er sich nicht als reich bezeichnen würde. Manrique lebt und schafft für die Kunst — und für Lanzarote.
Ehrungen gehören schon fast zum Alltag des großen Meisters. In Japan wurde er zuletzt Ende 1987 als Repräsentant spanischen zeitgenössischer Kunst gefeiert. Manrique fand 40 Bilder aus seinen Schaffensperioden neben denen von Goya und Picasso ausgestellt, deren Werke extra aus dem Prado, der Nationalgalerie von Madrid, eingeflogen worden waren.
So heftig wird man nicht ohne Grund gelobt, auch nicht ohne Absicht, und schon gar nicht von Japanern, denen Zurückhaftung eine Tugend ist. Manrique, so berichtet die Insel- Zeitschrift „Lancelot" denn auch, war auf Einladung von Seibu nach Japan gereist. Der Konzern hofft, Manrique für ein Urlaubszentrum in Japan interessieren zu können. Vielleicht läßt er sich dafür sogar erwärmen, denn in einem „Spiegel"- Interview im März 1988 machte er kein Geheimnis daraus, daß er die Insel vielleicht verlassen wird, wenn der Raubbau an Lanzarote durch den Tourismus so weitergehe wie bisher.
Ob Manrique das jedoch tut ist fragwürdig, denn er fühlt sich Lanzarote verbunden wie kein anderer und hat überall die Nase vorn. Mal interviewt er als Moderator der Talkshow „La Tarde" schlagfertig Persönlichkeiten der Insel. Dann findet man ihn plötzlich auf Mallorca wieder, wo er als Mitbegründer der Umweltorganisation „El Guinche" für Umwelt- und Naturschutzaktivitäten auf Lanzarote geehrt wird. Und neben Malen, Zeichnen und Entwerfen begleitet er die Vorstellung eines neuen Buches über sein Leben in Heidelberg. Und als im August 1987 den damals 22jährigen Prinz Feysal von Jordanien seine Hochzeitsreise nach Lanzarote führte, war es Cesar Manrique, der ihn und seine Frau auf Lanzarote empfing. Für Cesar wie für den Sohn König Nusseins gleichermaßen ein großes Ereignis. Manrique gilt als geistiger Vater dieser Insel. Seit dem Venezianer Leonardo Torriani, der die Festungen auf La Gomera und Lanzarote vor Jahrhunderten baute, war es nur noch Cesar Manrique, der die Architektur dieser Insel so nachhaltig bereicherte. Zum besten Lanzarotes — und der Gäste. „Unser Cesar" wird er von vielen genannt.
Cesar Manrique hat auf der ganzen Insel seine Spuren hinterlassen, auch in der Hauptstadt Arrecife, obwohl ihm dort ein anderer Architekt ein Schnippchen schlug. Das „Gran Hotel", größtes der Hauptstadt, ein eckiger, weithin sichtbarer Kasten stammt nicht von ihm. Er sei vollkommen unschuldig, sagt Manrique. Er sei in Amerika gewesen, als dieses Wahrzeichen mit den vier Sternen am Ende der Avenida Mancomunidad neben dem Strand Playa del Reducto errichtet wurde.
An der Avenida Mancomunidad beginnt das Vergnügungsviertel Arrecifes. Hier reihen sich die Hotels und Bars aneinander, hier beginnt abends so mancher Spaziergang, der zur Küstenpromenade parallel zur Generalisimo Franco führt. Gegenüber dem „Gran Hotel", übrigens das einzige Hochhaus dieser Art auf Lanzarote, befindet sich das Kulturzentrum „El Almacen", Calle Jose Bethancourt 26 — 36, Tel. 81 24 16 und 81 24 17, in dem man essen und trinken oder die Galerie „El Aljibe" besuchen kann. Öffnungszeiten: 18 bis 21 Uhr.
Am „Gran Hotel" findet man auch einen der beiden Strände von Arrecife mit feinem Sand; der andere beginnt am Castillo de San Gabriel, von dem fächerförmig die wichtigsten Verkehrs- und Einkaufsstraßen abge-
hen. Die Burg erhebt sich auf einer Felseninsel gegenüber dem Zentrum von Arrecife. Gebaut hat sie 1590 Leonardo Torriani zum Schutz vor Piraten. Zehn Kanonen — heute ersetzt durch Exemplare jüngeren Datums — schienen damals dafür auszureichen. „San Gabriel" ist von der Stadt durch eine Zugbrücke getrennt, die „Puente de las Bolas" (Brücke der Kugeln).
Zur Zeit wird diese Burg zu einem archäologischen Museum umgebaut. Die Ausstellung von Dokumenten zur Kulturgeschichte von Lanzarote kann bereits besichtigt werden. Der Eintritt: umgerechnet 75 Pfennig. Das Museum ist zwischen 8 und 13 Uhr montags bis freitags geöffnet. Einen bewachten Parkplatz gibt es direkt gegenüber.
Eine zweite Burg wurde ebenfalls in ein Museum ungewandelt, das Castillo San Jose zwischen Los Marmoles und dem Hafen von Naos. Auch sie wurde zum Schutz vor Überfällen maurischer und europäischer Piraten gebaut. Allerdings erst 1779 und auf Befehl König Carlos III.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie — wohl mangels Piraten — funktionslos, verwahrloste, bis Cesar Manrique die Erlaubnis bekam, darin ein Museum zeitgenössischer Kunst einzurichten. Der Eintritt zu den Ausstellungsräumen mit Gemälden und Skulpturen spanischer und ausländischer Maler ist frei. Ein Restaurant mit einer reichen Speisekarte gehört ebenfalls zum Museum. Öffnungszeiten: 11 bis 21 Uhr. In Arrecife leben 29 500 Menschen. Die Stadt wirkt ein wenig eckig und kantig; statt der bunten kanarischen Balkone gibt es hier geschlossene Holzläden mit Schiebetüren. Das Meer wirkt unfreundlich und läßt bei Ebbe scharfkantige Felsenriffe aus dem Wasser schauen. Ihnen hat die Stadt übrigens den Namen zu verdanken.
Arrecife wuchs im Laufe der Jahrhunderte, anders als Puerto del Carmen, das die führende Rolle als Ferienzentrum übernehmen wird. Die Hauptstadt blieb Zentrum der Wirtschaft und der Verwaltung. Im benachbarten Hafen Puerto de Naos werden vor allem Zwiebeln verladen, hier machen auch die Passagierschiffe von und zu den Nachbarinseln fest. Problemkind der Stadt ist die Fischerei, die längst an Bedeutung gegenüber dem Fremdenverkehr verloren hat. Gefährdet sind inzwischen die Arbeits- und Lehrplätze in den Sardinen- und Thunfischfabriken. Beliebteste Einkaufsstraße und Bankenviertel ist die Calle Leon y Castillo. Sie beginnt gegenüber der Brücke Puente de las Bolas vor San Gabriel. Rechts steht das Gebäude der Insel-
verwaltung, einige Schritte weiter liegt versteckt eine Einkaufspassage mit verschiedenen Läden und Lokalen.
Der traditionelle Markt (Mercado) in der Calle Libre, nicht weit von der Kirche San Gines und der kirchlichen Buchhandlung entfernt, ist inzwischen ein beliebtes Ausflugsziel geworden. Tomaten, Bananen, Papayas und Orangen von den Feldern der Bauern Lanzarotes werden hier verkauft, ebenso Früche, Zwiebeln, Kräuter, Korbwaren. Die Marktfrauen tragen dazu ihre volkstümlichen Kopftücher und Strohhüte.
Die Kirche San Gines hinter dem Markt wurde 1988 renoviert. Die Decken wurden gestützt und das verstaubte Innere auf neuen Glanz gebracht. Das Gotteshaus mit dem Namen des Schutzheiligen von Lanzarote soll ein würdiges Zentrum religiöser Verehrung werden.
