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Sehenswertes

Mai-29-2008 By admin

Teneriffa ist das Aushängeschild des kanarischen Fremdenverkehrs. Viel ist über diese Insel geschrieben worden, und nicht ohne Grund. Blumengärten und Felsschluchten, der schneebedeckte Gipfel des Pico del Teide, Wüsteneien, Lavaklippen, Guanchenhöhlen und Wolkenkratzer — was Natur und Kultur schaffen konnten, findet sich auf engstem Raum. Und manchmal versucht der Mensch, die Natur einzufangen, weil er im Wettbewerb um Schönheit unterliegt. Papageien- und Wasserparks gehören dazu und die zauberhaft gestaltete Badelandschaft Lago Martianez in Puerto de la Cruz. Auf der anderen Seite der Insel, an der Ostküste, begann die Eroberung der Insel, in Santa Cruz de Tenerife. Die Hauptstadt ist stolz und sehenswert. Museen, wie das archäologische,

Kunstgalerien, Kirchen gehören zu den Attraktionen dieser Stadt. In keinem Reiseführer fehlt der Hinweis auf den Drachenbaum von Icod de los Vinos, den man bei einer Rundfahrt um die Insel bewundern kann. Allerdings gibt es außer diesem ältesten „Drago” noch viele andere auf der Insel. In La Laguna zum Beispiel, der alten Universitätsstadt. Das Heiligtum von Candelaria, die berühmte Jungfrau, einst vom Meer an Land gespült, dann vom Atlantik zurückgefordert, ist ein Zentrum religiöser Verehrung. Überhaupt: Die Kanarier sind wie ganz Spanien katholisch. Jede Insel hat eine Madonna, die schöner ist als alle anderen. Und jedes Dorf hängt mit tiefstem Respekt an der Virgen in seiner Kirche.

Ein Beispiel ist die Maria des Schnees auf La Palma, der Isla bonita y verde, der zauberhaften, grünen Insel. Seit Jahrhunderten wird sie in feierlichen Prozessionen von ihrer Kapelle in die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma getragen. Ein Ereignis, das alle fünf Jahre Palmeros aus der ganzen Welt anzieht. 1995 wird es das nächste Mal stattfinden. Weitere sehenswerte Marienstatuen auf La Palma: Nuestra Sefiora de Montserrat in Los Sauces und die Nuestra Sehora del Pino zwischen El Paso und dem Mirador de la Cumbrecita. Als 1987 der internationale Flughafen auf La Palma eröffnet wurde, regte sich Protest, doch der Ausverkauf der Insel hat längst begonnen. Viele Landbesitzer bemühen sich gar nicht erst um spanische Käufer für ihr Land. Auf den Schildern in den Feldern, mit denen sie ihre Verkaufsbereitschaft erklären, steht statt „se vende” nur noch „zu verkaufen”. Alteingesessene befürchten daher eine Überfremdung. Aber noch gibt es zum Beispiel außer in Santa Cruz de La Palma kaum Diskotheken, die wie auf den großen Inseln Teneriffa und Gran Canaria ganze Stadtteile prägen; noch ist auch der Verkehr auf den Straßen kein Anlaß zur Beunruhigung, die Zahl der Autos hält sich in Grenzen. Santa Cruz de La Palma ist die schönste Hauptstadt auf den sieben Inseln, übersichtlich, eine Hafenstadt voller Cafäs, Restaurants und in Jahrhunderten gewachsen. Wer dachte, diese Stadt sei verschlafen, wird schnell eines Besseren belehrt: Die denkmalgeschützte Innenstadt steckt voller Leben — sofern nicht gerade Siesta gehalten wird.

Außerhalb der Hauptstadt geht es gelassener zu: hohe Berge, tiefe Schluchten, hübsche Dörfer in anmutigen Tälern, die vor allem im Norden entdeckt werden wollen — zu Fuß, mit dem Bus, Taxi oder auch mit dem Leihwagen. Im Zentrum der berühmte und weltgrößte Senkkrater Caldera de Taburiente, der vor allem Geographen zu schaffen machte: erloschener Vulkan oder ungewöhnliche Verwerfung? Es ist eine herrliche grüne Berglandschaft mit einem Umfang von 28 km und 9 km im Durchmesser. Ein Paradies für Wanderer. Der höchste Berg am Rande der Caldera mit 2356 m ist der Roque de los Muchachos, ein Sockel für eine der größten Stern- und Wetterwarten der Welt.