Essen und Trinken:
Restaurant „EI Reducto Meson", Avenida Fred Olsen 1, Tel. 81 63 89. Gegenüber der Playa del Reducto erkennbar an den blauen Fenstern. Preise der Nachbarschaft zum Grand Hotel entsprechend.
„Cafe de Paris", Avenida Mancommunidad, Tel. 81 49 16.
Teures Lokal mit einer der schönsten Terrassen Arrecifes.
Bar-Restaurante „Martin" an der Plaza de la Constitucion 12, direkt hinter dem Gebäude der Post. Menü zwischen 15 und 20 DM. Kichererbsensuppe mit Kartoffeln, Paprika und Knoblauch fällt in die Kategorie „deftige Hausmannskost".
Fischrestaurant „Marisqueria Abdon", Calle Canalejas 51, Tel. 81 45 58. Fischsuppen ab ca. 6 DM. Nützliche Adressen:
Polizei: Apolo 3, Tel. 81 09 46 und 81 11 00; Vargas 6, Tel. 81 13 17. Bewachter Parkplatz: am Castillo San Gabriel; ca. 1 DM.
Bushaltestelle: Gegenüber dem Restaurant „El Reducto Meson", Avenida Fred Olsen (Nähe Grand Hotel). Touristeninformationen: Parque Municipal, Tel. 81 18 60.
Post- und Telegrafenamt: Avenida del Generalisimo Franco 8. Tel. 81 19 17 und 81 02 41.
Rathaus: Vargas 6, Tel. 81 02 93 und 81 13 17.
lberia: Avenida del Generalisimo Franco 10, Tel. 81 03 50. Trasmediterranea: Jose Antonio, Tel. 81 10 90 (-+Reisen im Land). Unterkünfte:
Hostal/Residencia „Alepsa" (*), Calle Leon y Castillo 52, Tel. 81 17 56. 13 Zimmer Doppelzimmer ab 40 DM. Hostal „Esparia", Gran Canaria 4, Tel. 81 11 90. 26 Zimmer ab 40 DM.
Hostal/Residencia „Tisalaya", Perez Galdos 12, Tel. 81 15 85. Neun Zimmer ab 40 DM.
Apartmenthaus „Rubicon" (zwei Schlüssel), Avenida Mancomunidad 8, Tel. 81 12 48. Sechs Apartments ab 70 DM.
Pension „Arruche", Calle Gomez Ulla, 25 DM fürs Doppelzimmer. Hostal „San Gines", Calle Molino 9, Tel. 81 23 51, ca. 38 DM.
Um von Arrecife nach Puerto del Carmen zu kommen, steigt man in den Bus am Strand neben dem „Gran Hotel". Die Straße führt stadtauswärts zunächst an Playa Honda zwischen Hauptstadt und Flughafen vorbei. Eine hübsche Promenade, ein Sandstrand, liebevoll gestaltete Häuser und empfehlenswerte Restaurants gehören zu dieser Wohnsiedlung. Essen und Trinken:
„Playa Honda", Calle Princesa Ico; „Pleamar San Borondon", Calle Princesa Ico;
„La Gamba Loca", Calle Cubierta.
Am Ende der Promenade beginnt bereits das Gelände des Flughafens „Guasimeta". 1940 war es ein Militär- Flughafen. Der erste zivile Flug mit einer DC 3 von Las Palmas nach Arrecife startete 1950. Ein Jahr später registrierten die Behörden bereits 2000 Passagiere, die auf Lanzarote

landeten. Ab 1971 kamen jährlich 300 000 Menschen auf „Guasimeta" an, 35 000 davon aus dem Ausland. Der Flughafen soll erweitert werden, da er dem Andrang auf diese beliebte Insel längst nicht mehr gewachsen ist. Jeden Donnerstag gegen zwei Uhr nachmittags kommen und gehen 1200 Passagiere. 24 Tonnen Gepäck müssen zügig in die Schalterhallen und in die Flugzeuge. Auch die Halle für Inlandflüge wurde inzwischen Reisenden von auswärts geöffnet. Zur Zeit wird der tatsächliche Platzbedarf ermittelt. Ab 1995 soll „Guasimeta" vergrößert werden.
Man kann nun von der Straße GC 720 hinter dem Flughafen links nach Puerto del Carmen fahren oder zunächst vier Kilometer weiter geradeaus nach Tias, ein dichtbebautes Bauerndorf. Der Bus hält an der Kirche. Auch von Tias führt eine Straße hinunter nach Puerto del Carmen. Wir fahren weiter bis Macher und biegen rechts ab nach La Asomada mit den mehrere Meter hohen Kakteen in den Vorgärten. La Asomada ist eine Siedlung am Rande der Wabenlandschaft von La Geria. Nach den Vulkanausbrüchen im 18. und 19. Jahrhundert war ein Drittel der Insel mit vulkanischen Böden bedeckt. Außerdem regnet es selten auf Lanzarote, in manchen Jahren sogar überhaupt nicht. Und dennoch ha-
ben die Bauern Techniken der Feldbestellung entwickelt, die ihnen reiche Ernten ermöglichen:
Die Lapilli-Schichten sammeln das wenige Regenwasser wie ein Schwamm auf und geben es langsam an die Pflanzen ab. Die Steinchen sind mineralstoffreich. Feigenkakteen, eine Kulturpflanze auf Lanzarote, werden auf Basaltböden und Sand gezogen. Eine Mischung aus beidem erlaubt Wassermelonen, hier zu überleben.
Die Bauern graben Trichter in den Boden und pflanzen darin Weinstöcke. Anschließend wird um jeden Trichter eine halbkreisrunde Mauer errichtet, die den Wind von den Pflanzen abhält. Sie trocknen so nicht aus, und die fruchtbaren Bestandteile des Bodens werden nicht fortgeweht.
Die dunklen Trichterfelder von La Geria kontrastieren mit den saftiggrünen Weinreben darin. Die strenge Geometrie inspirierte einen Fotografen so sehr, daß eine Aufnahme von La Geria nun im Katalog des Museums für zeitgenössische Kunst von New York verewigt wurde.
In Macher beginnt die westliche Zufahrtsstraße nach Puerto del Carmen und die drei Kilometer lange Verbindung entlang der Weinfelder von La Geria zur Straße 730. Nach
Wein
La Geria ist die Hauptregion lanzarotenischen Weinbaus. Bei den Weinen handelt es sich um anspruchslose Pflanzen, die ursprünglich von der griechischen Insel Kreta zu den Kanarischen Inseln gebracht worden sind. Die Bauern auf Lanzarote produzieren einen Wein, qualitativ dem berühmten Malvasier (engl.: Malmsey) gleich, der vor allem von der Insel Madeira 500 km nördlich von Lanzarote bekannt ist.
In einem Faß dieses Weines wollte der Legende nach der englische Herzog George of Clarence 1478 ertränkt werden, als er sich seine Hinrichtungsart wählen durfte. Und auch Shakespeare wird die Bekanntschaft mit dem Malvasier nachgesagt: Falstaff kritisiert im „Heinrich IV" den Schurken Bardolph. Dessen rote Nase sei doch der schlagende Beweis dafür, daß er ein wenig zu tief in die MalvasierGläser geschaut habe.
Auf den Kanarischen Inseln wird Malvasierwein seit dem 15. Jahrhundert angebaut. Zwischen den Kanarischen Inseln, England und Indien wurde 1561 eifrig damit gehandelt. Aber auch bei Malvasier gibt es Qualitätsunterschiede. Der beste wurde als „East India Madeira" bezeichnet, ein ehrenvoller Titel für ei-
nen Malvasier, der die Reise bis nach Ostindien im heißen Schiffsrumpf überstanden hatte. Heute macht man sich diese Mühe nicht mehr, sondern erhitzt den Wein nach der ersten Gärung auf 60 Grad Celsius und etikettiert ihn dann portugiesisch als „vinho estufado`: Weinbau ist eine mühevolle Arbeit: Für jede einzelne Pflanze muß ein 50-80 Zentimeter tiefer Trichter gegraben werden. Die Mauern drumherum sind bis zu 60 Zentimeter hoch und schützen vor dem Wind. Nur einmal im Jahr wird geerntet. Der Most wird gekühlt, gärt dabei, wird dann filtriert und in Holzfässern bis zur Endabfüllung gelagert. Der süßeste Wein wird erst Ende August geerntet, wenn er den höchsten Zuckergehalt erreicht hat. Nach zehn Tagen Gährung haben die Weine einen Alkoholgehalt von 12 Prozent. Eine der bekanntesten Weinkellereien auf Lanzarote ist „El Grifo". Sie füllt jährlich 300 000 Flaschen ab. Doch auch in den kleinen Gärten kleiner Bauern wächst Wein und wird als Hauswein in Läden und Restaurants verkauft. Die Gesamtproduktion an Weinen auf Lanzarote liegt bei 1,2 Millionen Litern in schlechten, bei 2 Millionen in guten, regenreichen Jahren.

100 m ist auf der linken Seite „Las Vegas Wine Lanzarote ausgeschildert. Ein staubiger Weg führt zur Kellerei. Die beiden Schäferhunde sind in der Regel angekettet, und meistens ist jemand anwesend, der die Tiere besänftigt, falls sie einmal anfangen sollten zu kläffen. Die Trauben für den Wein, der hier verkauft wird, wachsen in den Trichtern um La Geria.
Nach einem Kilometer geht rechts eine Straße ab zum „El Patio Center", einer Sprachenschule, einem Restaurant und einem Gartengeschäft. Wenig weiter links eines der ersten und besten Lokale, das „Mundia Lanze. Preiswerte Grillgerichte haben es bekannt gemacht; ein gemischter Teller mit Schweinekoteletts, Bratwurst und Hamburger kostet umgerechnet 22 DM. Sonntags gibt es ab 13 Uhr ein Mittagsbuffet für etwa 20 DM pro Person.
Wem Gegrilltes weniger liegt, und wer das „Mundia Lanza" nicht mag, der wird in den zahlreichen Lokalen von Puerto del Carmen auf seine Kosten kommen. Puerto del Carmen erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang der Küste. Die meisten Häuser sind niedrig; der beliebteste Strand ist der im Stadtteil Playa Blanca.
Polizei: Guardia Civil, Juan Carlos 1, Tel. 82 52 36.
Essen und Trinken:
Restaurant „El Barco" und „Dionysios", beide im Centro Commercial Roque Nublo.
„Grill-Suizo", Calle Roque Nublo. Pizzeria „Roma", gegenüber dem Taxistand im Stadtteil Playa Blanca, nett eingerichtet, auf englisches Publikum abgestimmt,
Einkaufen:
„El Patio Center", etwas nördlich von Puerto del Carmen. Mit Restaurant „La Finca", Galerie, Keramikgeschäft Blumenladen und Sprachschule. Hauptöffnungszeiten 10 bis 13 Uhr und 17 und 20 Uhr. Sonntags geschlossen.
Unterkünfte:
Apartments „San Francisco Park" (zwei Schlüssel), Calle Chalana, Tel.
82 61 60. 40 Apartments ab 60 DM. Apartments „Jardines San Antonio I, II und III" (ein Schlüssel), Avenidas de las Playas. Die Häuser haben zusammen 23 Apartments für jeweils umgerechnet ab 55 DM.
Hostal „Magoc", Calle Hierro 8, Tel.
83 00 46, 14 Zimmer ab 40 DM. Das Haus hat eine zentrale Lage — mit allen Vor- und Nachteilen.
Der nächste Ferienort an der Südküste von Lanzarote ist Playa Blanca. Man fährt von Puerto Rico auf die GC 720 und dann bis zum Ende dieser Straße nach Westen. Sie verläuft in
einem weiten Bogen hinter Yaiza nach Süden.
Lanzarote südlich von El Golfo und Uga
Lanzarote ist nicht gerade eine Wanderinsel. Dafür scheint die Sonne zu intensiv, es fehlen auch die Schatten spendenden Wälder und tiefen Täler. Was man dagegen häufiger sieht, das sind fahrradfahrende Urlauber. Und tatsächlich lassen sich weite Teile dieser Insel bequem mit dem Fahrrad erkunden, das man vielleicht im Campingbus dabei hat oder sich sogar in seinem Hotel ausleihen kann. Wenn man allerdings von den Hauptstraßen abfährt, kann man sich plötzlich auf Wellblechpisten, also Sandpisten mit Querrillen, wiederfinden, was das Zweiradvergnügen ein wenig trübt. Der Süden Lanzarotes bietet sich für eine Tagestour an, die beginnen könnte bei Playa Blanca. Es liegt ca. 40 km von Arrecife entfernt im äußersten Süden Lanzarotes. Die Straße GC 720 endet an der Hauptstraße, die parallel zur Küste durch den Ort führt. Rechts geht es zum Hafen, der auch der alte Kern der Siedlung ist, die in den letzten Jahren durch Hotelbauten wesentlich erweitert wurde.
Hotels wie das „Lanzarote Princess" und „Lanzarote Park" mit über 500
Betten sind wegweisend für die Zukunft dieser alten Fischersiedlung. Playa Blanca ist außerdem Verbindungshafen nach Corralejo auf Fuerteventura. Hier beginnen die Ausflüge mit der Fähre „Alisur" zur Nachbarinsel. Der Hafen ist relativ sauber; es gibt hier sogar einen 150 m langen Sandstrand.
Östlich von Playa Blanca liegen die Strände Playa de los Coloradas und Playa Mujeres, bekannt als die Papagayo-Strände. Man fährt an der schlichten, turmlosen Kirche Nuestra Seriora del Carmen vorbei zu den vier nebeneinanderliegenden Badebuchten mit feinem, goldgelbem Sand.
Rechts eine alte Saline, die heute allerdings kaum noch verwendet wird, um damit Salz zu gewinnen. Janubio nördlich von Playa Blanca produziert ausreichend für den gesamten Bedarf der Insel. Schon von weitem sieht man als nächstes den Rest des Castillo de los Colorades. Wann die Festung gegründet wurde, weiß niemand mehr. Vermutet wird ein Baubeginn um 1402, womit sie in den ersten Jahren der Eroberung errichtet worden sein muß. Die Spanier beabsichtigten, von Fuerteventura aus kommend in das Innere Lanzarotes vorzustoßen.
Von der Festung blieb 1749 nach Angriffen von afrikanischen Seefahrern

nur noch eine runde, ca. 10 m hohe Ruine, der Torre del Aguila (Turm des Adlers). Der Glockenturm wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.
Vor der Ruine, also nach Playa Blanca zu, findet man an der Punta del Aguila einen kleinen kieselsteinigen Strandabschnitt, an dem man noch ungestörter baden kann als an den Papagayo-Stränden.
Man läßt den Turm nun rechts liegen, fährt wieder auf den Hauptweg durch die Lücke in der Dünung und immer geradeaus auf der Piste. Sie endet an den Papagayo-Stränden. Um den Landvorsprung herum erreicht man die Küstenabschnitte Caleta Congito und Caleta Larga, die ebenfalls für ihren feinen Sandstrand bekannt sind.
Taxistand: am Kinderspielplatz neben der Bushaltestelle und den Rent-aCars.
Unterkünfte:
Apartmenthaus, Nähe Kirche Nuestra Sehora del Carmen, Apartment für 100 DM.
Hostal/Residencia „Playa Blanca" (***), Playa Blanca, Tel. 83 00 46. 11 Zimmer ab 40 DM. Hostal/Residencia „Playa del Sol" (**), 10 Zimmer ab 40 DM.