La Palma verdankt das Grün nicht nur den Naturwäldern in der Caldera oder bei Los Tilos, sondern auch den schier unendlichen Bananenplantagen an den Küsten im Westen und Osten. Es ist lehrreich, sich einmal unaufdringlich mit der Aufzucht dieser Stauden zu befassen, deren Früchte als Likör enden oder in der Obstschale eines mitteleuropäischen Haushaltes. Der Vulkan Teneguia brach zuletzt 1971 bei Fuencaliente am Südzipfel von La Palma aus. Unter der Oberfläche werden auch heute noch Temperaturen um 300 °C gemessen. Die Schönheiten von La Gomera erschließen sich dem Reisenden schnell bei einer Fahrt über die Insel, jedoch noch besser, wenn er sich diese Insel erwandert. Die Bergwelt um den Garajoney und der Bosque del Cedro im Parque Nacional de Garajoney gehören zu den schönsten Wandererlebnissen auf dieser Insel. Einzig das Valle Gran Rey, das Tal des großen Königs auf La Gomera, hat so etwas wie einen Boom bereits hinter sich. Vor allem junge Reisende auf der Suche nach Alternativen zu pauschalen Reisearrangements besuchen dieses große, fruchtbare Tal. Die Einheimischen haben noch keinen Weg gefunden, mit dieser Nachfrage fertig zu werden. Das einzige Mittel dagegen scheinen die abgebrühtesten und geschäftstüchtigsten Kanarier zu kennen. Die Preise haben sich in den letzten Jahren verdoppelt bis verdreifacht. Vollmondparties mit Hasch und Marihuana und die Nackten am Strand sind genau das, was die Bewohner des Valle Gran Rey sich nicht als Antwort auf ihre Gastfreundschaft vorgestellt haben.

Das 7 km lange und breite Valle Gran Rey ist eigentlich die Kornkammer Gomeras, würden hier nicht hauptsächlich Bananen und Tomaten neben Dattelpalmen und Feigenbäumen wachsen. Die Terrassen erinnern an Landschaften in Asien. Die Küste mit dem Boot abzufahren (Nachfragen im Club Nautico, San Sebastian) ist ein Erlebnis für sich: Rundherum ragt die Insel steil aus dem Wasser, Badebuchten sind eine Seltenheit. Und dennoch gibt es sie an einigen verschwiegenen Stränden. Orte wie Hermigua, La Playa Calera und der Hafen Playa de Santiago gehören zu den schönsten Zielen einer Inselrundfahrt, die auch eine kulinarische Reise durch die Restaurants werden könnte. Nicht zu vergessen San Sebastian.
Die Hauptstadt ist mit 7000 Einwohnern eine der kleineren Städte der Kanarischen Inseln und hält dem Vergleich mit den Hauptorten auf Teneriffa und Gran Canaria nicht stand. Und dennoch ist es eine Stadt zum Gernhabeh, in der man sich schnell zurechtfinden wird. Hier wird man in Ruhe all das einkaufen, was einem für die Wanderung auf La Gomera noch fehlt. Eine Reihe sehr alter Gebäude wie die Kirche oder der Grafenturm erinnern an die Geschichte der Insel, auf der Kolumbus einer der ersten Touristen gewesen war. Ähnlich unberührt, nur noch wilder als La Gomera, ist EI Hierro. Wer sich hier wohlfühlt, muß mit Kälte ebenso zurechtkommen wie mit Hitze, mit Feuchtigkeit ebenso wie mit Trockenheit, die nur wenige Kilometer voneinander entfernt vorkommen.

El Hierro ist die Insel der Kanaren, auf der man nicht sofort eine Reihe von Orten unbedingt gesehen haben muß — außer die alte Ruinenstadt Pozo de las Calcosas im Norden vielleicht oder die antike Stätte von Albarrada bei Isora und San Andres. Beide laufen sich in den Köpfen der Inselchronisten und Historiker den Rang danach ab, erste Siedlung auf El Hierro gewesen zu sein. Zunächst erinnert man sich jedoch eher an die landschaftlichen Schönheiten und Kontraste auf dieser anspruchsvollen Insel. Die steilen Hänge von El Julan in Süden, westlich von La Restinga und Faro de Orchilla, der ausgediente Null-Meridian an der westlichen Spitze mitten in einer Wüstenregion voller Lava-Brocken, gehören dazu. Die Nordküste von Punta de Verodal unterhalb von La Dehesa bis nach Pozo de la Salud mit den verschiedenfarbigen Strandabschnitten darf in der Liste der Sehenswürdigkeiten nicht fehlen.