Die Region westlich von Playa Blanca heißt Costa de Rubicon. Einen Kilometer nördlich des Hafens führt
links eine Straße ab und an der Siedlung Montaria Baja vorbei zwischen dem 194 m hohen Montaria Roja und der Küste zum Leuchtturm von Punta Pechiguera. Von hier aus wollte der Normanne Jean de Bethancourt im 15. Jahrhundert die Insel erobern. An dieser Küste ließ er auch die Festung El Rubicon bauen. Und hier wurde auch sein Mitstreiter Gadifer de la Salle vom Kommandanten Bertin Berneval hintergangen, worauf es zu erheblichen Spannungen zwischen Spaniern und Guanchen kam (–,Geschichte).
Das Salz der Salinen von Janubio glitzert weiß und rosa in der Sonne. In niedrige Becken wird Meerwasser gepumpt, das in den Boden versickert oder in der Sonne verdunstet. Zurück bleiben salzige Kristalle, die abgeschaufelt und anschließend getrocknet werden. Jährlich werden so mit Hilfe der Sonne und des Windes 10 000 Tonnen Salz gewonnen. Eine fast natürliche Art der Produktion. Lediglich die Pumpen arbeiten heute mit Strom; früher wurden dafür Windmühlen betrieben. Das Salz wird neben Eis verwendet, um damit Fische zu konservieren. Als Tafelsalz spielt es eine geringere Rolle.
An den Salinen stoßen zwei Straßen auf die GC 720. Rechts erreicht man nach zwei Kilometern Las Brefias. Flache, dunkle vulkanische Hügel er-
heben sich zwischen den Feldern und den blütenweißen Häusern. Um die Felder wurden niedrige Mauern errichtet. Wie frisch bestellt und eingesät wirkt die Fläche dazwischen, selbst wenn die Ernte längst vorbei ist: Über den Boden wird nach dem Säen eine Schicht dunklen, vulkanischen Gesteins geschüttet, das die Feuchtigkeit wie in einem Treibhaus speichert. Die Nachbarinsel Fuerteventura, auf der ähnliche Bodenverhältnisse vorkommen wie hier, hat diese Technik nicht ausgeschöpft und wirkt daher öd und leer.
Eine Straße führt rechts hinein nach Las Brehas, einer Siedlung mit 40 Häusern der Getreide- und Zwiebelbauern. Gegenüber der schlichten Kirche San Luis Gonzage wurde 1987 die Plaza de Victor Fernandez Gopar angelegt. Blumen zwischen weiß gekalkten Mauern aus vulkanischem Gestein machen diesen Platz zu einem angenehmen Treffpunkt. Auf einer Anhöhe gelegen, kann man von hier aus über das Dorf und die Ebene davor blicken. Am Spielplatz unterhalb der Kirche hält der Bus. Hinter Las Breias steigt die Straße um den Atalaya de Fernes (608 m) leicht an. Die Landschaft wird insgesamt hügeliger und nach Osten von tiefen Tälern zerschnitten. Genügsame Esel werden als Tragtiere auf den Feldern genutzt, wie bei Casas de
Masion. Dann erreicht man Fernes. Die Kirche San Pedro wurde 1733 gebaut. In manchen Quellen wird sie auch San Marcial de Rubicon oder Ermita de San Marcial genannt, in Erinnerung an einen Kardinal, der im 15. Jahrhundert auf Lanzarote arbeitete. Die Menschen leben von ihren Orangenplantagen, bauen Mais und Getreide an.
Hinter der Bar „Femös" werden in dem Geschäft „Artesania Canaria" Töpferwaren und Strohsachen verkauft. Gerade in diesem Ort wird einem bewußt, das Lanzarote sich in einem Aspekt erheblich von den übrigen Inseln der Kanaren unterscheidet:
Es fehlt an Werbung. Kein Lokal macht mit knalligen Farben auf sich aufmerksam; kein Cowboy preist auf großen Plakaten die Freiheit an, sich und seinen passiv rauchenden Mustang mit Zigaretten umzubringen. Kein Auto ist das beste, schönste, schnellste. Kein Sonnenöl riecht besser als alle anderen. Und auch das Gewissen beißt nicht, weil man seine Wäsche nicht mit einem bestimmten Mittel reinigt.
Der Grund ist wieder einmal Cesar Manrique, der auf Lanzarote ein Werbeverbot durchgesetzt hat. Dadurch wirkt die Insel einheitlich und bekommt etwas Unverwechselbares. Was anziehen soll, ist die reine Land-

schaft, eine eindeutige Architektur, deren Grundlage natürlich Materialien dieser Vulkaninsel sind. Das Konzept ging auf. Lanzarote läuft, sollte es so bleiben, vorerst nicht Gefahr, sein Gesicht zu verlieren. Fünf Kilometer hinter Femös erreicht man wieder die Straße GC 720 und fährt links ab nach Uga. Von Uga wird gesagt, es sei eines der afrikanischsten Dörfer der Kanarischen Inseln. Das trifft lediglich wegen der ca. 100 Dromedare zu, die in Uga und dem Nachbarort Yaiza für den Ritt durch die Vulkanlandschaft Montahas del Fuego gehalten werden. Hinter den hohen Mauern, die man vor und hinter dem Dorf sieht, wachsen Orangen. Das Restaurant „Timanfaya" kann vor allem fürs Frühstück empfohlen werden. Dort gibt es auch einen Andenkenladen. Gegenüber der Kirche Isidro Labrador findet man einen Lebensmittelladen und einen Taxistand.
Zwischen Uga und Yaiza, dem Dorf zwei Kilometer westlich davon, geht rechts die sieben Kilometer lange Straße an der Polizeistation und der Tankstelle vorbei zu den Feuerbergen. Um wieder zur Küste zu kommen, fährt man geradeaus in den Ort hinein.
An der Hauptstraße von Yaiza (190 m über NN) gibt es verschiedene Läden, in denen Handarbeiten verkauft
werden, Stickereien, Blusen und anderes. Weil die Region wegen der Dromedare so afrikanisch anmutet, etablierte sich auch der „Bazar Boutique Artesania Africana" mit Souvenirs vom Schwarzen Kontinent. Die Kirche Nuestra Sehora de los Remedios hat sich trotz des Besucherstroms in den letzten Jahren ihre weihevolle Atmosphäre bewahrt. Besonders berühmt sind die Deckenschnitzereien und -malereien und der liegende Jesus in seinem Glassarkophag.
Hinter der Kirche kommt man am Parkplatz vorbei einen Hügel hinauf zu einer Gedenktafel. Sie erinnert seit 1980 daran, daß über 250 Jahre lang keiner der gefürchteten Vulkane ausgebrochen ist. Verläßt man den Ort nach Westen Richtung El Golfo und Janubio, so führt die GC 720 vor dem Ortsende an der „Galeria Yaiza" vorbei, in der montags bis samstags jeweils zwischen 17 und 19 Uhr Wechselausstellungen zu besichtigen sind.
Essen und Trinken:
Das Garten-Restaurant „La Era" ist auf dem Wege nach EI Golfo links der Hauptstraße zu sehen, liegt aber etwa 200 m von der Straße ab. Hier feierte zum Beispiel das Team der Inselzeitung „Lancelot" aufwendig seinen sechsten Geburtstag gemeinsam mit den „Very Important Per-
sons" von Lazarote, zu deutsch: den oberen Zehntausend. Genau gesagt waren es 200, für die der Chef von „Lancelot", Antonio Coll, das Büffet eröffnete. Im „La Era" werden auch Tonbildschauen von der Insel gezeigt.
Zwei Kilometer hinter Yaiza führt die GC 720 in einer nahezu rechtwinkligen Kurve nach Süden. Geradeaus führt eine relativ gut ausgebaute Straße nach EI Golfo. Zwischen den Lava- und Geröllfeldern rechts und links wachsen vereinzelt oder auf größeren Feldern Ohrenkakteen. Das Geröll wird von Flechten und Moosen grünlich gefärbt. Nach vier Kilometern erreicht man den Weiler an der Küste. EI Golfo wurde nach einem riesigen Halbkrater benannt.
Eine Sandbarriere schützt das natürliche Schwimmbecken vor dem Austrocknen. Meerwasser sickert immer wieder landeinwärts durch, verdunstet jedoch ähnlich wie in den Salinen von Janubio. Die Salzkonzentration ist daher ziemlich hoch. Der verbleibende See schimmert grün und wird daher Lago Verde genannt. EI Golfo liegt an einem langen, schwarzsandigen Strand. Landeinwärts überwiegen Felsen.
Im Oktober 1987 wurde an der Küste von EI Golfo der Film „La Iguana" (Der Leguan) des spanischen Schrift-
stellers Alberto Vazquez Figuera gedreht. Es ist eine italo-amerikanische Produktion, der internationale Anerkennung vorausgesagt wurde. Von EI Golfo fährt man wieder landeinwärts und oberhalb der Siedlung rechts drei Kilometer bis zur wilden, zerklüfteten Küste von Los Hervideros. Auf den Aschen und dem Geröll wachsen lediglich grünliche Flechten; die Brandung hat die Gänge der Laven vertieft und niedrige Labyrinthe entstehen lassen. Das Meer schmettert gegen die Küste, es gischtet und sprudelt weiß. „Hervideros" ist das spanische Wort für Sprudel. Kurz vor den Salinen findet man auf Meeresseite eine steil abfallende Grotte. Dieses attraktive Bildmotiv ist nicht leicht einzufangen, da der Abstieg mehr ein Abrutschen ist. Nur mit festen Schuhen kann man riskieren, sich bis auf Meeresebene abgleiten zu lassen.
Entlang der Küste von Los Hervideros wird Olivina verkauft. Der hellgrüne vulkanische Halbedelstein wird von Mineralogen auch Peridot genannt. Seine Farbe bekommt er von Magnesium- und Eisensilikaten, die vor Millionen von Jahren entstanden sind. Es gibt nur wenige vulkanische Inseln, auf denen Olivina zu finden ist. Die Nachfrage nach diesem smaragdähnlichen Stein war immer groß. Und nicht nur im Barock wurde er
deshalb als Schmuckstein und bei Kirchendekorationen verwendet. Die Piste entlang der Küste von Los Hervideros führt schließlich an der Nordseite der Salinen von Janubio herum auf die GC 720, an der es rechts ab zurück nach Playa Blanca geht.

Der Norden: von Timanfaya bis La Santa Sport
Von El Golfo bis nach Teguise ist Lanzarote unwirtliches, vulkanisches Land. Hauptanziehungspunkt ist der Parque Nacional de Timanfaya mit den Feuerbergen, den man aus dem Süden kommend nördlich von Yaiza erreicht.
Lava- und Aschefelder über ein Areal von 5107 Hektar bieten Tieren und Pflanzen auf den ersten Blick keine Überlebenschance. Die Vulkanlandschaft ist sozusagen nutzlos, wäre es nicht eine geologische Einmaligkeit, die jährlich Hunderttausende Besucher anzieht.
Drei Kilometer hinter Yaiza sieht man links der Straße Parkplätze. Zur Straße hin führen mehrere Stufen in ein verstecktes, unterirdisches mineralogisches Museum, in dem Gesteinsarten und Kristalle zu bewundern sind. Leider sind die Exponate nicht beschriftet. Dafür ist der Eintritt frei.
Ein Besuch des Museums lohnt sich. wenn man auf einen Ritt in die Feuerberge wartet. Bis zu 100 Dromedare warten auf Besucher, die sich rechts und links des Höckers in den Sattel setzen, um sich karawanenweise von meist afrikanischen Treibern durch die Landschaft schaukeln zu lassen. Es ist die einzige Möglichkeit, 20 Minuten lang etwas indiviueller die Feuerberge kennenzulernen. Zu Fuß darf man sie nicht betreten und auch nicht mit dem Auto durchfahren. Der Park steht unter Naturschutz.
Von den 300 Vulkanen, deren Krater die Feuerberge bilden, brachen zuletzt 1824 gleich 40 auf einmal los und begruben zehn Dörfer unter sich Der Ausritt auf dem Dromedar führt wieder zurück zum Parkplatz. Um zum Restaurant „Islote de Hilario" zu gelangen, läßt man den Parkplatz und die Dromedare links liegen und fährt weiter nach Norden, bis man das Wärterhäuschen mit dem Schlagbaum sieht. Die Teufelchen weisen den Weg zum Eingang der Montatlas del Fuego. Die meisten der Vulkane entstanden bei den Ausbrüchen von 1730 bis 1736. Ein Viertel der Oberfläche Lanzarotes wurde damals unter Lava und Asche begraben. Das Zentrum der vulkanischen Tätigkeit liegt im Gebiet des Timanfaya, ein anderes Wort für Montanas del Fuego.
Spaniens faszinierendste Geröllhalde kostet 6 DM Eintritt, darin eingeschlossen ist eine stündliche Busfahrt durch den Nationalpark. Die Montaiias del Fuego sind täglich von 9 bis 16.45 Uhr zugänglich.
Die Straße führt weiter durch unfruchtbare Aschefelder voller Flechten und Moose bis hin zum Parkplatz vor dem Restaurant „El Diabolo". Die Steaks werden auf dem angeblich einzigen vulkangeheizten Grill der Welt bei 400 Grad Celsius gegrillt. Wer unter dem Grillrost brodelnde Lava erwartet hat, wird enttäuscht sein. Immerhin ist der Boden in der Vertiefung rechts vom Hotel noch so heiß, daß Reisig darin sofort entflammt. Wasser, das eimerweise in Metallrohre gegossen wird, schießt Sekunden später als heulende Fontäne wieder heraus.
Sechs Kilometer nordöstlich der Feuerberge biegt man in La Mancha (Mancha Blanca) rechts Richtung La Vagueta und Tiagua ab. An dieser Straße befindet sich die Kapelle Ermita de los Dolores. Die Marienstatue wird auf der ganzen Insel verehrt, weshalb in unmittelbarer Nähe eine große Fläche als Parkplatz zur Verfügung gestellt wurde.
Über Casas de Guigan und Tinajo fährt man geradeaus weiter bis zur
Halbinsel La Isleta. Genutzt wird diese abgelegene Insel von einem Time Sharing-Unternehmen, das in dem Apartmentkomplex „La Santa Sport" Athleten aus der ganzen Welt Urlaub und Sport bietet. 1400 Menschen können hier in den Ferien ihren Disziplinen nachgehen. Zum Beispiel kann man hier unter den Augen erfahrener Trainer auf einer Lagune die ersten Versuche als Surfer machen, bevor es hinaus an die Küste geht. Preis für ein Doppelzimmer: 170 bis 330 DM, wobei die Benutzung sämtlicher Sportanlagen enthalten ist (Tennis, Schwimmen, Leichtathletik, Fitneßraum u.a.).
Von der Halbinsel kann man wieder zurück nach Tinajo fahren und sich dann westlich halten. Eine Sandpiste führt jedoch von „La Santa Sport" durch die wüstenhafte Landschaft bis nach Soo, einem Bauerndorf. Geologisch interessant sind die benachbarten Vulkankegel Montaria Mosta, Pico Colorado und der Namengeber des Ortes Soo mit 293 m Höhe. Von Soo fährt man auf einer wieder gut ausgebauten Straße durch das Reihendorf Munique bis Tiagua, mit der auffälligen Windmühle.