Es folgt wieder eine Küste, die zum Landesinneren wie eine Steilkurve ansteigt bis hin nach Punta Grande unterhalb von Frontera. Einige ungewöhnliche Naturschwimmbecken wurden von den speienden Vulkanen ins Meer gegossen. An der Nordküste bauten die Spanier mit Pozo de las Calcosas eines der ersten Dörfer auf EI Hierro auf. Niemand mag heute mehr hier wohnen, es sei denn aus Nostalgie und Abenteuerlust für ein paar Tage im Sommer. Einige Heuerios tun das tatsächlich. An der Ostküste bei Las Playas und dem Parador Nacional finden sich verschiedene Strandabschnitte, die zu den schönsten der Insel zählen, klein und kaum besucht. Der Roque de Bonanza, durch dessen Mitte das staatliche Hotel zu sehen ist, wird den meisten schon auf der Fähre nach El Hierro in den Plakaten des Fremdenverkehrsamtes erscheinen. Das Zentrum der Insel prägen Kiefernwälder mit riesigen Exemplaren darunter, ein Urwald, der längst keiner mehr ist, in dem stattdessen die Axt Wander- und Fahrwege geschlagen hat, vom Freizeitpark Hoya del Morcillo angefangen bis zur Kapelle der Nuestra Seriora de los Reyes. Und mittendrin auf dem Hochplateau stehen die Regenbäume. Den berühmtesten Regenbaum freilich, den Arbol Santo von Albarrada, gibt es heute nur noch in dem Wappen von El Hierro. Seine gleichfalls interessanten Nachfolger am Cruz de los Reyes lassen ihr Wasser in Auffangbecken regnen, wenn wenige Meter weiter schon wieder die Sonne strahlt.

El Hierro hat es mit seinen Bäumen. Nicht nur der Regenbaum, auch die urzeitlichen Gebilde, die vom Wind gebeugt im Westen stehen, muß man gesehen haben: EI Sabinal. Geheimnisvoll, verschlossen, nackt und trocken trotzen sie dem Wind. Auf der gebeugten Krone sprießt frisches Grün. Alt wie die Insel selbst sollen sie sein, diese Veteranen. Die Hauptstadt von El Hierro, Valverde, hat nichts Besonderes zu bieten, zugegeben. Doch niemand, der im Hafen oder am Aeropuerto de El Hierro angekommen ist, kann an ihr vorbei, wenn er ins Landesinnere will. Sehenswert ist vor allem die Kathedrale im Zentrum, eine Schutzkirche, die sich nie gegen Piraten bewähren mußte. Seeräuber haben EI Hierro nie so interessant gefunden, daß es sie hierher gelockt hätte. Sie haben etwas verpaßt …

Am dichtesten besiedelt und nach Teneriffa und Fuerteventura dennoch nur drittgrößte der Kanarischen Inseln ist Gran Canaria, die Hauptinsel der Ostprovinz. Fast zwei Millionen Touristen kommen jedes Jahr, genießen das ganze Jahr über das frühlingshafte Wetter mit meist sommerlichen Temperaturen. Lange Sandstrände im Süden von La Caleta bis Puerto de Mogan locken Sonnenhungrige an. Maspalomas, San Agustin, Playa del Ingles und Puerto Rico sind die bekanntesten Ferienzentren der Kanarischen Inseln. Hier gibt es Vergnügungs- und Vogelparks, Geschäfte, Basare, Diskotheken. In den Pinienwäldern von Tamadaba läßt sich herrlich wandern, oder man kann die Aussicht über das Zentralmassiv um das Cruz de Tejeda genießen.