In Tiagua hält man sich südlich Richtung Arrecife. Das Nachbardorf Tao befindet sich unterhalb eines 550 m hohen Vulkankegels, dem es seinen Namen zu verdanken hat. Der nächste Ort ist Mozaga, einer der Verkehrsknotenpunkte von Lanzarote. Hier kreuzt sich die Straße von Uga nach Teguise mit der von Arrecife nach Tinajo. Mozaga ist ein kleines Dorf mit einer Weinkellerei und als bedeutendstem Anziehungspunkt dem Monumento al Campesino. Diese Makroskulptur von Cesar Manrique und seinen Mitarbeitern ehrt die starken, hart arbeitenden Bauern dieser Insel. Wer genau hinschaut, soll neben dem Bauern auch seine traditionellen Arbeitstiere, die Dromedare und Esel in der Skulptur erkennen können. Wem das nicht auf Anhieb gelingt, kann sich in der Umgebung nach Zeugnissen kanarischer Landwirtschaft umschauen.
Das einfache Bauerngehöft neben der Skulptur ist ein Beispiel für lanzarotenische Architektur. In diesem Museum werden Arbeitsgeräte der Bauern gezeigt. Das Restaurant daneben bietet Gerichte der Kanarischen Inseln und einheimischen Malvasier-Wein an.
Vom Monumento al Campesino aus südlich überquert man die GC 730 Richtung Arrecife und erreicht hinter der Tankstelle rechts San Bartolome. Botschafterinnen dieses Dorfes sind die Frauen einer Volkstanzgruppe. Die Frauen tragen große Strohhüte, unverheiratete Mädchen helle, schutenartige Stoffhüte. Von San Bartolo-
ma bis zur Hauptstadt sind es nur noch fünf Kilometer.

Von Teguise
bis zum Mirador del Rio
Arrecife wird durch die acht Kilometer lange Straße GC 700 mit der alten Hauptstadt Teguise verbunden. Der Name erinnert an die Tochter eines Guanchen-Königs, die Maciot de Bethancourt, den Neffen des Eroberers Jean de Bethancourt heiratete. Maciot war viele Jahre Regent der Insel, obwohl er sie eigentlich nur für seinen Onkel verwaltete.
Teguise wirkt wie ein Museum, atmet nahezu Geschichte, die für die Stadt im 15. Jahrhundert begann. Hier fühlten sich die Eroberer sicher vor Piratenüberfällen und behielten mit der Wahl ihrer abgelegenen Hauptstadt sogar recht. Nur einmal, 1586, drangen Algerier nach Teguise vor und legten Brände. Später stürmten Engländer die Stadt und während 1618 in Europa der 30jährige Krieg losbrach, zettelten in Teguise wieder Nordafrikaner Unruhe an. Sie brannten die Stadt nieder, brachten Männer, Frauen und Kinder um. Die Gasse des Blutes, die Callejon de Sangre, heißt danach. Teguise erholte sich wieder und blieb bis 1852 Hauptstadt Lanzarotes und sogar Bischofs- sitz.
Alte Gebäude aus der spanischen Zeit sind noch erhalten, auch wenn sie inzwischen zu neuen Zwecken genutzt werden, wie der Speicher, in dem sich jetzt eine Bank befindet. Das Franziskaner-Kloster San Francisco de Miraflores wurde im 16. Jahrhundert gebaut, das Dominikaner- Kloster Santo Domingo ca. 200 Jahre später.
In der wuchtigen Kirche San Miguel aus dem Jahre 1680 steht eine Madonnenstatue. Als sie vor vielen Jahren gestohlen werden sollte, hat ein Hund den Dieb in die Flucht geschlagen. Das Ereignis wird gerne weitererzählt, obwohl Ähnliches seltsamerweise auch mit Madonnenräubern in anderen Orten auf den Kanarischen Inseln passierte.
Die Löwen an der Plaza blicken auf den Palacio Spinola. Früher lebten darin Generalkapitäne, heute befinden sich an dieser Stelle ein Kulturzentrum und ein Museum. Hier finden regelmäßig Ausstellungen kanarischer Künstler statt, hier werden Feste gefeiert, Vorträge gehalten und Theaterstücke aufgeführt.
Jeden Sonntag findet zwischen 8 und 16 Uhr in Teguise ein Markt statt, auf dem man mit landwirtschaftlichen Produkten, Keramiken, Stroh- und Korbwaren einen Querschnitt kanarischer Folklore kennenlernen kann. Zu essen und zu trinken gibt es an
den Ständen selbstverständlich auch.
Teguise zählt heute 6000 Einwohner, die vor allem von der „Zwiebelaffäre" ihres Bürgermeisters zehren. Der führte nicht nur den Sonntagsmarkt ein. Er gründete auch eine Genossenschaft, die den gesamten Zwiebelmarkt auf Lanzarote kontrolliert und über 2000 Tonnen Zwiebeln jährlich verkauft. Außerdem war er ein maßgeblicher Initiator der Ferienstadt Costa Teguise.
Essen und Trinken: Bar-Restaurante „Galeria", Calle Victor Feo 6, nahe der Plaza. An den Wänden hängen Bilder unter anderm deutscher Künstler, die sich auf der Insel niedergelassen haben. Bar-Restaurante „Acative" gegenüber der Kirche. Eines der ältesten Lokale Teguises mit Andenkenladen, Vortragssaal und Tanz am Wochenende.
Costa Teguise, der Satellit der alten Hauptstadt, wurde an der Südküste gegründet, weil die Versuche scheiterten, Ähnliches an der Playa de Famara zu gestalten. Man kann ab Teguise nach La Caleta de Famara, dem Hauptort dieser Küste gelangen. Oder aber man fährt den bequemeren Weg Richtung Ugas und biegt nach drei Kilometern hinter Teguise

nach Norden ab. Beide Wege vereinigen sich kurz vor der Küste.
Auf dem Strand wachsen dornige Büsche. Der Wind ist rauh, und über die Gefahr dieses Gestades könnte ein Kapitän ein Lied singen, der hier mit seiner Ladung Zement auf Gund gelaufen ist. Das Schiff brach auseinander, der Rumpf ragt rostig aus dem Wasser.
La Caleta hat seinen Charakter als Fischerdorf bewahrt, was es seinen kanarischen Häusern zu verdanken hat. Die Promenade wurde erst vor Jahren angelegt, als die Pläne Wirklichkeit zu werden schienen, an dieser Küste ein Urlaubszentrum zu errichten. Es wurde eifrig gebaut, doch weder die Promenade noch die Küste fanden den Zuspruch, den sich die Bevölkerung gewünscht hatte. Dabei gilt Playa de Famara trotz der rauhen See als Paradies für Unterwasserfischer.
Ein Dokument dafür, wie sehr sich die Planer verschätzt haben, ist La Respingona westlich von La Caleta de Famara an der Playa de San Juan. Die Fertighäuser der Siedlung „Hollanza" sehen vernachlässigt aus. Von den Fenstern dieser viereckigen Kästen blättert die Farbe, ebenso von den weißgestrichenen Wänden.
Östlich von La Caleta de Famara wurde ein weiteres Großprojekt realisiert.
Ein pfiffiger Architekt griff für die Urbanisacion La Famara auf Motive der Landwirtschaft von Lanzarote zurück: Wo sonst in kleinen Trichtern, umgeben von windschützenden Mäuerchen aus Vulkangestein Pflanzen wachsen, wohnen hier in kreisrunden Bungalows hauptsächlich Holländer. In der Urbanizacion gibt es ein Einkaufszentrum; Autos werden dort ebenfalls vermietet. Wer sich abends amüsieren oder essen gehen möchte, fährt nach La Caleta de Famara. Essen und Trinken:
Restaurants „La Caleta", „El Risco", „Montafia Lina", „Sol" und „Casa Garcia", empfehlenswert für Leute, die gerne Fisch mögen.
Unterkunft:
Apartments „Playa Famara" (zwei Schlüssel), Playa de Famara, Tel. 84 51 32. 146 Apartment-Bungalows für 65 bis 140 DM.
Nach dem Abstecher zur Nordküste fährt man wieder nach Teguise und dort auf die GC 730 nach Nordosten. Rechts der Straße auf dem Berg Guanapay sieht man die Burg Castillo de Guanapay. Beendet hat den Bau dieser Festung 1596 Leonardo Torriani. Ursprünglich hieß sie Castillo de Santa Barbara. Wenn die Burg renoviert wird, dann ist auch der schmale Fahrweg dorthin gesperrt.
Besichtigungen sind dann ausgeschlossen.
Die Geschichte der Burg geht auf den genuesischen Abenteurer Lanceloto Malocello zurück. Lanceloto ließ die Burg Mitte des 14. Jahrhunderts bauen. Sie wurde dann von Invasoren stark beschädigt, anschließend jedoch von Hauptmann Argote de Molina wieder hergerichtet und erweitert.
Die Straße GC 730 wird auf der Höhe von Los Valles ziemlich kurvenreich. Unterhalb des gebirgigen Vista de las Nieves führt links ein Feldweg hinauf zur Kapelle Ermita de las Nieves. Von der Hochebene überblickt man die gesamte Ebene vor der Küste von der Playa de la Famara bis hin zur Halbinsel La Isleta und Teguise.
Auf der weiteren Fahrt in den Norden nähert man sich nun der Oase Ha- da. Das grüne Tal des Barranco Tenesi wird auch das Tal der Tausend Palmen von Lanzarote genannt. Man sieht dieses Tal am besten vom Aussichtspunkt Mirador de Haria, dem ein Imbiß und ein Andenkenladen angeschlossen ist. Nach 400 m erreicht man einen weiteren Aussichtspunkt. Die Oase hat es dank des Wasserreichtumes in diesem Tal zu verhältnismäßigem Wohlstand gebracht, was sich auch in der Besiedlungs-
dichte niederschlägt. Im Bezirk Haria leben ca. 15 000 Menschen. Essen und Trinken:
Bar/Restaurant „Las Baleos", schräg gegenüber der Plaza.
Restaurant „Puerto Oerde", gegenüber der Plaza. Hier gibt es vor allem Gegrilltes.
Unterkunft: Apartmenthaus „Arrieta" (ein Schlüssel), Caserio de Arrieta. Acht Apartments zwischen 40 und 50 DM.
In Haria gibt es zwei wichtige Straßen. Eine führt ab Ortsmitte Richtung Arrieta und somit zur Ostküste und zu den Höhlen Cueva de los Verdes und Jameos del Agua. Die Straße GC 730 setzt sich dagegen sieben Kilometer nach Norden fort über Maquez bis Ye. In diesem Dorf biegt man links ab und erreicht am Ende der Straße den Mirador del Rio hoch über der Meerenge EI Rio. Der Aussichtspunkt ist ein Kunstwerk Cesar Manriques und erinnert an die Erdlöcher und -höhlen der Ureinwohner Lanzarotes. Zwischen 11 bis 18.45 Uhr und gegen umgerechnet 1,90 DM Eintritt kann man von dem hellen Schankraum aus die vorgelagerten Inseln Graciosa, Alegranza, Montaha Clara, Roque del Este, Roque del Oeste sehen.
Hinter der unscheinbaren Fassade des Mirador del Rio steckt ein zweistöckiges Gebäude mit geschmack-

vollen Fluren, elegant geschwungenen Aufgängen und Hallen. Von der Veranda dieses Restaurants schaut man fast senkrecht hinunter auf die Ebene, die bis zur Inselspitze Punta de Fariones reicht.
Von den Malpaises bis nach Castillo de Zanzomas
Orzola, das nördlichste Dorf auf Lanzarote, befindet sich am äußersten Ende einer 18 qkm großen Geröllwüste. Diese Einöde ist nicht nur langweilig; sie birgt einige Schätze, die wieder einmal Cesar Manrique zu verantworten hat — und natürlich die Vulkane. Am schnellsten kommt man von Arrecife über die Straße 710 nach Orzola, wobei man ab Arrieta die Küstenstraße verfolgt.
Hier gibt es eine Schiffsverbindung nach Graciosa (–*Isletas und Graciosa). Täglich um 10 und um 17 Uhr setzt die Motorjacht „Maria del Pino" zur Nachbarinsel über. Zurück geht es täglich um 8 und um 16 Uhr von Caleta de Sebo auf Graciosa nach Orzola.
Essen und Trinken:
„Punta Fariones", täglich wechselnde Fischgerichte, je nach Art des morgendlichen Fanges. Abgerechnet wird nach Gewicht des Fisches. „Rebozo", gegenüber der Mole im östlichen Teil des Hafens. Hier ist mit
längeren Wartezeiten zu rechnen. „EI Callao" am Ortseingang.
„Bahia del Orzola", „Perla del Atlantico" und „Casa Arraez": alle an der Uferpromenade Avenida del Caleton. „Los Roques", an der Hauptstraße gelegen. Spezialität des Hauses: frische Langusten.
Unterkunft: „Los Vientos", vier Apartments. Die Preise liegen pro Übernachtung zwischen 24 und 28 DM. Bleibt man länger als eine Woche, können besonders günstige Tarife ausgehandelt werden. Und: Nachfragen in den Bar-Restaurantes.
Südlich von Orzola findet man beiderseits der Straße Dünen und Geröll. Die Malpaises (Malpais = schlechtes Land) sind eine Landschaft voll bizarr geformter Lava- Aschen. Ganz in der Nähe der Famara-Klippe bei La Caleta wuchs vor 3000 Jahren der Vulkankegel Monte Corona südlich des heutigen Dorfes Ye. Mehrmals spuckte dieser Vulkan Richtung Famara die 400 m tiefen Klippen hinunter. Der gesamte Nordosten Lanzarotes wurde mit einem Strom aus bis zu 1000 Grad Celsius heißer Lava und Aschen bedeckt. Drei Kilometer tief drang die Lava ins Meer und vergrößerte den Küstensaum Lanzarotes damit um 24 qkm.
‘Metes und Graciosa
Die Isletas (Inselchen) im Norden Lanzarotes sind zusammen knapp über 40 qkm groß. Die Namen, Größe und höchsten Erhebungen:
Alegranza: 12 qkm; La Caldera: 289 m
Montane Clara: 1,1 qkm; Montaria Clara: 256 m
Roque del Este: 0,07 qkm; El Companario: 84 m
Roque del Oeste: 0,06 qkm; El Roque: 41 m
Die größte der Inseln allerdings ist Graciosa (La Graciosa) mit 27 qkm und dem 266 m hohen Peddro Barbe als höchster Erhebung. Der schmale Meeresarm El Rio trennt sie von der Mutterinsel Lanzarote. Nur einen größeren Ort und gleichzeitigen Fischerhafen gibt es auf der Insel. Caleta de Sebo braucht den Vergleich mit einem nordafrikanischen Wüstendorf nicht zu scheuen: rundum Sand und selten kommt Besuch.
Optisch hat der Strand Playa de las Conchas Eigenschaften karibischer Küstenabschnitte. Das Baden ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn die gefährliche Strömung, zum Teil unberechenbare Unterströmungen können Schwimmer
leicht hinausziehen. Also ist es besser, sich abzukühlen und dann die Einsamkeit auf dem feinen, hellen Sand zu genießen.

Der Krater des Vulkanes Corona ist 190 m tief, der Berg insgesamt 609 m hoch und hat einen Durchmesser an der oberen Kante von 450 m. Die berühmtesten Auswirkungen der Eruptionen des Corona sind Überlagerungen heißer Lava, die sich zum Teil wieder auflösten und Gänge formten. Während die Oberfläche relativ schnell erkaltete, floß die Lava unterirdisch weiter. Ein Rohr entstand, dessen Länge mal mit 6000, mal mit 7000 m angegeben wird, genauere Zahlen gehen von 6100 m aus.