Wer mehr auf Kultur steht, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Mit Cuatro Puertas, Cenobio de Valeron und Cueva de las Cruces erinnern auf Gran Canaria einige der größten Höhlensysteme des Archipels an die Kultur der Guanchen. Was von ihnen übrig geblieben ist, wurde großenteils im Museo Canario von Las Palmas ausgestellt: Mumien, Töpfe, Terrakotten, Waffen, Werkzeuge. Las Palmas ist nicht nur die Hauptstadt, sondern auch das kulturelle Zentrum der Insel. Der Stadtstrand Playa de las Canteras, 200 m breit, 3 km lang, eine Promenade mit unzähligen Unterhaltungsangeboten, lädt zu längerem Verweilen ein. Auch die Kirchen auf Gran Canaria sind sehenswürdig. Santa Ana in Las Palmas ist nur eine davon. Weitere hervorragende kirchliche Denkmäler aus der Zeit der Eroberung sind in Teror, Arucas, Telde, Ingenio und Agüimes zu bewundern. Wer alternativ zu den Kanaren in den Deutschland reisen möchte für den empfiehlt sich ein Ostsee Urlaub oder ein Kühlungsborn Urlaub

Fuerteventura ist eine Insel, von der die einen sagen, es sei ein Paradies; die anderen haben genauso recht und meinen, es sei die Hölle. Also eine Insel voller Widersprüche, einst für die Verbannung des Dichters und

Philosophen Unamuno geeignet, heute für viele Surfer das Ziel auf den Kanarischen Inseln überhaupt. Sehenswert ist der alte Wehrturm am Jachthafen Castillo de Fuste. Die Grundmauern wurden schon vor vielen Jahren gesetzt, das Restaurant kam erst vor kurzem hinzu. Ein schönes Dorf mit alten Strukturen ist die Fischerstadt Corralejo im Norden der Insel, weit attraktiver als Puerto del Rosario. Die Hauptstadt ist Verwaltungszentrum, sachlich und kühl. Von ihr heißt es: „Wer es hier länger aushält, ist entweder Tourist und hat sein Schiff am Hafen verpaßt, oder er ist Fremdenlegionär. Und die sind überall und nirgendwo ganz freiwillig, denn Befehl ist Befehl”. Ganz anders Betancuria, die alte Hauptstadt der Insel, ein Kleinod aus dem 15. Jahrhundert in einem schützenden Tal. Diese Stadt kann man sich wirklich guten Gewissens anschauen, und auch das, was die Jahrhunderte überdauerte. Fuerteventura, das sind auch die Strände im Norden bei Corralejo und im Süden auf der Halbinsel Jandia. Sahara-Sand weht von Afrika an die Ostküste Fuerteventuras, eine Badezone, die dann endlich Superlative verdient.

Wer über Lanzarote fährt und sich auf die Natur einläßt, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Da gibt es geologische Einmaligkeiten wie den Nationalpark Timanfaya mit den Montafias del Fuego, den Feuerbergen. Auf dieser Insel bestaunen jährlich Zigtausende Naturwunder wie die vulkanischen Grotten im Nordosten, Jameos del Agua und Cueva de los Verdes. El Golfo ist ebenfalls vulkanischen Ursprungs, ebenso die rauhe Küste von Los Hervideros. Vom Meer und von Menschenhand stammen die streng geometrischen Salinen von Janubio und die Trichter von La Geria, dem Hauptanbaugebiet für den köstlichen Wein Lanmzarotes.Und zwischendurch immer wieder Opuntien-Kakteen mit den großohrigen Blättern, vor allem bei Male und Guatiza. Hier werden Cochenille Läuse für die Herstellung eines roten Farbstoffes gezogen, der in der Kosmetik eine große Rolle spielt.

Immer wieder wird auf Lanzarote der Name Cesar Manrique fallen. Er ist Künstler, Umweltschützer, unermüdlicher Wahrer des Gesichtes dieser Insel, ein Rufer in der Wüste, der in Japan eher gehört wird als bei ihm zuhause. Und das tut ihm weh, denn vor allem ist er eines: ein Kind von Lanzarote. In seiner Architektur verwendet er Materialien der Insel. Vulkanisches Gestein vor allem. Der Aussichtspunkt Mirador del Rio ist von ihm geschaffen, ebenso die Galerie El Almacen in Arrecife. Und auch die Grotte Jameos del Agua schuf Cesar Manrique. Das heißt, eigentlich ist es ein Werk der Natur. Doch das Temperament des Künstlers hat Ähnlichkeiten mit dem der Vulkane. Er hat die Natur menschlicher, die Schönheiten einer denkbar unwirtlichen Landschaft sichtbar gemacht.

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