In diesem Rohr bildeten sich Gase, explodierten und ließen so dünndeckige Teile des Ganges einstürzen. Andere Abschnitte sackten durch ihr eigenes Gewicht zusammen und hinterließen seltsame Ausgänge, die als Schlote, als Jameos, erhalten sind. Etwa 20 davon gibt es in den Malpaises de Corona. Und eine davön ist Cueva de los Verdes. Man fährt die Malpaises entlang nach Süden und folgt dann der Ausschilderung rechts in die Malpaises. Man sieht zunächst nichts und erreicht dann plötzlich einen Parkplatz. Die unterirdische Höhle in den Lavafeldern diente den Ureinwohnern Lanzarotes als Versteck, einmal vor Spaniern und dann vor Piraten, die aus Europa oder Afrika auf die Insel einfielen.
Die Cueva de los Verdes kann täglich von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. Für 4,50 DM Eintritt führen die mehrsprachigen Aufseher durch eine faszinierende Welt unter der Erde. Der Weg, der in einer Dreiviertelstunde besichtigt wird, ist etwa zwei Kilometer lang. Die höchste Halle („Kathedrale") besteht aus mehreren übereinanderliegenden hohlen Lavaströmen und ist fast 50 m hoch. Interessante Gebilde sind entstanden, als der Lavastrom erkaltete: ein Klavier, ein versteinerter Baumstumpf, die englische Königin Victoria und der iranische Religionsführer Ayatollah Chomeini werfen ihre Schatten an die Wände.
Dann öffnet sich der Gang plötzlich zu einer großen Halle, die als Konzertsaal dient, in der Opern ohne jedes störende Geräusch von außen aufgenommen werden. Da von außen kein Sonnenlicht eindringen kann, spiegelt sich die Decke der Höhle im Wasser eines „Sees" wider und erweckt den Eindruck eines zwanzig, dreißig Meter tiefen Abgrundes. Ein Steinwurf zerstört die Illusion: Das Wasser ist nur 25 Zentimeter tief.
Einer der Ausgänge der Cueva de los Verdes befindet sich jenseits der Straße, die zum Parkplatz führt. Man muß also wieder zurück zur Kreuzung und dann geradeaus, um den
„Kamin des Wassers" zu erreichen: Jameos del Agua, die größte bekannte Lavagrotte, ist nicht weit von dr Küste entfernt und das Ende jenes fast sieben Kilometer langen Lava- Ganges in den Malpaises de Corona. Cesar Manrique schuf hier ein überzeugendes Beispiel naturangepaßter Architektur. Obwohl die Malpaises erschreckend trocken, unfruchtbar und menschenfeindlich wirken, fühlen sich nicht nur die vielen Besucher von Jameos del Agua hier wohl, sondern auch zahlreiche zwitschernde Vögel.
Es gibt Blumen, Riesenkakteen, ein Naturschwimmbecken und ein weiß abgesetztes, das der Künstler entworfen hat. Vom täglichen Publikum darf dieses Becken allerdings nicht zum Baden genutzt werden. Tausende würden sich sonst in dem Schwimmbecken mit den sanften Rundungen tummeln.
Die Grotte ist täglich von 11 bis 18.45 Uhr geöffnet. Der Eintritt: umgerechnet 4,50 DM. Dienstags, freitags und samstags dient Jameos del Agua von 19 Uhr abends bis 3 Uhr am Morgen als Diskothek.
Südlich der Höhlen hören die Malpaises allmählich auf. Die Küste am Fischerdorf Punta de Mujeres (Los Picachos), hat längst nicht mehr den erschreckenden Charakter des
Gerölls im Norden. In den Naturschwimmbecken des Dorfes kann man sogar baden und angeln. Die Fischer konzentrieren sich inzwischen auf den Fremdenverkehr.
Essen und Trinken: Restaurants „Tipico Canario" und „Palenke",
Nur zwei Kilometer weiter erreicht man Arrieta. Auch Arrieta war vor wenigen Jahren in erster Linie ein Fischerdorf, bis man die Qualitäten des 400 m langen Felsstrandes Playa de la Garita entdeckte, der Reisende anzieht. Allein in der Straße La Marina gibt es fünf Bar/Restaurants: „Amanecer", „Ancla", „La Nasa", „Los Pesacaditos" und „Miguel", die sich vor allem auf Fischgerichte spezialisiert haben. Doch auch wer keinen Fisch mag, wird hier nicht vor dem leeren Teller sitzengelassen. Zimmer vermietet das Restaurant „Ancla", Calle la Marina, ab 42 DM (Kategorie: ein Schlüssel).
Von Arrieta fährt man die GC 730 weiter, läßt die Tankstelle links liegen und erreicht nach fünf Kilometern das Dorf Mala. Auf den Feldern werden Mais, Zwiebeln, Rüben, vor allem jedoch Schildläuse (—¦ Cochenille) gezogen. Rechts der Hauptdurchgangsstraße steht die Dorfkirche, etwas weiter gegenüber die Windmühle.
Cochenille
Cochenille ist eine Käfer- oder Blattlausart, die vor allem auf OpuntienKakteen schmarotzt. Ihr Herkunftsland: Mexiko. Die Spanier entdeckten die rotfärbenden Eigenschaften der Cochenille vermutlich schon 1526, vermuteten jedoch, daß der Saft pflanzlicher Natur war, weil die Tiere auf den Kakteen lebten. 1726 klärte ein Holländer den Irrtum auf. Die Männchen können fliegen und sind 1,6 bis zwei Millimeter groß. Nach der Paarung sterben sie ab, während die Weibchen 14 Tage später Eier legen und diese mit einem Gewebe aus feinen Fäden überdecken. Darin entwickeln sich die Larven, die eigentlichen Produzenten des Farbstoffes Karmesin. Um die Ernte zu erleichtern, werden die befruchteten Weibchen in einen Sack gesammelt, der an die Kakteen gehängt wird. Durch den Stoff hindurch legen sie ihre Eier ab. Die Larven werden in heißem Wasser abgetötet, getrocknet und geröstet. Durch einen chemischen Prozeß werden die Farbpigmente aktiviert und dann für Lippenstifte und Kosmetika verwendet. Zentren der Cochenille-Zucht auf Lanzarote sind Mala und Guatiza.
Zwei Restaurants sind in Mala erwähnenswert: direkt im Ort das „Fabel- Ion", weiter südlich an der Küste das „Tunera".
Eine 7,5 Kilometer lange Hoppelpiste führt zum Nudisten-Camp und zum Restaurant „Tunera". Es gibt Sportanlagen und einen Supermarkt zwischen den Bungalows. Ein Naturschwimmbecken erlaubt das Baden auch bei rauher See. Der nächste Ort südlich von Mala ist Guatiza. Vor allem die Kakteenfelder fallen auf. Ansonsten gibt es hier nichts, was auch wirtschaftlich interessant wäre. Das meinte auch der Bürgermeister von Teguise und initiierte an der Küste westlich von Guatiza die Siedlung Los Cocoteros. Sie wurde ein totaler Flop — touristisch gesehen. Inzwischen werden die Häuser von Spaniern bewohnt, um sie nicht gänzlich ungenutzt verfallen zu lassen.
Am Ende de GC 710 erreicht man Tahiche, biegt links ab und kommt nach einem Kilometer rechts auf die Straße nach San Bartolome. Gleich hinter der Kreuzung rechts mit den Skulpturen in einem Geröllfeld das Haus von Cesar Manrique, das Gerüchten zufolge nach dem Tode des Künstlers Museum werden soll. Fährt man an dem Haus vorbei, dann sieht man rechts der Straße die ar-
chäologische Stätte Castillo de Zanzomas, benannt nach dem größten der einheimischen Könige. Die unterirdischen Anlagen sind zum Teil ausgegraben. Leider fährt man fast an
den Resten der Siedlung vorbei. Auffälliger ist nämlich der Krater gegenüber, auch vom Geruch her. Durch ein Tor fährt man in das Innere des Vulkans — auf eine Müllkippe!

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